Eragon (2006)

Eragon (2006)

Eragon: Das Vermächtnis der Drachenreiter
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  3. 104 Minuten

DVD-Review: Déjà-vu gefällig?

Der Bart wächst schon noch. Nur Geduld.
Der Bart wächst schon noch. Nur Geduld. © 20th Century Fox

Schon seit Tausenden von Jahren wurden die legendären Drachenreiter ausgebildet und seit je her war ihre Mission, zu wachen und zu beschützen. Sie waren im Kampf und im Heldenmut unübertroffen und da jeder die Kraft von zehn Männern in sich trug, so gut wie unverwundbar, es sei denn, sie sterben an Gift oder dem Schwert. Als sie auf dem Höhepunkt ihrer Macht waren, wurde ein Junge namens Galbatorix geboren, der bald in den Kreis der Drachenreiter aufgenommen wurde und alle in Geschicklichkeit und scharfem Verstand übertraf.

Mit der Zeit wurden die Reiter überheblich und vergassen die Vorsicht. Während eines Ausfluges wurde dann der Drache von Galbatorix (John Malkovich) getötet. Als Galbatorix schliesslich wieder verarztet zu den Reitern zurückkehrte, gab man ihm keinen neuen Drachen mehr. Verbittert stahl er ein Drachenei, zog sich mit zwölf Gleichgesinnten zurück und übte sich in den dunklen Geheimnissen. Sie gründeten den Bund der Dreizehn Abgeschworenen und zogen in den Vergeltungskrieg gegen die Reiter. Diesen blutigen Krieg gewann Galbatorix und wurde König. Von da an herrschte er mit eiserner Hand über das Land.

oooh, das ist aber ein grosses Pommes Frittes
oooh, das ist aber ein grosses Pommes Frittes © 20th Century Fox

Als Eragon (Edward Speelers), ein armer Bauernjunge, viele Jahre später einen leuchtenden Stein findet, hält er es erst für einen glücklichen Zufall, doch als plötzlich ein Drachenjunge schlüpft bemerkt er, dass er auf ein Vermächtnis gestossen ist, das älter ist als das Königreich. Wird Eragon sich würdig erweisen, das Erbe der legendären Drachenreiter anzutreten? Das Schicksal der Welt könnte in seinen Händen liegen...

Doch bis dahin ists noch ein langer Weg. Eragon freundet sich mit dem geheimnisvollen Brom (Jeremy Irons) an, der ihm ein Lehrer und Begleiter ist. Aber vor allem hat Brom dem ungestümen Burschen noch nicht alles mitgeteilt. Weder über den Drachen, noch über sich selbst. Und trotzdem machen sich die beiden (und natürlich Saphira, der Drache) auf zu dem Volk der Varden, von wo sie dem bösen König endlich etwas entgegensetzen wollen. Doch dieser, clever wie er ist, hat bereits seine Armee den Flüchtigen an die Fersen geheftet. Denn Galbatorix duldet keinen Widerstand.

So, und weiter geht's im Epen- und Fantasy-Kino. Nachdem der Herr der Ringe mit seiner Geschichte und seiner Atmosphäre die Massen ins Kino lockte und die Fan-Gemeinschaften wie Pilze aus dem Boden schiessen liess, wollte sich auch Disney etwas vom Kuchen abschneiden und lancierte mit The Chronicles of Narnia: The Lion, The Witch and the Wardrobe das Pendant dazu, jedoch auf ein erheblich jüngeres Publikum ausgerichtet und somit mit nicht annäherndem Erfolg gesegnet. Trotzdem wird Auch Narnia in eine zweite Runde steigen dürfen. Mit Eragon kommt ein Fantasy-Märchen für die jüngeren Jungs. Also da hätten wir einen jungen, gut aussehenden und selbstlosen (Bald-)Mann, ein geheimnisvoller Fund, der sein Leben verändern wird, ein älterer Mann, der von edlen und glorreichen, längst vergangenen Zeiten spricht, in denen tapfere Männer auf Drachen reitend, die Welt retteten und einen gierigen und skrupellosen König, der alles Schöne und Heile zerstören will. Kommt das nicht irgendwie bekannt vor? Der Plot alleine ginge ja noch, aber auch dessen Umsetzung trieft nur so von Zitaten aus Vorgängerwerken dieses Genres (siehe dazu auch die Kino-Kritik zu Eragon). Auch wenn dies vor allem den regelmässigen Kinogängern auffallen wird, so ist es einfach doch langsam aber sicher etwas erschöpft. Auch versuchen sich die Streifen gegenseitig mit Wucht und Bombast stets von neuem in den Schatten zu stellen, was den Zuschauer mit der Zeit ebenfalls mehr erschöpft als fasziniert im Sitz zurücklassen wird.

