Severance (2006)

Ein blutiger Betriebsausflug

Severance (2006) Ein blutiger Betriebsausflug

Oder: Nur nicht den Kopf verlieren!

Spass fürs Team

Spass fürs Team

Büroausflüge sind mühsam. Und wenn gleich ein ganzes Wochenende für Team-Building geopfert werden muss, so ist eine Luxusunterkunft das Mindeste. Unzufrieden erwarten die sieben Mitarbeiter vom internationalen Waffenkonzern Palisade Defence ihr Reiseziel, das neue Luxusressort ihres Big Boss George Cinders (David Gilliam) - mitten in der ungarischen Pampa. Kurz vor dem Ziel blockiert ein Baum die Strasse. Doch der Chauffeur weigert sich die Nebenstrasse zu nehmen, schmeisst sie aus dem Bus und haut ab.

Frauen für den Siffkopf

Frauen für den Siffkopf

Zu Fuss machen sie sich auf den letzten Kilometer. Oder vielleicht auch die letzten zehn Kilometer. Oder hundert? Bei einer Pinkelpause glaubt Steve (Danny Dyer) im Dickicht einen vermummten Mann gesehen zu haben. Doch die rationale Maggie (Laura Harris) glaubt ihm nicht: kein Wunder, ist er doch ob den Magic Mushrooms, die er dem Grenzwächter abgekauft hat, ziemlich high. Tatsächlich erreicht die Gruppe bald darauf ihre Unterkunft. Doch vom versprochenen Luxus keine Spur: Das verlassene Gebäude ist eine Bruchbude. Müde von der langen Reise beschliesst Teamchef Richard (Tim McInnerny), dass man erstmal die Nacht verbringt und tags darauf weiter entscheidet.

Maulkorb für die Pazifistin

Maulkorb für die Pazifistin

Auf der Suche nach dem Stromgenerator findet Salesman Harris (Toby Stephens) Akten von vermissten Palisade-Agenten. Er stellt die Theorie auf, dass das Gebäude früher einmal eine Irrenanstalt war, die Insassen sich aber gegen die Wärter auflehnten und alle umbrachten. Die pazifistische Jill (Claudie Blakley) jedoch hat gehört, dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ebensolche Gebäude dazu verwendet wurden, um blutrünstige Kriegsverbrecher zu behandeln. Palisade habe zwar keinen umgebracht - aber der Regierung die dafür nötigen Waffen geliefert. Gerüchteweise hat einer der Verbrecher überlebt... Für Steve ist's klar, dass hier früher mal ein Altersheim war. Die nymphomanen Pflegerinnen liessen jedoch die Alten sterben und vergnügten sich untereinander...

Als Steve während dem Abendessen in der Apfelwähe auf einen (fremden!) Zahn beisst und am Tag darauf der Buschauffeur tot aufgefunden wird, verliert die Truppe nicht nur ihre Nerven...


Film-Rating

Meine Inhaltsangabe tut dem Film Unrecht: Severance ist in keinem Moment langweilig. Von der ersten bis zur letzten Einstellung bietet der Film Unterhaltung pur. Dabei bleibt der dunkelschwarze Humor auf einem erfrischend hohen Niveau. So ist denn auch der Vergleich als Scary Movie der Splatter-Filme unangebracht. Zwar werden die klassischen Horror-Filmelemente eingesetzt, aber nur selten mit den bekannten Ergebnissen. Aufgebaute Klischees werden ohne Wimpernzucken über den Haufen geworfen. Unpassend passend jeweils die Filmmusik, die sich nicht zu schade ist, bei Todesszenen eine fröhliche Melodie zu spielen.

Die Drehbuchschreiber James Moran und Christopher Smith haben viel Wert darauf gelegt, dass die Charaktere dem Publikum gefallen werden. Diese sind für einmal extra stereotyp, sodass man ohne grosse Umschreibungen die verschiedenen Motivationen der Figuren versteht. Und kaum beginnt man sie zu mögen, beginnen sie bereits zu sterben...

Severance ist keine stupide Persiflage, sondern verbindet gekonnt Komödie mit Horror, paart Galgenhumor mit expliziten Splatter-Szenen und Schreckensmomenten. Füsse werden abgeschnitten, Bäuche aufgeschlitzt und gar Köpfe rollen - wo dann auch Harris Theorie, dass Marie-Antoinette nach ihrer Köpfung ein paar Minuten weiterlebte, untermauert wird.

Wem schon Shaun of the Dead gefallen hat, der wird Severance mindestens ebenso mögen.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.5

 

11.08.2006 / th

Community:

Bewertung: 4.5 (81 Bewertungen)

 

 

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