300 (2006)

300 (2006)

  1. , ,
  2. 117 Minuten

DVD-Review: Einer für alle, alle für einen...

Gimme Five!
Gimme Five!

Der Himmel wird schwarz, für einen kurzen Moment. Man hört ein bedrohliches Zischen, als würde der Wind beschleunigen. Und was dann folgt, was sich da vom oben herab stürzt, ist kein Vogelschwarm, sondern eine Wolke voller Pfeile. Sie prasseln alle herunter, bleiben im Boden stecken, oder in Schutzschilder. Danach stehen sie auf, die Soldaten von Sparta, jeder unversehrt. Jetzt sind sie an der Reihe, und mit Unerbittlichkeit pflügen sie sich durch das Heer von Persern.

300 Kämpfer gegen zehntausende von Perser, eine eigentlich unmögliche Sache. Doch die Spartaner sind die zähesten, härtesten und geschicktesten Kämpfer überhaupt. Bereits seit kleinauf werden sie für den Kampf erzogen, werden in die Abgeschiedenheit geschickt, um dort zu überleben. Nun setzen sie alle ihre erlernten Fähigkeiten ein, um die Freiheit ihres Landes zu verteidigen.

Da kommt was geflogen.
Da kommt was geflogen.

Geführt wird die auserwählte Schar von König Leonidas (Gerard Butler). Der hat den Persern den Krieg erklärt, und somit auch dessen Oberhaupt Xerxes (Rodrigo Santoro), diesem Piercing-Fetischisten, der sich ungeniert als Gott bezeichnet. Seinem Hang zum Grössenwahn zeigt sich auch in dessen jenseits jeder vernünftigen Dimension liegenden Armee. Doch Xerxes tut gut, viele Kämpfer zu schicken, denn die Verluste auf seiner Seite sind gross. Mit einem Angebot versucht er Leonidas umzustimmen. Als dieser es ausschlägt, kommt es zum ultimativen Showdown.

Wer viel Action, Kampfgetümmel, Schlachtszenen, Blut und wenig Story bevorzugt, ist mit 300 definitiv auf dem richtigen Weg. Der Film strotzt nur so vor dopinggeplagten Kampfathleten, Testosteron und Hochglanzbildern in viel, viel slow motion. Und, das muss man den Machern lassen, das ist alles verflixt gut und kurzweilig umgesetzt. Grafische Gewalt und viel Gespritze, abgehackte Gliedmassen und durchbohrte Bauchbereiche sind garantiert.

Wie ein Comic ist der Film aufgemacht, das garantieren die vielen Zeitlupenaufnahmen, die fast eine Art Einzelbildberachtung generieren. Dass dies in 112 Minuten Gemetzel aber auch mal etwas zu viel des Guten wird und man durchaus auch mal etwas optisches Verschnaufen hätte gebrauchen können oder eine Kampfszene auch mal ohne hochstilisierte Verlangsamung gut getan hätte, wird dem weniger der Oberflächlichkeit behafteten Zuschauer allzu bald bewusst.

Über Schauspielleistungen zu sprechen ist müssig, optisch vor der Kamera wirken, böse und möglichst immer ernsthaft gucken war viel wichtiger. Ebenso wie Muskeln, monströses oder aufgepumptes Gehabe - man wähnt sich fast in einer Mukiebude. Der Look des Films ist gewöhnungsbedürftig aber schon aussergewöhnlich in seinem fast hyperrealistisch-gemalten Style. Umso missratener ist aber der Soundtrack mit seinem Mix aus ethnischem Geseusel, modernen Klängen und adrenalingeschwängerten Orchestereinsätzen. Bäh.

Wie eingangs erwähnt, viel Unterhaltung auf technisch hohem, aber sonst völlig anspruchslosen Niveau ist hier garantiert, jedoch eher weniger als Sonntagsmatinée im Familienkreis.

Extras: Die vorliegende DVD ist keine der diversen Special Editions, die es zu 300 gibt. Wer also scharf auf mehr vom und um den Film ist, sollte sich nicht an diese Version halten, denn hier gibt es lediglich einen Audiokommentar von Regisseur, Autor und Kameramann, ganz informativ das Ganze. Zur Bldqualität: es ist wie immer äusserst schwierig bei derart stark verfemdeten Bildern ein Auge auf das übliche technische Gesumpsel wie Schärfe, Kontraste etc. zu halten. Die äusserst weiche Schärfe kann dabei auch Bestandteil des Kunstgriffes sein, ebenso wie die Körnigkeit (die übrigens auf der HD-Version noch mehr hervorgehoben wird - zu Ungunsten des Bilds). Die Tonspur ist ein fantastischer Mix für die vorhandenen Surround-Boxen, knackig und voll präsent, doch wieso die Dialoge derart leise abgemischt werden mussten (man dreht auf) und die Effekte und Musik dann derart laut (man dreht wieder runter), unverständlich.

/ pb

Kommentare Total: 186

VesperLynd89

Dieser Film ist weniger ein Historienfilm, dafür mehr ein filmisches Kunstwerk. Ein Film, der weniger Wert auf historische Korrektheit, dafür mehr auf epische Bildgewalt legt.

Der Film hat aber nicht nur für Actionfans genügend Lieblingsszenen, sondern auch für Zuschauerinnen. Gerald Butler und die anderen Spartianer machen nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch rein optisch eine gute Figur auf das weibliche Kinopublikum. Und wenn wir grad bei Frauen sind, die spartanischen Frauen sind keine "armen, hilflosen" Charaktere, sondern starke Frauen, die ihren Männern ebenbürtig sind. Trotzdem bleibt die Geschichte spannend und authentisch. Der Zuschauer leidet mit und alle Motive der Figuren sind klar.

pb

Zitat gargamel (2009-01-27 22:10:16)

hab' mir das ding gerade auf bluray nochmals angeschaut (sie schmeissen's ja einem im moment im interdiscount für 20 stutz nach...), und finde es nach wie vor wunderbar schwachsinnig geilomat! 😴
😄

ja, das ist es wirklich. irgendwie völlig testosteronüberladen, aber irgendwie einfach fetzig zum anschauen.

gargamel

hab' mir das ding gerade auf bluray nochmals angeschaut (sie schmeissen's ja einem im moment im interdiscount für 20 stutz nach...), und finde es nach wie vor wunderbar schwachsinnig geilomat! 😴

man kann 300 ja alles böse unterstellen, aber er fährt mit wunderbar komponierten bildern auf (und zwar nicht nur in den metzelszenen) und in HD kommt das schon extrem gut, gerade mit der teilweise gewollten körnigkeit... ich könnte den ganzen streifen in zeitlupe kucken... 😄

[Editiert von gargamel am 2009-01-27 22:11:19]

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