The Astronaut Farmer (2006)

The Astronaut Farmer (2006)

Astronaut Farmer
  1. , ,
  2. 104 Minuten

Filmkritik: Bastelstunde im Hinterhof

Gleich hebt er ab
Gleich hebt er ab © Studio / Produzent

Charles Farmer (Billy Bob Thornton) war schon immer fasziniert von den Sternen und dem Weltall. Kein Wunder ist er drauf und dran, die Ausbildung zum Astronauten abzuschliessen. Doch als sein Vater plötzlich stirbt, wird aus dem vermeintlichen Astronauten Farmer ein "Farmer" Farmer. Denn von nun an heisst es, den vormals elterlichen Hof im Schuss zu halten und den Traum von unendlichen Weiten vorerst nach hinten zu schieben. Zusammen mit Frau (Virginia Madsen), Schwiegervater (Bruce Dern) und seinen Kindern versucht Charles, die aufwändige Arbeit auf dem Hof zu bewältigen.

Vergessen aber mag Charles seinen Traum nicht. Im Gegenteil, er fängt sogar an, in seiner Scheune eine Rakete zu bauen. Jede Minute Freizeit, jedes verdiente Geldstück fliesst in das Projekt, dass überraschenderweise auch bald mal Formen annimmt. Im kleinen Städtchen "Story" kennt man den komischen Farmer. Aber in Amerika baut sich ja schliesslich keiner einfach so eine Rakete im Hinterhof und drum wird der gute Mann eher belächelt, als ernst genommen.

Heiss?
Heiss? © Studio / Produzent

Als Charles aber eine immense Menge von Raketentreibstoff bestellt, wird die Regierung aufmerksam auf unseren Raketenmann. Seit den Anschlägen von New York wird schliesslich jegliche Bewegung von Material zu möglichen terroristischen Aktivitäten genauer unter die Lupe genommen. Und darunter fällt jetzt auch Charles Farmer. Im Schlepptau der Behörden werden die Medien auf den Farmer aufmerksam und dieser sieht sich schon bald als Ereignis, das um die Welt geht.

Seinen Traum will er aber trotzdem nicht aufgeben und ist sogar gewillt, die Farm zwangsversteigern zu lassen, um seine Rakete fertig zu bauen.

Es gibt sie immer wieder. Die kleinen, feinen Filme mit zauberhaftem Thema, in denen sich ein grösserer Schauspieler wohl fühlt und somit auch der ganzen Geschichte einen positiven Touch gibt. In The Astronaut Farmer kriegen wir Billy Bob Thornton in genau einer solchen Rolle zu sehen. Der Mann, der in Bad Santa so ausfällig und in Monsters Ball so dramatisch war, zeigt sich hier von seiner sehr sympathischen Seite.

Die Geschichte vom Astronaut Farmer, der mit Schutzanzug ausreitet, in seiner Scheune eine Rakete baut und seine Kids als offizielle Überwacher anstellt, bringt den Zuschauer mehr als einmal zum breiten Grinsen. Die einzelnen Szenen sind skurril, wunderbar und zum Teil sogar richtig lustig. Dazu kommt das ländliche Dekor, die schöne Gegend und mittendrin ein (für einmal) grundsympathischer Billy Bob Thornton, der es hervorragend versteht, seiner Figur den Traum vom Fliegen in der Rakete verleiht. Eine ganz gelungene Vorstellung, die beweist, das der Kerl wirklich ein guter Mann ist. Da schaden auch The Alamo oder Bad News Bears nicht.

An der Seite der Hauptfigur gehen die Nebencharaktere ein bisschen vergessen. Das ist vor allem im Bezug auf Bruce Dern recht schade, denn seine Figur als grummeliger Vater hätte Potenzial für längere Auftritte gehabt. Sein Filmname HAL ist natürlich als Anspielung an 2001 - A Space Odyssey zu verstehen. Auch Virginia Madsen (The Number 23) geht mit ihrer soliden Leistung ein bisschen unter. Schön auch, dass Bruce Willis bei seinem Kumpel kurz vorbeiguckt.

Das weniger Gelungene an The Astronaut Farmer ist leider die Geschichte selber. Die ist zwar nett und schön, plätschert aber zwischendurch doch recht dahin. Die Geschwindigkeit nimmt ab, die Szenen werden lang und länger, dafür muss man dann am Ende noch pressieren. Das nimmt dem ansonsten schönen Film ein bisschen von seiner Kraft und wird den einen oder anderen im Kino gähnen lassen. Nichts desto Trotz darf man sich den Film anschauen, um 100 Minuten demonstriert zu bekommen, was es heisst, für seinen Traum zu kämpfen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 6

ebe

Seh' ich das falsch, oder ist der Film tatsächlich nach gerade einer Woche schon wieder sang- und klanglos aus den Kinos verschwunden?

Schadenfreude ist eben doch die schönste Freude! 😄😄😄

holydiver

Ich fand den Film ganz gut. Sehr schöne Bilder, gute Schauspieler und eine "herzige" Story. Manchmal vielleicht etwas harmlos. Ich kann auch verstehen wenn man von "Du kannst alles erreichen wenn du nur daran glaubst" etwas genug hat. Ich finde aber in diesem Film kommt das nie übertrieben oder lächerlich daher.
Kann mich daher "ebe" überhaupt nicht anschliessen. So einen Verriss hat der Film ganz sicher nicht verdient.
Gelungener Film, auch für Mummys&Daddys mit Kindern.

machine

die idee bruce willis als alter armageddon-kollege von thornton mit an bord zu holen, fand ich witzig. ebe hat mit den letzten 20 minuten aber nicht ganz unrecht, die haben zum ruhig aufgebauten rest nicht wirklich gepasst - hätte da auch was anderes erwartet. trotzdem weiss der film als leichte unterhaltung seinen zweck zu erfüllen. mir war der film und seine figuren jedenfalls sympathisch.

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Trailer Englisch, 02:17