Ein Freund von mir (2006)

Ein Freund von mir (2006)

Karl (Daniel Brühl) gehört zu den unscheinbaren Einzelgängern, die alleine in ihrem Büro arbeiten und so am leistungsvollsten sind. Er es schafft sogar, den "goldenen Bogenschützen"-Award für den meistverkauften Artikel einzuheimsen, im Team versagt er jedoch komplett. Deshalb erhält er von seinem Boss den Auftrag, für ein paar Tage bei einer Autoauslieferungsfirma zu arbeiten, um etwas Einblicke ins System zu erhalten.

Dort lernt er Hans (Jürgen Vogel) kennen, den eher etwas verdrehten Typen mit viel Fantasie und einem unaufhaltsamen Redefluss. Gemeinsam beginnen sie, die Autos auszuliefern und erleben so manch komisches Abenteuer zusammen. Auf diesen Ausfahrten lernt Karl auch Stelle (Sabine Timoteo) kennen, die ihm sofort sehr sympathisch ist. Allerdings haben beide keine Ahnung von Karls wirklichem Auftrag und so trifft es Hans auch entsprechend hart, als er letztendlich erfährt dass Karl eigentlich in einer Versicherung arbeitet.

Wird Karl seine Freundschaft mit Hans retten können, wird sich in seinem Leben etwas Entscheidendes ändern und was wird aus Stelle, die in den nächsten Tagen nach Barcelona fährt? Karl muss sehr bald, sehr wichtige Entscheidungen treffen: Was ist ihm wichtiger Beruf oder Freundschaft? [db/OutNow]

Regie
Darsteller
, , , , , , , , , ,
Genre
,
Laufzeit
84 Minuten
Produktion
2006
Kinostart
- Verleiher: Filmcoopi
Links
IMDb, TMDb
Thema
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 

Trailer Deutsch, 02:31

Alle Trailer und Videos ansehen

Kommentare Total: 5

antiintelligent

"Ein Freund von mir" hat einen holprigen Anfang- schauspielerisch wie inhaltlich. Die Figur des Karl ist zwar schön gezeichnet, nur Hans muss noch ein bisschen üben, ehe er uns als verrücktes, sexistisches und doch liebenswertes Huhn überzeugt. Ausserdem sticht mich der klischeehafte Handlungsverlauf: Workaholic trifft lebensfrohen Loser und lernt, dass Glück nicht nur in Feinstrickpullovern und beeindruckenden Bürogebäuden kommt. Aber das kann ja noch werden, also lehnen wir uns erst einmal zurück und geniessen die fantastische Kameraführung und die aussagekräftigen Bilder. Und schon bald gewinnt der Film an Charakter- es wird lustig, nackt und vor allem schnell. Die Gespräche zwischen den beiden Männern sind dabei einfach sinnlos, was das Ganze sehr sympatisch macht, denn das anfangs befürchtet Klischee wird doch nicht bedient. Und dann? Dann dümpelt, wie db schon geschrieben hat, der Film so dahin- ich hingegen fand das durchaus passend, da es Karls Leben so treffend charakterisiert.

Spoiler zum Lesen Text markieren

Das Wiedersehen mit Hans beim Kaffee aus Pappbechern ist wundervoll und steht dem Kennenlernen und den ersten Fahrten der beiden an Witz und man möchte fast sagen Liebenswürdigkeit nichts nach.

Das Ende kommt zwar schnell, aber dennoch ganz und gar nicht überraschend: Der Zweck des Films ist erfüllt, eine unglückliche Seele gerettet und eigentlich ist doch alles gut. "Bitterer Nachgeschmack"? Da habe ich etwas verpasst. Ein bisschen Melancholie, na klar, immer her damit und schon hätten wir die perfekte Charakterisierung eines "typisch deutschen" Films. Aber deswegen gehen wir ja auch hin.

Fazit: Es passt alles- Schauspieler, Filmmusik, Handlung- aber man muss es mögen. Für mich ein sehenswerter Film zum Sonntagabend 😊.

