Gridiron Gang (2006)

Gridiron Gang (2006)

Spiel auf Bewährung
  1. , ,
  2. 125 Minuten

DVD-Review: Was ein Ball alles bewirken kann...

Juhui, Paris Hilton ist im Knast!
Juhui, Paris Hilton ist im Knast! © Studio / Produzent

75% der Häftlinge in den Jugendstrafanstalten von Amerika landen nach deren Entlassung entweder wieder im Knast oder sterben auf der Strasse. Auf diese Zahl kommt Sean Porter (The Rock) bei seinen Recherchen und ihm ist klar, dass so etwas mit "seinen" Jungs auch passieren kann. Dagegen will er vorgehen und hat den Plan, aus dem verfeindeten Sauhaufen von Jugendlichen eine Footballmannschaft zu formen.

Zusammen mit seinem Arbeitskollegen Malcolm (Xzibit) stellt er einen Trainingsplan auf, wählt potenzielle Spieler aus und versucht einen Spielplan zu organisieren. Skepsis macht sich breit. Beim Anstaltsleiter und dem Sozialarbeiter stösst das Projekt zwar auf Interesse, aber so richtig daran glauben will niemand.

DEINE Haare will ich!
DEINE Haare will ich! © Studio / Produzent

Sean Porter drillt die Jungs, lässt sie unter brütender Sonne schwitzen und trichtert ihnen Teamgeist ein. Die "Mustangs" müssen zu einer Einheit werden, wollen sie nicht in der inzwischen gebuchten Liga zur Lachnummer werden. Und nach dem ersten Spiel, dass die "Mustangs" gnadenlos versauen, sieht alles danach aus.

Können die Gangmitglieder ihren Hass gegenüber den Mitspielern zügeln? Wie reagieren die anfälligen Jugendlichen auf Provokationen von aussen? Wird die Gridiron Gang ihrem Ausbildner zeigen, dass sie verstehen, was Teamwork heisst?

The Rock hat sich bislang in verschiedenen Filmarten ausprobiert. Action (Walking Tall), Action-Komödien (Welcome to the Jungle), Ballereien (Doom) oder reinen Spassfilmen (Be Cool). Und jedesmal hat er zumindest keine schlechte Figur abgegeben. Der Mann hat Charisma, den Look und den Körperbau, der eines Filmstars würdig ist. Und jetzt geht er mit Gridiron Gang genau den Weg, den er eigentlich nicht gehen sollte. Zurück zu seinen Football-Wurzeln, ein Sportfilm und erst noch eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basiert. Der Anfang vom Ende einer vielversprechenden Karriere?

Nein! Denn Gridiron Gang ist gar nicht schlecht und mischelt munter unter den wirklich guten Produktionen der Sportfilme mit. Zwar verliert er gegen den Klassenprimus Remember the Titans deutlich, aber wer Coach Carter oder Hardball kennt und mag, der wird sich bei Gridiron Gang bestimmt nicht langweilen.

Der Film ist quasi unterteilt in zwei Genres. Im ersten Teil nimmt das Drama überhand. Die harte Arbeit des Coaches, die Dramatik und Tragik der Strassenkids und das brutale Leben zwischen Angst und Tod. Im zweiten Teil gehts dann etwas lockerer zu und her und wer schöne Football-Action liebt, der kommt auf seine Kosten.

Allerdings muss die Geschichte sich ein paar Einwände gefallen lassen. Während uns in den Anfangsminuten die Kids näher gebracht werden und die sich regelmässig selber dezimieren, gehts dann auf einmal schaurig schnell, wenn der ovale Football ins Spiel kommt. Überraschungen bleiben aus, die ärgsten Rivalen retten sich gegenseitig das Leben, der Wasserträger (obwohl er eine alte Lady abgestochen hat) ist ein lustiger kleiner Knirps und der Typ (Junior) mit den vielen Haaren wird vom brutalen Strassenkämpfer zum handzahmen Teamplayer. Ja, s'geht alles ein bisschen flott und lässt drum ein paar potenzielle Twists im Keim ersticken.

The Rock beweist in seiner Rolle als Coach, dass er durchaus fähig ist, einen solchen Film auf seinen breiten Schultern zu tragen. Er wechselt gekonnt zwischen Ernsthaftigkeit und kindischem Grinsen und sobald er selber in Football-Montur auf dem Bildschirm erscheint, dann rappelts im Karton. Dagegen ist Filmpartner Xzibit in seiner (zugegebenermassen undankbaren) Rolle doch eher verloren und bleibt dezent im Hintergrund.

Fazit: Gridiron Gang ist ein gut gespieltes, jedoch kaum überraschendes Sportler-Drama, das vor allem denjenigen gefallen wird, die mit Football etwas anfangen können. Den Rest wirds nur begrenzt interessieren, denn dramaturgisch sind keine grossen Sprünge zu erwarten.

Die Extras des Films befassen sich nur ansatzweise mit der realen Hintergrundgeschichte des echten Sean Porter. Es schien den Machern wichtiger zu sein, die Schauspieler beim Footballtraining (dauerte 3 Wochen) zu verfolgen und ein kleines Feature über den Regisseur auf die DVD zu packen. Der kleine Bericht, in dem The Rock seine alten Football-Sachen wieder anzieht, ist zwar nett, aber irgendwie überflüssig. Die zusätzlichen Szenen sind mehr oder weniger durchschnittlich, jedoch ist die Multi-Angle Sequenz des Footballspiels recht witzig.

Ton und Bild sind auf einem erfreulich hohen Niveau und sorgen dafür, dass Coach Porters Befehlsschreie schön durch die Boxen dröhnen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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Kommentare Total: 3

db

netter Streifen und einer unter vielen. Das übliche vom Zero zum Hero, wie es schon mit Chearleadern, Basketball Teams und anderen Sportarten gemacht wurde. Obwohl die Schauspieler durchaus zu überzeugen wissen überrascht der Streifen kaum und ist auch schnell wieder vergessen. Für nebenbei ganz ok, aber sonst hat man nichts verpasst.

Greef_ch

naja, ein sehr durchschnitlicher Film. Extrem voraussehbar, keine Überaschungen oder sonst der gleichen. Eindeutig zuviele Ansprachen von The Rock (oder William oder Junior ^^ ) an den Stolz der Jungendlichen, hatte das gefühl die wollen einem die Tränen in den Augen richtig aufzwingen.
Für Football interesierte wie mich wird zwar etwas geboten aber schlussendlich zuwenig, ist von daher kein wirklicher Sportfilm.

Ein Film den man zu Ende schauen will aber schnell wieder vergessen wird.

muri

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