Inside Man (2006)

Inside Man (2006)

Oder: So macht man das!

2 mit 'nem 2 am Rücken

2 mit 'nem 2 am Rücken

Banküberfälle passieren beinahe täglich. Dass dabei jedoch vier maskierte Bankräuber über 50 Geiseln nehmen, ist eher selten. Für Detective Keith Frazier (Denzel Washington) und seinem Partner Bill Mitchell (Chiwetel Ejiofor) ist der Vorfall in der New Yorker Manhattan Trust Bank vorallem eines: eine willkommene Abwechslung zum Poliziealltag. Vor Ort wird bald klar, dass das kein einfacher Fall wird. Polizeieinsatzleiter John Darius (Willem Dafoe) geht die Sache zwar professionell an, doch die Geiselnehmer scheinen immer einen Schritt voraus zu denken.

King of the Bank!

King of the Bank!

Alle Geiseln wurden von den Räubern mit Einheitskleidung versehen und in Kellerräume eingesperrt. Sie selber scheinen sich allerdings weniger um den offenen (!!) Tresorraum und den Millionen darin zu kümmern. Dalton Russell (Clive Owen) hat den Coup lange und bis ins kleinste Detail vorbereitet. Dass die Polizei in den von ihm bestellten Pizzas für die Gefangenen Abhörwanzen platzieren würde, macht ihm nichts aus. Er lässt gar Frazier in die Bank, um einen Augenschein zu nehmen...

In jeder Hinsicht überzeugend

In jeder Hinsicht überzeugend

Jemanden beunruhigt der Überfall besonders: Besitzer und Finanzhai Arthur Case (Christopher Plummer) sorgt sich um die kleine Bank. Doch nicht das Geld oder die Geiseln scheinen ihn gross zu kümmern - vielmehr will er um jeden Preis verhindern, dass der Inhalt seines dortigen Schliessdepots in falsche Hände gerät. Er engagiert die einflussreiche Krisenmanagerin Madeline White (Jodie Foster), sie soll mit Russel verhandeln.

Langsam spitzt sich die Lage zu, die Stürmung der Bank wird vorbereitet. Doch auch das scheint in den Plan der Räuber zu passen...


DVD-Rating

Spike Lee kennt man als Filmemacher, der sich gerne und entsprechend oft dem Rassenproblem annimmt und dies meist in kleineren Produktionen zum Ausdruck bringt. Meist dabei ist Denzel Washington. Auch in Inside Man darf sich dieser mehr als einmal mit Problemen der Herkunft auseinandersetzen. Ganz weglassen wollte es also der Regisseur in seinem bisher "grössten" Film doch nicht.

Was wie ein "normaler" Thriller über einen Bankraub und dessen Folgen anfängt, entwickelt sich mit zunehmender Filmdauer zu einem Katz- und Mausspiel der genialen Sorte. Während der Bankräuber und die Businessfrau ihr Ziel niemals aus den Augen lassen, schlurft der Cop hinterher. Er will das Gefühl vermitteln, ebenso alles im Griff zu haben, merkt aber immer wieder, dass seine Position die Schwächste und Schwierigste im ganzen Spiel ist. Dass er dazu mehr als einmal an der Nase herumgeführt wird, verstärkt diesen Eindruck zusätzlich.

Bis dieser Fall auf die Lösung zu steuert, dürfen die Schauspieler die ganze Palette ihres Könnens zeigen. Clive Owen (Closer) ist cool wie Eis und spielt seine Rolle mehr als souverän. Jodie Foster vermag in Sachen Leinwandpräsenz nicht ganz mithalten, besticht aber in ihren (zu) wenigen Szenen mit Intensität und unerwartetem Sex-Appeal. Denzel Washington hat klar den interessantesten Part. Und wiederum macht er unter der Führung seines Kumpels Spike Lee eine hervorragende Figur.

Fazit: Inside Man darf man ohne schlechtem Gewissen zu den Grossen und Interessanten des Genres zählen. Es stimmt praktisch alles. Angefangen bei der Titelmelodie, über den Gehalt des (unfreiwilligen) Humors bis hin zum Thrill, der ja schliesslich der Hauptgrund sein sollte, sich diese Geschichte über einen etwas anderen Bankraub anzusehen. Wer den Film damals im Kino verpasst hat, sollte nun bei der DVD-Veröffentlichung zugreifen.

Die vorliegende DVD bietet leider keinerlei Extras. Aber sicherlich wird die grosse Geldmaschine bald eine Special-Super-Duper-Edition auf den Markt bringen, die dann zwar mehr kostet, aber inhaltlich beim Bonusmaterial ebenso mehr zu bieten hat. Der Ton ist klar im erwarteten DD 5.1 und fräst einem zeitweise schön mächtig um die Ohren. Über die Bildqualität lässt sich, im Gegensatz zu den Bonusfeatures, auch nicht meckern.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.5

 

05.09.2006 / muri

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