V for Vendetta (2005)

V for Vendetta (2005)

V wie Vendetta
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  3. 132 Minuten

DVD-Review: remember, remember... was, schon wieder?

Spieglein, Spieglein an der Wand...
Spieglein, Spieglein an der Wand... © Studio / Produzent

London, der 5. November 1605. Die tyrannische Regierung hat Revolutionskämpfer hervorgebracht, welche das Regierungsgebäude sprengen wollen. Dieser so genannte Gunpowder Plot wurde von Guy Fawkes angeführt, welcher damals 36 Fässer Schiesspulver in einem Tunnel positionierte. Doch Fawkes wurde gefasst, des Hochverrats beschuldigt und gehängt. Ebenso seine Mitverschwörer, welche allesamt grausam hingerichtet wurden.

400 Jahre später. Der Dritte Weltkrieg hat Chaos hinterlassen. Die Ordnung wurde jedoch schnell wieder hergestellt, denn Kanzler Sutler (John Hurt) hat einen faschistischen Machtapparat aufgebaut. Dieser kontrolliert und bespitzelt die Bürger. Dazu dienen so genannte Fingers, welche sich in den Gassen herumtreiben und als unantastbar gelten. Die Grundsätze dieses Regimes basieren auf Angst, Macht und Glauben.

Hello, Mr. Anderson..
Hello, Mr. Anderson.. © Studio / Produzent

An diesem 5. November wird Evey (Natalie Portmann) bei Ausgangssperre von ein paar betrunkenen Fingern angefallen. Die ziemlich dreckig aus der Wäsche schauenden Figuren machen eindeutige Anstalten, Evey an die Wäsche zu gehen, doch weit kommen sie nicht. Denn plötzlich taucht ein mysteriöser Unbekannter (Hugo Weaving) auf, dessen Gesicht hinter einer Guy Fawkes-Maske verborgen ist. Der offensichtlich sehr gebildete Retter fordert die Burschen mit gewählter Rhetorik auf, die Finger von der jungen Dame zu lassen. Doch wer nicht hören will muss fühlen, und so werden die Fingers erstmal richtig schön verprügelt. Zu erkennen gibt sich der ganz in Schwarz gekleidete Gentleman nur mit "V".

Zusammen mit V wird Evey kurz darauf Zeugin einer theatralischen, mit klassischer Musik untermalten Sprengung des Justizgebäudes des herrscherischen Staates. Der 5. November, so V, war von 400 Jahren schon ein wichtiges Datum, nun soll erneut eine Revolution angezettelt werden, welche in genau einem Jahr ihren Höhepunkt erreichen wird und somit das Ende des unterdrückerischen Regimes bedeuten soll. Als ob dieses Zeichen nicht schon genug wäre, überwältigt V Tags darauf den staatlich geregelten Fernsehsender, um auf jeden TV der Stadt eine Botschaft zu zaubern, welche die Bevölkerung zum Aufstand aufruft.

Gnade, Don Diego de la Vega!
Gnade, Don Diego de la Vega! © Studio / Produzent

Evey, die bei dem Staatsender als Tipse und Kaffeehilfe jobbt, sieht plötzlich den fliehenden V vor sich, und hilft ihm, den ihn bedrohenden Polizisten mit gestreckter Waffe auszuschalten, wird dabei aber selber bewusstlos geschlagen. Als sie aufwacht, findet sie sich in Vs geheimer Gruft wieder, die luxuriös und mit vielen aus der Vorkriegszeit stammenden Gegenständen ausgestattet ist, welche Evey noch nie gesehen hat.

Da das Fernsehstudio natürlich mit Videoüberwachung ausgestattet ist, findet die Staatspolizei schnell Eveys Identität und beschuldigt sie zusammen mit V der Staathetzerei. Eine Jagd beginnt...

V for Vendetta, ein Film, der zu einem eher ungünstigen Moment ins Kino kam und entsprechend viele Parallelen zur Realität hatte. "Die Sprengung eines Gebäudes kann die Welt verändern.", ein Statement, das mit der Aussage "Ideen sind kugelsicher" auch verdächtig an die aktuellen Terroranschläge erinnerte. Dennoch, losgelöst von diesen Parallelen und nur als Film betrachtet, überzeugt V for Vendetta absolut.

