Deja Vu (2006)

Deja Vu (2006)

Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit
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  3. 126 Minuten

Filmkritik: See you Yesterday

Die Drei von der Studierabteilung
Die Drei von der Studierabteilung © Studio / Produzent

"Fat Tuesday" ist angesagt in New Orleans. Hurricane Katrina ist ein halbes Jahr zuvor über die Stadt gefegt, hat (fast) alles vernichtet und somit ist das jährliche "Mardi Gras"-Fest ein Höhepunkt für die Leute und auch eine Art Rückkehr zur Normalität. Auf der Fähre nach New Orleans herrscht deswegen eine ausgelassene Stimmung und die Freude auf French Quarter, heissen Jazz und die riesige Party ist bei den Hunderten von Menschen enorm. Um Punkt 10.50 Uhr explodiert das Schiff und reisst 543 Passagiere in den Tod. Ein Akt des Terrors, gegen den der Mensch an sich machtlos ist. Oder?

Die Elite der Ermittler wird ans Tatort geschafft. Unter ihnen Agent Doug Carlin (Denzel Washington) vom ATF (US Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms). Sein Partner ist grad in den Ferien und lässt das Handy unbeantwortet klingeln, drum springt Carlin ein und macht sich auf, Spuren zu suchen und Beweise zu sammeln. Und siehe da, Carlin entdeckt zwei sonderbare Vorkommnisse. Einmal stand ein Mann mit Motorrad auf der nahe liegenden Brücke und fuhr nur Sekunden vor der Explosion weiter. Und da ist noch die Leiche einer Frau, Claire (Paula Patton), die, laut Ermittlungen, vor der Explosion getötet wurde, aber nun als Opfer dieses Anschlags gelten soll.

Sprachlos?
Sprachlos? © Studio / Produzent

FBI-Agent Pryzwarra (Val Kilmer) nimmt sich den Ermittlungen Carlins an und offenbart ihm eine unglaubliche Neuigkeit. Pryzwarra und sein Team haben eine Maschine entwickelt, die ihnen erlaubt, in einem gewissen Radius in die Vergangenheit zu sehen. Vier Tage und sechs Stunden, allerdings ohne Zurück- oder Vorspulen. Der Alltag wiederholt sich und Carlin muss herausfinden, was hinter dieser tragischen Explosion steckt.

Was Carlin (noch) nicht weiss, ist dass diese Maschine, die in die Vergangenheit gucken kann, weit mehr kann, als man dem ATF-Agenten erzählt und dass er mit seinem Vorgehen, das Leben der jungen Frau genauer unter die Lupe zu nehmen, gar nicht so falsch liegt. Aber kann man die Vergangenheit ändern? Beinflussen? Doug Carlin ist gewillt, höchste Risiken einzugehen, um dies herauszufinden.

Die Scotts habens in Hollywood zu was gebracht. Ridley Scott machte Gladiator oder Alien, Bruder Tony Scott war für Top Gun oder Enemy of the State verantwortlich. Beide kennen sie Hollywoods Produzenten-Guru Jerry Bruckheimer bestens und vor allem Tony Scott kommt immer wieder gerne auf diesen zurück. Ebenso wie auf seinen bevorzugten Schauspieler Denzel Washington, mit dem er mit Déjà Vu nach Crimson Tide und Man on Fire schon zum dritten Mal gemeinsame Sache macht. Und meist kommen die Filme auch gut. Das ist bei Déjà Vu nicht anders.

Verwirrung macht sich breit, wenn man der Geschichte von Déjà Vu anfänglich folgt. Eine terroristische Tat ist geschehen, die Story könnte linear ablaufen, wird dann aber mit technischem Gebabbel von Zeit- und Raumverschiebung verkompliziert. Sehr sympathisch kommt dabei die Figur von Denzel Washington daher, der die Rolle des Zuschauers übernimmt, mit dem ganzen Geschwafel wenig anfangen kann und klare, für jedermann verständliche, Antworten verlangt. So kapiert dann auch der absolute Laie mehr oder weniger, um was für eine Wundermaschine es sich handelt und wie man den bösen Attentäter dingfest machen kann.

Denzel Washington gehört seit längerem zum illustren Kreis der richtig guten Schauspieler aus Hollywood. Das hat er in vielen Filmen bewiesen und er drückt auch in Déjà Vu die Messlatte stetig nach oben. An seiner Seite kommen daher Mimen wie Val Kilmer (ein bisschen zugelegt?) oder Bruce Greenwood ein bisschen wenig zum Zug. Adam Goldberg ist dafür besonders kurrlig. Und nachdem er die Passion of the Christ überlebt hat, ist auch der Mann mit den Schweizer Wurzeln in der Familie, Jim Caviezel, wieder zu sehen. Als was wohl?

Die Art, wie Déjà Vu über die Leinwand flimmert ist richtig gut. Der Sound ist cool (natürlich oppulent und fetzig, wie es sich für einen Jerry Bruckheimer-Film gehört), die Kamerafahrten excellent und die Stimmung während des ganzen Filmes ist recht spannend. Dazu rummst und bummst es teilweise mächtig und der schöne und interessante Actionfilm findet definitiv sein Publikum.

Fazit: Déjà Vu ist knalliges Actionkino, wie man es sich wünscht. Dazu kommen gute Schauspieler, ein paar wenige Längen in der Story und eine schöne und geheimnisvolle Gegend rund um New Orleans. Ausserdem hat Denzel Washington nun mit beiden Fannings-Schwestern einen Film gemacht. Für Dakota Fanning war er der Man on Fire und hier macht deren kleine Schwester mit.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 32

daw

Zitat mr.wolf (2008-08-18 10:48:40)

Mir hat der film eigentlich gefallen. Die idee ist im grunde micht schlecht. nur ein über paar logikfehler muss man hinwegsehen.
Aber im grossen und ganzen nicht schlecht.

naja, bei einem Film mit einer "zeitmaschine" ist das schon so, dass man über ein paar logikfehler hinwegsehen muss. ist ja logisch, oder?

mr.wolf

Mir hat der film eigentlich gefallen. Die idee ist im grunde micht schlecht. nur ein über paar logikfehler muss man hinwegsehen.
Aber im grossen und ganzen nicht schlecht.

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Mir hat der Film eigentlich sehr gut gefallen. Déjà Vu hat sehr viel Power und die Bilder werden wie in jedem Scott-Film cool dargestellt. Auch in den Beziehungen Action, Spannung und Unterhaltung erfüllt Déjà Vu alle Erwartungen. Was mich als einziges gestört hat, ist wie schon sapryna sagte der Schluss. Da fehlt einfach die Logik. Aber sonst ein wirklich guter Film.😄
4,5

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