Sin City (2005)

Sin City (2005)

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  2. 124 Minuten

DVD-Review: Sündenhaft grafisch!

Er will nur eine.
Er will nur eine. © Studio / Produzent

Die Welt funktioniert anders in Sin City: Verbrechen, Drogen und Sex an jeder Strassenecke. John Hartigan (Bruce Willis) ist einer der letzten ehrlichen Polizisten. An seinem letzten Arbeitstag ist er dem pädophilen Mörder Roark Junior (Nick Stahl) auf den Fersen. Dieser - Sohn des mächtigen Senator Roark (Powers Boothe) - hat die elfjährige Nancy (Makenzie Vega) entführt. Doch auch Hartigans Partner Bob (Michael Madsen) ist korrupt. Und so kann zwar Hartigan die kleine Nancy retten, gerät aber selber in die Hände der Verbrecher. Diese kennen kein Erbarmen und foltern ihn über Jahre hinweg. Als er nach acht langen Jahren endlich freigelassen wird, trachtet ihm ein gelbhäutiger Gnom namens Yellow Bastard (Nick Stahl) nach dem Leben. Doch Hartigan sorgt sich nur um eines: seine Nancy...

Er hatte nur eine.
Er hatte nur eine. © Studio / Produzent

Die einst kleine, unschuldige Nancy ist inzwischen Gogo-Girl in einer Bar. Auch Marv (Mickey Rourke) hat die Hübsche schon oft betrachtet. Doch Aufgrund seiner abstossenden Erscheinung kriegt der harte Kerl keine Frauen ab, und schon gar nicht Nancy. Keine bis auf eine: Goldie (Jamie King). Mit ihr erlebt er eine heisse Nacht - nur um die Frau am Morgen danach tot in seinem Bett aufzufinden. Für Marv ist klar, Goldie hat Schutz bei ihm gesucht. Darum will er nur noch eines: Goldie rächen. Beinahe verspürt man Mitleid mit dem lautlosen Killer Kevin (Elijah Wood)...

Er hingegen hat "Köpfchen".
Er hingegen hat "Köpfchen". © Studio / Produzent

Auch Shellie (Brittany Murphy) arbeitet in der Bar, in der Nancy tanzt. Eigentlich ginge es ihr recht gut, wären da nicht der Gauner Jack (Benicio Del Toro) und seine Gang. Diese belästigen eines Abends Shellie in ihrer Wohnung - zum Missfallen ihres neuen Freundes Dwight (Clive Owen). Dieser verpasst Jack eine Abreibe, die sich gewaschen hat. Um schlimmeres zu verhindern, folgt er der Bande nach Old Town, dem Rotlichtbezirk von Sin City. Doch die Prostituierten unter der Leitung von Gail (Rosario Dawson) sorgen selber für Recht und Ordnung und haben die Jungs bereits erwartet. Zu spät bemerken die Mädels, dass alles ein abgekartetes Spiel ist, um die Machtverhältnisse in Sin City zu stören und Unmut zu säen.

Visuell bestechend und kultig, inhaltlich mässig (jaja, ich weiss, ist nicht wichtig) und für mich ein bisschen zu viel voice over. So möchte ich kurz und bündig das Fazit nach dem Gesehenen loswerden. Der Film wurde extrem erwartungsfroh schon weit vor seiner Erscheinung diskutiert. Wie treu würde man Frank Millers Comic bleiben (die Antwort war spätestens mit der Einbindung Millers in das Projekt gegeben), wie viel Platz würde man der grafisch extremen Gewaltdarstellung einräumen, wie zeichnet sich der hochinteressante Darstellerstab aus?

Zu den Comics kann ich wenig bis nichts sagen, da ich nur mal durchgeblättert, mich aber nicht näher damit beschäftigt habe. Nun, da es jetzt ein Film ist, darf er auch als solcher bewertet werden, Ursprung hin oder her. Rein optisch, wie einführend erwähnt, gehört Sin City zu den ganz Grossen. Unter den Comicverfilmungen so oder so. Dafür alleine gibts einen Haufen Sternli, ohne wenn und aber. Sehr stilsicher wird die Umsetzung gehandhabt, vortrefflich werden die verschiedenen Ecken und Kanten der unzähligen Charaktere dargeboten. Passend alleine Mickey Rourkes vernarbtes Gesicht, Mensch, siehst besser als denn je zuvor, Mickey...! Sowieso, ein wahres who-is-who? Hollywoods (ich verweise auf die untenstehende Auflistung), man traut seinen Augen kaum!

Nicht alle Erzählstränge können durchhalten. Die Story vom braven Cop Bruce Willis ist mittelmässig interessant und profitiert vom geschickten Übergreifen der einzelnen Geschichten. Marvs Rachestory gefällt durchaus mehr (was ein Gemetzel), die Amazonen-Geschichte mit Clive Owen wiederum hat durchaus ihre Höhen und Tiefen (Alexis Bledel ist allerdings ein subjektiver Spitzenwert *schmacht*).

Also: ein Schmankerl fürs Auge, computermässig hintenrum sauber aufgemotzt. Ausgefeiltes Filmemachen, dem ein bisschen mehr Tempo und Greifbares die Krone aufgesetzt hätte. Man darf gespannt sein ob die ungeduldig erwartete Fortsetzung das toppen kann.

Extras: Das Ausbleiben von vielen, vor allem wirklich bedeutenden, Extras zu so einem Kultfilm weist eigentlich auf eines hin: eine definitive DVD-Edition wird folgen, ob zum Kinorelease von Teil 2 sei dahingestellt. Bildlich ist die DVD absolute Klasse. Das ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass Roberto Rodriguez vollständig auf digitalem Material gedreht hat. Aber auch im Tonbereich gibt es Höchstnoten. Vom sauberen Dialog und Monolog über die (mässige) Musik bis hin zu den knallbunten Toneffekten.

/ pb

Kommentare Total: 239

Freedomwriter

Geniale Monologe, geniale Graphik, geniale Atmosphäre, geniale Schauspieler...ein Highlight der Filmgeschichte!

mr.wolf

Sin city ist geil.
die Comicatmosphäre ist super gelungen.
die einzelnen geschichten sind alle auf eigene art super.
Manchmal ist der film zwar ziemlich krank, doch für mich war das wahres Filmvergnügen.


Ps. Ich träum heute noch von der heissen Bewährungshelferin.
Natürlich mit beiden Händen😉

Thomas Meier

Ein bisschen Film Noir, ein bisschen Comic, ein bisschen sehr scheisse. Tut mir schrecklich leid, aber das ist einfach albern, schlicht und ergreifend albern.

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