Superman Returns (2006)

Superman Returns (2006)

Oder: Helden in Strumpfhosen gibt es wirklich

Willst du mich heiraten?

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Superman (Brandon Routh) kehrt Jahre, nachdem er wortlos verschwunden ist, zurück auf die Erde. Er hatte in den Tiefen des Universums nach den Überresten seines Heimatplaneten gesucht. Gefunden hat er allerdings nichts, und die Erde, die er bisher kannte, hat sich mit den Jahren auch verändert. Der Ziehvater ist tot und seine grosse Liebe Lois Lane (Kate Bosworth) hat sich von ihm abgewandt. Sie ist nicht nur mit dem Neffen ihres Chefredakteurs verlobt, sondern hat auch völlig verbittert den Purlitzerpreis-würdigen Artikel "Warum die Welt auch ohne Superman auskommt" geschrieben. Der Alltag hat Supermans Alter Ego Clark Kent (Brandon Routh mit Brille) wieder - und zwar zünftig.

Red Bull Überdosis?

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Doch kommt die Welt tatsächlich ohne Superman aus? Von wegen! Kaum ist er wieder "im Dienst", kommt es zu einer Katastrophe: Ein elektromagnetischer Impuls verursacht einen weiträumigen Stromausfall. Auch ein Flugzeug, von dessen Dach gerade ein Space Shuttle starten soll, ist beeinträchtigt. Mit an Bord ist Lois Lane, die über die Weltneuheit des ersten Weltraum-Passagierflugs berichten soll. So kommt Superman zu einem neuen grossen Einsatz mit anschliessender Feier als Held. Doch nicht alle teilen diese Freude: Lex Luthor (Kevin Spacey) arbeitet bereits an einem teuflischen Plan, der ihm ermöglichen sollte, eine Vormachtstellung auf der Erde zu sichern.

Man(n) findet einmal etwas Kleines toll

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Superman bleiben diese düsteren Entwicklungen allerdings lange verborgen. Zu beschäftigt ist er, die Welt vom Bösen zu retten und wieder in das Leben von Lois zu treten. Als er Luthor endlich auf die Schliche kommt, hat dieser bereits Lois in seiner Gewalt und erste Erdbeben rollen durch Metropolis. Luthor hat eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die nicht mehr aufzuhalten ist. Die Erdbeben sind erst harmlose Vorboten des scheinbar unabwendbaren Untergangs. Wird Superman es noch schaffen den genauso teuflischen wie genialen Luthor zu stoppen oder hat er endlich einen ebenbürtigen Gegner gefunden?


Film-Rating

Mit Superman Returns kommt eine weitere Comicadaption ins Kino, die nicht nur im Vorfeld grosse Erwartungen weckte, sondern auch die Rückkehr des Strumpfhosenhelden auf die grosse Leinwand nach rund zwanzig Jahren bedeutet. Ohne die bisherigen Kinofilme gesehen zu haben und nur mit dem Vorwissen der TV-Serie Lois & Clark: The New Adventures of Superman ging ich eher neutral an den Streifen heran.

Erstmals das Positive: Bryan Singer, der bereits mit den ersten beiden X-Men-Filmen bei den Comicadaptionen Monumente gesetzt hatte, nutzte die rund 250 Mio Dollar entsprechend und zaubert nicht nur Hochglanzbilder, sondern viele perfekt choreographierte Sequenzen auf die Leinwand, die ein wahrer Augenschmaus sind. Obwohl es einige Anlehnungen an Filme wie Terminator 2 gibt, hebt er sie auf ein neues Level und fackelt in Metropolis eine Effektorgie ab, dass sprichwörtlich die Wände wackeln.

Dennoch, Chronicles of Riddick und auch die neuen Star Wars Episoden haben bereits bewiesen, dass Special-Effect-Orgien und das beliebte Motto "Lieber Klotzen statt Kleckern" nicht immer aufgehen. Obwohl einige bei Superman Returns wohl von Nostalgie erfasst werden und sich an frühere Zeiten erinnern, kann er deutliche Schwächen schlichtweg nicht übertünchen: Die Schauspieler, die sich hinter Superman aufreihen, dümpeln meistens auf Routine-Niveau herum und vermögen ihren Rollen kaum Tiefe verleihen. Die Nebencharaktere bleiben flach - es macht beispielsweise Lois' Verlobter kaum etwas aus, dass er plötzlich einen "ernsthaften" Konkurrenten hat. So kämpft sich Superman Returns wie auch Spider-Man über weite Strecken durch das Thema der verlorenen Liebe und hält sich viel zu lange mit beinahe peinlich kitschigen Szenen auf, die weder der Story noch der Spannung helfen.

Wenigstens sorgen die Bad Guys für Bonuspunkte. Kevin Spacey und seine Kumpels heben beinahe alleine den Film aus dem langweiligem Untergrund hinaus. Dank Spacey erhält er erfrischend köstliche Szenen, die den Film wieder sehenswert machen. Dennoch bietet der Film keinen ernst zu nehmenden Kampf zwischen den Gegnern Superman und Luthor, da nun mal einer der beiden unverwundbar ist. Letztendlich schläft der Streifen ein und nach einem kurzen Kampf mit Luthor geschieht in den letzten rund 20 Minuten nicht mehr viel.

Fazit: Superman Returns ist die pompös inszenierte Rückkehr des Helden im hautengen Anzug, die zwar mit Spezialeffekten überzeugt, leider aber grosse Schwächen hat, welche ein herrlicher Bösewicht alleine auch nicht kaschieren kann. Superman Returns hat nicht nur mit Überlänge, sondern auch mit einer Story zu kämpfen, die knapp einer TV-Episode gerecht wird. Trotz viel Nostalgie und grossem Budget bleibt der Film Standardkost, die sich weit hinter den anderen "...-Man"-Verfilmungen einordnet.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

01.08.2006 / db

Community:

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