[Editiert von antiintelligent am 2006-11-26 23:14:20]

Ejup Bayrami

Ein Freund von mir hat mir sehr gut gefallen. Und zwar vom Anfang bis zum Ende. Das Gefühl, der Film sei gegen Ende viel zu ernst, kann ich nicht teilen. Der Film schliesst damit wieder rund ab, denn auch der Anfang ist ernst.

Thematisch geht es um die Suche nach dem Glück, bzw. um das Glücklichsein.

Die beiden Charaktere, der eine introvertiert, der andere lebensfroh, sind sehr gut kontrastiert. Von Hans lernt Karl was es heisst, glücklich zu sein. Zwar wird Karl nie so sein wie Hans, aber das ist ja gerade auch das Spannende. Darum auch das ernstere Ende, das aber nicht so einsam und unglücklich ist, wie der Anfang.

Der Film ist mehr als nur ein Feel-Good-Movie. Er schafft zu vermitteln, was es heisst glücklich zu sein und was dazu nötig ist. Es ist eben nicht der tolle Lamborghini, es ist die Geschwindigkeit. 😉

rm

Geschafft! 😊

Zitat Berliner Zeitung

Zum roten Teppich mit Blaulicht
Jürgen Vogel und Daniel Brühl übertrumpfen Will Smith - mit sechs Film-Premieren in zwölf Stunden

Andreas Kurtz

Realistisch betrachtet werden weder Jürgen Vogel noch Daniel Brühl je Will Smith in punkto Gage übertreffen. Der hat für "Men in Black II" angeblich 20 Millionen Dollar kassiert und ist damit in so weiter Ferne, dass sie sich ein völlig anderes Gebiet aussuchen mussten, um Smith mal überflügeln zu können. Womit wir beim Guinness-Buch der Rekorde wären, dem Lieblingsbuch aller Kirschkern-Weitspucker.

In das hat Will Smith es geschafft, weil er innerhalb von zwölf Stunden drei Kinopremieren besuchte. Deshalb bewegten sich Vogel und Brühl gestern per Helikopter, Privatflugzeug und schnellen Autos quer durchs Land, um innerhalb von zwölf Stunden sechs Premieren ihres neuen Films zu schaffen - Sebastian Schippers "Ein Freund von mir".

Um zehn Uhr startete der Rekordversuch in München. Über die dortigen Frühaufsteher wunderte sich Hauptdarsteller Jürgen Vogel ein wenig: "Dort kamen so viele, dass extra ein zweiter Kinosaal für sie geöffnet werden musste." Anschliessend ging es mit einem extra gemieteten Flugzeug nach Berlin (bei einem Linienflug wäre die Gefahr einer Verspätung zu gross gewesen), wo um 13 Uhr im Titania-Palast und um 14 Uhr im Kino in der Kulturbrauerei die zweite und dritte Premiere dieses Rekordversuchs absolviert wurden.

Im Titania-Palast in Steglitz nutzte Jürgen Vogel die knappe Zeit, um sich beim Publikum mit einem alten Trick einzuschleimen: "Ich liebe Steglitz. Ich hab hier mal in der Breiten Strasse gewohnt - toll!" Für die Erörterung der Frage, warum er nicht heute noch in der Breiten Strasse lebt, wenn die für ihn wirklich so toll gewesen ist, blieb keine Zeit. Nur noch für die Erklärung, warum die erste Premiere des Tages in München stattgefunden hatte. Vogel: "Wir wussten, dass der Berliner am Wochenende gern mal ein wenig länger schläft." Schon hetzten sie raus zu den Autos.

Eine Polizeieskorte schoss den Weg zur Kulturbrauerei zwar nicht gerade frei (die Premiere des neuen James-Bond-Films ist erst im November), sorgte aber doch mit Blaulicht für schnelleres Durchkommen. Anschliessend ging es per Flugzeug nach Hamburg, von dort mit dem Hubschrauber nach Düsseldorf und danach mit dem Auto nach Köln. Jetzt ist wieder Will Smith am Zug.

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen