Stoned (2005)

Stoned (2005)

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  2. 102 Minuten

DVD-Review: Von Ruhm und Rum lebt's sich's gut.

Groovy look!
Groovy look! © Studio / Produzent

Brian Jones (Leo Gregory) und seine Mitrocker der Gruppe Rolling Stones steigen mit ihrer Mischung aus Rhythm'n'Blues und Rock zu einer der ganz grossen Bands auf. Jones allerdings sieht sich immer weniger im Stande, seine Aufgaben für die Band zu erfüllen. Er zieht sich mehr und mehr zurück und verlässt kaum mehr sein Anwesen. Der Architekt Frank Thorogood (Paddy Considine), der Jones' Landhaus umbauen soll, wird zu dessen scheinbar einzigem Begleiter in den psychedelischen Exzessen, die der Musiker im Drogen- und Alkoholrausch erlebt.

Eindeutig weniger groovy!
Eindeutig weniger groovy! © Studio / Produzent

Jones hat für Frank eine sonderbare Mischung aus Verachtung und Freundschaft übrig. Und er erfüllt die unausgesprochene Aufgabe des Managments nicht ganz einwandfrei, auf Jones aufzupassen. In Rückblicken werden die Abwege von Jones, die auch zum Bruch mit den Stones führten, seine erotischen Fantasien, die er mit dem Model Anita Pallenberg (Monet Mazur) teilt, und die schwierige Beziehung zu seinen Bandkollegen gezeigt. Der Film beginnt und endet mit dem Tod von Brian Jones, der 1969 unter lange Zeit mysteriösen Umständen, ums Leben kam.

Ähm, wie soll ich es sagen...? Ich hatte in der Tat wenig Ahnung wer Brian Jones war oder dass er mit den Rolling Stones verbandelt, beziehungsweise eines der Gründungsmitglieder der Band war. Aber man lernt ja gerne dazu und so weiss man nach knapp 100 Minuten, dass die heute so runzelig-kaputt aussehenden Bandmitglieder einst auch fast normale Gesichtszüge hatten. Wow.

Sex, Drugs und Rock'n'Roll. Was man gerne als Musikerklischee verbrät, ist fester Bestandteil in Stoned. Ein Leben ohne schien kaum möglich. Und wenn, dann wurde man sicher von einer barbussigen Schönheit ins Land der LSD-Träume verführt. Ohne allzu grosse Gegenwehr, versteht sich.

Der Film zeigt die letzten Monate im Leben des Gitarristen, der den Boden unter seinen Füssen bereits verloren hat. Sein Talent ertränkt er in Alkohol, sein Leben verpfuscht er mit Drogen und seine Beziehungen sind zwar leidenschaftlich, aber etwa so haltbar wie eine Gitarrensaite. Der eremitische Rückzug ins Nichtstun lässt er sich von den Erfolgen der Band versüssen, von seinem Heim-und-Haus-Architekten, der Wachhündchen spielen soll, lässt er sich bedienen - und ausnutzen.

Charismatischer, mit tranceartigen, ausgeflippten Bildcollagen verpackter Regieerstling über ein musikalisches Talent, das wieder einmal allzu jung auf der Strecke bleibt.

Extras: Schade, hier hat meine eine gute Chance verpasst, Dokumaterial und Zeitzeugenaussagen reinzupacken. Zusätzlich An- und Einsichten wären durchaus wünschenswert gewesen. Das einzige Extra, ein Featurette, bietet immerhin noch etwas Hintergrundinfos. Das auf der Englischen DVD enthaltene Bonusmaterial (Audiokommentar, deleted scenes, Interviews) ist hier nicht enthalten. Die Tonspur gibt vor allen Dingen einen tüchtigen 60's Soundtrack zum Besten. Nicht leicht einzuschätzen ist die Qualität des Bildtransfers, da viele verschiedene Stilmittel benutzt werden, um traum- und alptraumhafte Eindrücke zu vermitteln, während die "realen Szenen" in zurückhaltender Form gezeigt werden.

/ pb