Wie schon in der Matrix Trilogie hatten die Brüder Wachowski auch bei V for Vendetta das Gefühl für ein gutes Szenario. James McTeigue hat es auch geschafft, die recht düstere Vorlage in sehr eindrücklichen Bilder umzusetzen und diese in einer glaubhaften Welt anzusiedeln. Dennoch, von den drastischen Änderungen merkt man enttäuschend wenig und in London hat sich so gut wie nichts verändert. Neben einigen zusätzlichen Fahnen, Plakaten und Kameras sieht die Stadt gleich aus wie heute. Obwohl die Sets absolut glaubwürdig und auch eindrücklich sind, hätten sie durchaus viel weiter in die Zukunft gehen und drastischere Änderungen machen können. Immerhin hat es einige Flashbacks, welche die wüsten Entwicklungen bebildern.

Der Film teilt sich in drei Handlungsstränge auf. Während jene von Evey Hammond und V absolut überzeugen, genial gespielt sind und auch viele köstliche Dialoge bieten, enttäuscht das dritte Segment. Der Handlungsstrang mit Inspektor Eric Finch (Stephen Rea) und dem Ratsgremium zieht sich wie Kaugummi in die Länge. Da er primär nur Informationen über die Vergangenheit liefern muss und dazu noch schlecht gespielt ist, häufen sich die die auf-die-Uhr-guck Momente in diesen Passagen. Zumindest kann John Hurt als grössenwahnsinniger Kanzler absolut gefallen.

Dennoch fügen sich die Elemente der Hintergrundinfos, der Flashbacks aus V's Vergangenheit und den vielen, beinahe philosophischen Szenen zu einem sehr eindrücklichen Ganzen zusammen, das mit den regelmässigen Handlungstwists während der ganzen Spielzeit bei der Stange halten kann. Was V for Vendetta vor allem von den Routine-Actionstreifen der letzten Zeit abhebt ist, dass er eine gute Balance hat zwischen Action und Story. Obwohl es Handlungsparallelen zu Aeon Flux oder Ultraviolet gibt, ist V for Vendetta sicher der Beste dieser Gruppe.

Fazit: Der sehr düstere V for Vendetta hat mehr Inhalt als er zuerst vermuten lässt, brilliert visuell, wie auch mit gekonnten Dialogen und grandiosen Actionszenen und gehört sicher zu den qualitativ besseren Actionstreifen der letzten Jahre.

Die getestete 2-Disk-Special-Edition liefert den Film, wie zu erwarten war, in sehr guter Bild und Tonqualität. Es ist wie immer zu empfehlen, den Film auf Englisch zu betrachten, da nur so Hugo Weavings Leistung als V wirklich zur Geltung kommt. Das Bonusmaterial verzichtet grösstenteils auf die gegenseitigen Lobeshymnen und berichtet sachlich über die Gestaltung der Zukunft, der eigentlichen Legende des 5. Novembers und des Comics, der als Vorlage diente. Obwohl die Hintergrundinfos sehr umfassend sind, gibt es nur wenige Schnipsel von den eigentlichen Dreharbeiten, was enttäuschend ist.

/ db

Kommentare Total: 86

origamimax

ziemlich coole Story und gute Schauspieler.

yan

Grossartiges Erlebnis auf allen Ebenen. V for Vendetta ist Superheldenkino für anspruchsvolle Filmfans. Weaving und Portman sind unglaublich. Die Story beginnt etwas wirr und unkonventionell, doch im Gesamtpaket passt bei V for Vendetta dann wieder alles zusammen. Sci-Fi-Gehalt, politische Message, Geschichtsunterricht usw. - hier hat alles seinen Platz.

V for Vendetta ist neben Watchmen der Superhelden-Film für Anspruchsvolle und mich hat er völlig in den Bann gezogen, immer und immer wieder.

unicron

Heute nach gut 2 Jahren mal wieder V geschaut und jetzt hab ich doch direkt meine Wertung von 5 Sterne auf 6 geändert, einfach nur hinreissend, überwältigend schön.

Hugo Weaving macht seine Sache hervorragend und seine Stimme und Sprachgewandtheit gibt dieser Figur erst so richtig "Leben". Ein hochpolitischer Film, der einen zum nachdenken anregt mit ausgezeichneten Schauspielern und Dialogen. Eigentlich möcht ich mir den Film gleich nochmal ansehen obwohl ich ihn heute ja schon zum 2. mal gesehen hab.

TOP, und sowas von mir, der ja eigentlich eher auf die leichte Hollywood-Kost à la AVATAR, Transformers usw. steht. :)

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remember, remember the fifth of November,
gunpowder, treason and plot,
I see no reason why gunpowder treason
should ever be forgot.
Guy Fawkes, Guy Fawkes,
'twas his intent
to blow up the King and the Parliament.
Three score barrels of powder below,
Poor old England to overthrow:
By God's providence he was catch'd
With a dark lantern and burning match.
Holloa boys, holloa boys, make the bells ring.
Holloa boys, holloa boys, God save the King!
Hip hip hoorah!
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