Glory Road (2006)

Glory Road (2006)

Oder: Kunterbuntes Basketball

Don Haskins Josh Lucas ist eigentlich Coach einer Mädchen-Basketballmannschaft an einer High School. Er lebt und atmet Basketball. Von einem Vertreter des wenig bekannten Texas Western Colleges wird er angefragt, ob er nicht die erfolglose erste Mannschaft, männlicherseits, übernehmen und auf Vordermann bringen wolle. Haskins zögert keinen Moment und zieht mit Kind und Frau nach Texas. Dort bemerkt er schnell auf welchen Deal er sich eingelassen hat, denn die Texas Western verfügt kaum über ein Budget um eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen.

Auf der Suche nach brauchbarem Spielermaterial, greift Haskins auf Basketballer aforamerikanischer Herkunft zurück und sticht damit in ein Wespennnest. Mehr als ein Schwarzer pro Spiel, höchstens zwei, sind aussergewöhnlich und werden als Affront angesehen. Für Haskins aber zählt nur die Qualität der Spieler. Und so kämpft seine Mannschaft nicht nur gegen sportliche Gegner. Trotz aller Widrigkeiten scheint der Coach aber einen erfolgreichen Weg einzuschlagen - und solange eine Mannschaft gewinnt, ist ja alles in Butter. Doch werden seine Spieler den Anfeindungen standhalten?


DVD-Rating

Ist Glory Road etwas besonderes im Genre Sportfilm? Nein. Will Glory Road vielleicht mehr sein als "nur" Sportfilm? Wie meistens: ja. Ist er es auch? Nein. Basketballfans werden mit einigen feinen Aufnahmen bedient, absoluten Kennern des Sports könnte die Story der Texas Western Miners vielleicht sogar bekannt und daher reizvoller sein. Ansonsten ist es halt simpel und einfach die bekannte Underdog-Story mit altbackenen Amerikanismen zum Thema Ausgrenzung und rassistischer Diskriminierung. Schockierend immer wieder, aber in der Form wie sie hier umgesetzt werden allzu oberflächlich und platt.

Ob das am Label "Jerry Bruckheimer Produktion", den mässigen Darstellern - Josh Lucas agiert wie ein abgebrochener Kevin Costner Verschnitt - oder der wirklich aufdringlichen Vorhersehbarkeit der ganzen Sache scheitert, wer weiss? Schnittmenge ist wohl das Zauberwort. Nein, wenn ich mir einen toll gespielten, etwas tiefer gehenden Basketballfilm anschauen will, dann doch lieber Hoosiers denn Glory Road.

Der ist zwar recht schön verfilmt, aber zu pathetisch und plakativ gehandhabt und recht schnell wieder aus dem Filmgedächtnis verschwinden.

Extras: Die DVD bietet einiges an Bounsmaterial in Form von Hintergrundinfos: Coach Haskins wird näher beleuchtet, Interviews mit ehemaligen Spielern (ausschnittweise in der Haskins-Doku vorhanden) und etwas Anschauungsunterricht in Sachen Training und Philosopie des Coaches werden geboten. Ausserdem gibt es vier nicht verwendete Szenen, wobei insbesondere diejenigen mit Coach Rupp (Jon Voight) wirklich interessant sind und ein anderes Licht auf den hochnäsigen Gegner von Haskins werfen. Nun ja, wer mag, kann auch noch das Video von Alicia Keys mit dem Song zum Film begutachten. Der Bildtransfer mit seinem körnigen Look (der anscheinend so gewollt ist) ist gelungen, ebenfalls die Tonspur mit den gelungenen Zuschauerathmos.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

26.08.2006 / pb

Community:

Bewertung: 3.1 (6 Bewertungen)

 

 

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