Kinky Boots (2005)

Kinky Boots (2005)

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  3. 107 Minuten

DVD-Review: Männer haben die schöneren Beine

Prachtsdinger!
Prachtsdinger! © Studio / Produzent

Charlie Price (Joel Edgerton) freut sich auf den Umzug nach London. Mit seiner Freundin Nicola (Jemima Rooper) will er endlich den Mief von Northhampton hinter sich lassen und in der Grossstadt ein neues, aufregenderes Leben beginnen. Zu lange hat ihn sein Vater in die grosse Schuhfabrik geschleppt, die ganzen Maschinen kennenlernen lassen und mit netten, aber teils etwas sonderbaren Mitarbeitern umgeben. Und das alte Geschäft mit Herrenschuhen ist eh nichts für Charlie.

Da stirbt Papa Price und hinterlässt Charlie die Schuhfabrik, die Mitarbeiter und einen geplatzten Auftrag. Charlies erste Aufgabe ist es dann auch, Mitarbeiter zu entlassen und versuchen, die Fabrik am Laufen zu lassen. Bei einem Besuch in London trifft er auf "Lola" (Chiwetel Ejiofor). Sie/Er ist ein Mann in Frauenklamotten. Eine Dragqueen, deren hautenge und kniehohe Schuhe unter seinem männlichen Gewicht immer wieder brechen.

Die spinnen, die Engländer!
Die spinnen, die Engländer! © Studio / Produzent

Eine Idee ist geboren, einen Verkaufsnische gefunden. Statt den öden Herrenschuhen, die ein Leben lang halten und somit für die Verkäufer unattraktiv sind, will Charlie nun Frauenschuhe für Männerbeine herstellen. Schuhe, in denen sich alle Crossdresser, Transvestiten und Dragqueens endlich sicher sind, dass die Treter auch halten. Für diesen Plan lässt er "Lola" (der eigentlich Simon heisst) nach Northhampton kommen.

Die Probleme beginnen aber erst richtig mit der Ankunft der Dragqueen. Denn dort im Norden, wo Männer noch Kerle sind und Frauen an den Nähmaschinen sitzen, ist ein Mann in Frauenkleidern keineswegs erwünscht, geschweige denn geduldet. Wird Charlie seinen Plan bis zur Schuhmesse in Mailand trotzdem umsetzen können? Wird die Fabrik ihre Pforten schliessen müssen oder findet Lola einen Weg zur Rettung? Und ist Nicola überhaupt die richtige Freundin für unseren Charlie aus Northhampton?

Inspiriert von einer wahren Geschichte zeigt uns Regisseur Julian Jarrold eine Mischung aus Komödie, Drama und Romanze. Kinky Boots ist ein Independentfilm geworden, der nirgendwo grossen Eindruck hinterlässt und bei dem sich diejenigen am ehesten noch empören und unterhalten, die schon Hühnerhaut bekommen, wenn sie eine Dragqueen schon nur von Weitem sehen.

Die Geschichte nimmt von Anfang an genau den Lauf, den man erwartet. Es fehlen die Überraschungen, der Witz und selbst die Dragqueens sind optisch Geschmacksache. Dazu gibts meist unbewegliche Darsteller und einen Soundtrack, der die 70-er aufleben lässt und deshalb zum heimlichen Höhepunkt des Filmes mutiert.

Darstellerisch liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf dem Zusammenspiel des "normalen" Joel Edgerton und dem Herrn mit dem fast unaussprechlichen Namen Chiwetel Ejiofor. Vor allem Zweiterer wird als Dragqueen in hohen Stiefeln (eben den Kinky Boots) mehr gefordert, während der "Owen Lars" aus Star Wars Episode 2 mehrheitlich uninteressant bleibt.

Fazit: Ja, es hat typisch englische, kurrlige Figuren in Kinky Boots, von denen vor allem der Kumpel aus Shaun of the Dead zu gefallen weiss. Aber sonst ist es um den eigentlich lustigen englischen Humor im Film schlecht bestellt. Für eine Komödie gibts viel zu wenig Lustiges, für eine Romanze eine zu vorhersehbare Geschichte und fürs Drama zu wenig intensiver Momente. Alles in Allem also ein höchst durchschnittlicher Film, der halt einfach nicht gut genug geworden ist.

Um die Schuhherstellung dreht sich denn auch in den Bonus Features das Meiste. Die Reise vom Lederlappen zum Herrenschuh bekommt ein eigenes Segment, wie auch ein kleiner Bericht über die alte Schuhfabrik in England, die Pate für diesen Film gestanden hat. Die Deleted Scenes sind hingegen überflüssig. Der Ton kommt klar und ohne Rauschen aus den Boxen und ist mit den Standartversionen (DD 5.1) aufgeführt.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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