Black Sheep (2006)

Black Sheep (2006)

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  2. 87 Minuten

DVD-Review: Streicheln verboten!

Der absolute Horror
Der absolute Horror © Studio / Produzent

Henry leidet an "Pecoraphopie". Trotz seiner panischen Angst vor Schafen begibt er sich auf Drängen seiner Therapeutin nach Jahren der Abwesenheit wieder auf das Landgut seiner Familie in der neuseeländischen Pampa. Sein quadratschädeliger Bruder Angus will Henrys Anteil am Land abkaufen, damit er zusammen mit ein paar irren Wissenschaftern die genmanipulierten Zuchtschafe der Zukunft entwickeln kann.

Schmusestunde
Schmusestunde © Studio / Produzent

Angus‘ unethisches Treiben bleibt nicht unbemerkt. Er kommt deswegen ins Visier zweier Ökoaktivisten, welchen den Farmbetrieb stören möchten. Das Pärchen entwendet ein Reagenzglas mit Abfallprodukten und setzten so aus Versehen ein mutiertes Exemplar der vierbeinigen Wollknäuel frei. Statt Gras steht bei diesem Fleisch auf dem Speiseplan und die Bisswunden, die es hinterlässt, sind äusserst ansteckend. Bald schon ist die ganze Schafpopulation auf blutrünstiger Menschenjagd - und Harry hat für die nächsten Therapiesitzungen so einiges zu erzählen.

"Zähle bitte fünf Filme aus Neuseeland auf." - "Ehm, Whale Rider, The Worlds Fastest Indian, Braindead und überhaupt alles von Peter Jackson" So oder ähnlich könnte sich ein Dialog über Filme aus Neuseeland abspielen. Denn diese sind zwar meist ein bisschen abgedrehter und interessanter als das Massenprodukt aus Hollywood, aber so richtig kennen tut man die Kiwi-Filme leider nicht.

Mit Black Sheep kommt nun eine Horrorkomödie in die Läden, welche auf den ersten Blick den Eindruck eines normalen Tier-Horror-Films macht, aber beim genaueren Hinsehen viel mehr zu bieten hat. Denn Black Sheep thematisiert eines der harmlosesten Viecher, das wir kennen. Das Schaf.

Wie wenn deren "Määh" nicht schon genug schlimm wäre, werden die Tiere hier genetisch aufgebessert und fangen an, ihren Blutdurst an den Menschen zu stillen. Und das tun sie in einer Art, die dem Zuschauer das Lachen im Gesicht gefrieren lässt. Denn nicht nur ist Black Sheep völlig abgefahren, sondern er bietet herrlichsten Trash-Faktor. Die Menschen, natürlich in ihrer Rolle als Fallobst und Futter für die Tiere stets falsch reagierend, müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass der Zuschauer diesen Film nicht wegen ihnen, sondern wegen der Schaf-Action gucken wird. Und das ist gut so, denn die ist, nachdem der Film einige Zeit mit Bla-Bla verbraucht hat, ziemlich deftig.

Nathan Meister, im Film natürlich mit einer grundsätzlichen Todesangst vor Schafen ausgestattet, ist ein Neuling in Sachen Film. Und das merkt man ihm bei seinem Auftritt auch an. Überhaupt, der ganze Cast der Menschen, die Mehrheit davon ist Unbekannt, reisst sich kein Bein aus, bei der Darstellung der zugegebenermassen schlichten Geschichte. Dass sie alle schreiend um ihr Leben rennen können, beweisen sie allerdings recht überzeugend.

Fazit: Black Sheep ist ein lustiger Horrorfilm, der erst dann richtig gut ist, wenn die Schafe Gas geben. Dazwischen gibts den "normalen" Ablauf in solchen Filmen, eine vollkommen dämliche Story um den Öko-Fritzen und den Verwandlungen einzelner Figuren. Der Rest macht schönen Spass und wenn man nicht grad zu den empfindlichsten Personen gehört, grinst man auch mal über abgefressene Arme oder sonstige Sauereien.

Die DVD hat leider keine Extras zu bieten, was insofern schade ist, weil hier die Möglichkeit vertan wurde, etwas über Schafe und natürlich Neuseeland auf die Disc zu packen. Dies wird in der teurereren "Special-Edition" nachgeholt, die dann auf zwei Discs diverse Berichte, Outtakes oder Interviews zu bieten hat. Auf der hier vorliegenden "Uncut-Edition" bleibt die Suche nach Infomaterial über den Film leider erfolglos.

Auf der technischen Seite ist anzumerken, dass die Bilder in der Dunkelheit schon etwas gar dunkel geraten sind und der Zuschauer dann meist raten muss, was genau im Film passiert. Auch solche Szenen sind definitiv schon besser ausgeleuchtet worden. Im Bereich des Tons ist hingegen eine gute Arbeit abgeliefert worden und das ewige "Määh" wird einem noch lange im Schlaf verfolgen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 7

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"Black Sheep sei der beste Horrorspass seit Braindead" solche Sachen las ich in Kritiken. Doch, ich gleite von dieser Meinung meilenweit weg ab.

Der Film ist einfach nur grottenschlecht. Es fehlt an allen Ecken und Kanten. Der Streifen hat kaum Ironie zu bieten, was ja bekanntlich Braindead Kultstatus verliehen hat. Die Story wird extrem lust- und seelenlos erzählt. Mit den Schafen konnte ich mich ebenfalls nur bedingt anfreunden

Ich habe keinen Braindead 2 erwartet. Aber mindestens einen unterhaltsamer Trashfilm. Doch hier lässt man alle wichtige Elemente in den Hintergrund fallen😕. Schade drum!

[Editiert von ()=() am 2009-06-25 20:05:15]

HomerSimpson

Der Film war höchst amüsant nur ist mir jetzt grad nicht mehr wirklich wohl von all den hässlichen grusigen und einfach unappetitlichen Szenen 😉 Aber sonst hat mir der Film eigentlich gut gefallen und er war auch noch recht witzig. Aber ein bisschen weniger wäre vielleicht doch besser gewesen.

muri

DVD-Review: Streicheln verboten!

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Trailer Englisch, 01:54