Noch überraschend kommt das Cast daher. Nachdem beschlossen wurde die Hauptrolle an einen (noch) unbekannten Jungstar, Edward Speleers, zu vergeben, wurden für die Nebenrollen Namen gecastet wie Jeremy Irons, John Malkovich, Robert Carlyle und auch den frischgebackenen Oscar-Nominierten Djimon Hounsou. Ganz schön beeindruckend, auch wenn gewisse Herren aus dem namhaften Quartett nicht den erhofften Leistungen nachkommen können.

Fazit: Lange Rede, kurzer Sinn. Eragon ist durchaus unterhaltsames Kino, das sich jedoch nicht neu erfindet und mächtig an Lord of the Rings, Reign of Fire, Narnia etc. erinnert. Doch wenn man davon absieht, kann es auch ganz unterhaltsam werden, trotz den manchmal triefenden Dialogen und der Polemik. Mal sehen, was die nächsten beiden Teile zu bieten haben!

Die DVD aus dem Hause Fox kommt auf allen Levels überzeugend daher. An Bild und Ton gibt es nichts zu meckern. Die Farben sind intensiv, die Bilder satt und wenn die Klingen klirren und der Drachen Feuer speit, dann wird dies auch im Sound adäquat wiedergegeben. Die Menüs der DVD sind noch ganz schick, auch wenn sie ebenfalls an Narnia und Lord of the Rings angelehnt sind (das Landkarten-Design). Schade nur, dass die Animationen jeweils in den Untermenüs zum Stillstand kommen. Nachdem nun das Bild und der Ton auf sehr gutem Niveau sind und auch das Menü ganz ordentlich gelungen ist, lässt sich Fox auch bei den Extras nicht lumpen und hat für das Fanherz eine ganze Menge an Material ausgegraben. Richtig einheizen tun vor allem das mehrteilige Making-Of und diejenigen Features, welche die entscheidensten Special Effects-Szenen auf ihre einzelnen Elemente herunter brechen. Dazu gibt es interessante und auch lustige Kommentare des Regisseurs. Dazu kommen dann noch die obligaten Trailer, erweiterte und entfallene Filmszenen (welchen man jedoch wenig nachtrauert) und für die ganz Interessierten gibt es auch noch einen Crash-Kurs in der Aussprache der Schlüsselwörter der magischen Sprache. Viel Spielereien darunter, aber auch ein paar interessante Dinge und Infos. Einziges Fragezeichen werfen die jeweiligen Bezeichnungen der Extras auf. Der Zuschauer klickt verschiedene Ortschaften auf der Landkarte an, welche null Referenz zu dem sich dahinter versteckenden Zusatzmaterial bieten. Sprich, man muss ein bisschen suchen.

/ bab

Kommentare Total: 64

Minimöhre

der film weicht ganz und gar vom buch ab, einen zweiten teil zu drehen wäre nicht möglich: Arya, die im Film am ende nach Elessmera geht, reist in der ersten hälfte des 2. buchs mit Eragon dorthin, so ist ein wichtiger teil vorweggenommen. noch ein film wäre nicht schön.

farossi

eragon ist ein typisches beispiel dafür, wie man einen film im vorfeld aufpushen kann und der dann eigentlich praktisch nichts davon hergibt. viel rauch und kein feuer.

nun gut, der film fängt wirklich ansprechend an und spart nicht mit guten sfx, die man den ganzen film hindurch auch serviert bekommt. zudem ist das ganze teil schön fotografiert und der score ist auch klasse.

störend finde ich die zusammengebastelte story, die einfach zu offensichtlich an die bekannten fantasygeschichten anlehnt und diese schon fast peinlich 1:1 übernommen wurden. ich erwartete nicht einmal einen grossen überraschungseffekt, aber die story wird auch so nie wirklich packend.

alles in allem vergebe ich 3 sternchens.

Ghost_Dog

tja auch wenn mir das alles zu bluutleer war, sprich für eine zu junge zielgruppe realisiert worden ist, kann der film trotzdem unterhalten. der drache und das feuer etc. machen laune, der gehilfe des oberbösen taugt endlich mal wieder was, und der showdown is etwas kurz aber okay.

was leider aber klar ist, ist dass der gute autor der buchvorlage einfach schamlos überall abgekupfert hat, ohne die tiefe der vorlagen zu erreichen. schade, aber was solls.

da es sich natürlich um eine serie handelt, ist der "schluss" des films natürlich kein wirklicher, und so bleibt abzuwarten, obs je einen zweiten teil geben wird.

fazit: solide gemachte unterhaltung ohne viel tiefgang. aber das warten auf einen fantasy-bringer bleibt... 😮

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