The Devil Wears Prada (2006)

Der Teufel trägt Prada

The Devil Wears Prada (2006) Der Teufel trägt Prada

Oder: Bei der "Vogue" wogt der Streit

Dicker Pulli an, Mann!

Dicker Pulli an, Mann!

College-Abgängerin Andrea "Andy" Sachs (Anne Hathaway) steuert newbie-like einen (sehr) grossen Traum an. Sie möchte Journalistin in New York City werden. Mit viel Glück bekommt das Mauerblümchen einen Job als Assistentin bei der glamourösen, höchst exzentrischen Magazin-Herausgeberin Miranda Priestly (Meryl Streep).

Der Kaiserin neue Kleider

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Doch bald wird Andy klar, dass ihr neuer Job der reinste Stress ist. Denn Madame Priestly ist mehr als anstrengend. Sie erwartet von ihren Angestellten respektive Unterworfenen, dass diese jede ihrer Gemütszustände mitmachen und immer einen Schritt voraus sind, um ihr reichen zu können, was sie braucht. Mirandas enorme Erwartungen machen allen - vor allem Andy - das Leben zur Qual. Irgendwann kriegt Andy dennoch den Dreh raus, wie man Mrs. Priestlys Launen am besten begegnet.


Film-Rating

Wäre doch der zynisch-geschleckte Film The Devil Wears Prada ebenso kurz und prägnant, wie einer dieser leise genervtern Stöhner von Madame Miranda Priestly. Und hätte man doch noch weitere sensationelle Schauspielerinnen wie Meryl Streep für den Cast aufgeboten und auf zuckersüsse Unschulds-Engelchen wie Anne Hathaway, der noch immer die Plötzlich Prinzessin-Rolle wie eines jener pinken Post-Its anhaftet, verzichtet. Denn zwar trägt der Teufel Prada (eine dieser extra teuren High-Society-VIP Designer Labels), das bedeutet aber aber noch lange nicht, dass ein piek-feines Äusseres auch ein ebensolches Inneres bieten kann...

The Devil Wears Prada ist so zäh und spindeldürr wie viele der darin präsentierten Dauer-Diät Charaktere. Es dauert überdimensional lange, bis die Story einigermassen ins Rollen gerät. Zu allem Übel wird der Hochglanz-Magazin Zirkus viel zu einseitig, eindimensional angefilmt, so dass einem bald einmal das Gähnen kommt. Irgendwann hat man's einfach gesehen. Und auch die charakterliche Entwicklung von Mademoiselle Hathaway als kindlich naives Streberlein vom Lande gerät bald einmal ins Stocken. Für eine Soap-Folge mag die Geschichte der grauen Maus genügen. Fürs 35mm Format und die 110 Minuten Länge "langt's" schlichtweg nicht.

Es interessiert nach 20maligem "Handtaschen- und Mantel auf den Tisch geknalle" einfach - zweifach? - nicht mehr, welche Luxusmarken zurzeit in der New Yorker Business Upperclass herumgetragen werden. Okay, bei derlei viel Tran nimmt man Mrs. Priestlys Kommentare schmunzelnd entgegen und dankt ihr milde dafür... das wenig storytechnische Interessante wird aber vom moralisierenden Ami-Kitsch zunichte gemacht. Und da wären wir wieder: es kreist, und kreist, und kommt nicht vom Fleck. Wo, bitte sehr, bleibt die Unterhaltung?

Fazit: Anspruchsloses Kino, zum Abschalten sämtlicher Hirnzellen. Nichts für Gestresste, nichts für Fordernde, nichts für Kenner cineastischer Kultur. Die Idee war da, konnte sich jedoch selbst nicht das Wasser reichen. Ein Stern für Meryl Streep, ein Stern für New York City und ein halbes Sternchen für ... den Pumps-Fetisch. Und die Moral von der Geschicht'... die reimt sich... nicht.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.5

 

06.09.2006 / nd

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