Les chevaliers du ciel (2005)

Sky Fighters

Les chevaliers du ciel (2005) Sky Fighters

Oder: Fliegen ohne Cruise

"Kneif mir nicht in den Hintern!"

"Kneif mir nicht in den Hintern!"

Es ist ein schöner Tag in England und die Farnborough Air Show ist gut besucht von Privatleuten, Militärs und Waffenhändlern. Als ein Pilot zu seinem Flugzeug gefahren werden soll, wird er stattdessen niedergeschossen und ein anderer übernimmt seinen Platz in einer nagelneuen Mirage 2000. Das Flugzeug dreht einige hübsche Runden in der Luft und verabschiedet sich dann Richtung Ärmelkanal. Die zwei französischen Piloten Antoine "Walk'n" Marchelli (Benoît Magimel) und Sébastien "Fahrenheit" Vallois (Clovis Cornillac) werden beauftragt, das entflohene Flugzeug zur Rückkehr zu zwingen. Nach kurzer Suche finden sie es unter einer Zivilmaschine und eine wilde Jagd beginnt. Als sich die feindliche Mirage an Vallois hängt und ihn abzuschiessen droht, muss ihr Marchelli zuvorkommen, obwohl er über Funk strikte Anweisung bekommt, die Verfolgung abzubrechen.

Wieder auf dem Boden, gibt es natürlich Ärger. Vor der Presse werden die zwei Piloten noch gelobt, im Büro des Stabschef erfahren sie jedoch eine unangenehme Neuigkeit. Ein obskurer Geheimagent, der nur Bertrand (Philippe Torreton) genannt wird, sowie die enge Mitarbeiterin des Premierministers, Maelle Coste (Géraldine Pailhas) eröffnen ihnen, dass die Mirage absichtlich vom Piloten einer Geheimorganisation der Regierung entführt wurde. Wenn es am 11. September 2001 Terroristen gelang, zivile Luftfahrzeuge in ihre Gewalt zu bringen, würde dies denn auch bei militärischen Flugzeugen möglich sein? Marchelli hat also im Klartext einen Kollegen abgeschossen.

Haste mal ne Fluppe?

Haste mal ne Fluppe?

Nach dem ersten Schock beginnen die Untersuchungen. Marchelli beharrt darauf, dass der Mirage-Pilot sich feindselig verhalten habe und Vallois abschiessen wollte. Tatsächlich findet Coste auf einer Aufzeichnung den Beweis, dass Marchelli die Wahrheit gesagt hat. Doch dies wird vertuscht und Marchelli entlassen. Vallois, als guter Freund, hängt seien Job ebenfalls an den Nagel. Coste erklärt den beiden, dass sie nur eine Möglichkeit haben, wieder Militärflugzeuge fliegen zu können: Sie sollen an einer Art Cannonball-Rennen mitmachen. Die Regierung möchte die neue Mirage an einflussreiche Interessenten verkaufen. Doch auch die Amerikaner bieten ein fast gleichwertiges Flugzeug. Die interessierten Käufer haben daher ein Rennen vorgeschlagen: Beide Maschinen sollen mit jeweils zwei Begleitflugzeugen eine Strecke von 6600 Meilen fliegen. Wer zuerst am Ziel ist, bekommt den Auftrag.

Drei Monate als Werbeflieger zermürben selbst Marchelli und so willigen die beiden schliesslich ein. Begleitet werden die beiden von Marchellis Ex Lt. Estelle 'Pitbull' Kass (Alice Taglioni) und Ipod (Jean-Baptiste Puech). Vallois ist von Estelles Teilnahme gar nicht begeistert, hatte sie ihn doch bei einem Einsatz in Bosnien vor einigen Jahren einfach dort sitzen gelassen.

Angriff der Killerbienen

Angriff der Killerbienen

Das Rennen beginnt. Das erste Auftanken über Sardinien läuft wie gewünscht, doch über Afrika taucht das zweite Tankflugzeug nicht auf. Die drei französischen Mirages sind gezwungen, in der Wüste auf einem scheinbar verlassenen Flughafen zu landen. Eine fein säuberlich vorbereitete Falle, wie sich herausstellt: Eine Menge Terroristen warten schon auf die Piloten. Ipod wird bei einem Kampf erschossen, Estelle verschleppt. Marchelli und Vallois können mit einer der Maschinen wieder entkommen und die zweite zerstören, doch die dritte Mirage ist verschwunden.

Zurück in Frankreich ist klar, worauf es die Terroristen abgesehen haben: Es soll einen Angriff auf Paris geben, während der grossen Parade am 14. Juli, dem französischen Unabhängigkeitstag. Und tatsächlich taucht die vermisste Mirage auf, und es kommt zum finalen Kampf, direkt über der Champs-Elysées.


DVD-Rating

Ich muss gestehen, Top Gun habe ich zwar vor einigen Jahren gesehen, doch ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Daher wird es hier auch keine Vergleiche Top Gun vs. Sky Fighters geben.

Ich habe mich wirklich gut unterhalten. Anfangs kam mir der Film noch etwas steril vor, doch da gewöhnt man sich schnell dran. Die Story ist fürchterlich vorhersehbar, da sollte man sich also nicht zu viel erwarten. Der Film ist schlicht und einfach Popcorn-Kino vom feinsten. Mir wurde nie langweilig, es war mal witzig, mal ernst. Sogar ein kleiner Striptease kommt vor. ;-) Die Figuren sind sympathisch, auch wenn mich Marchellis Schnauz sehr gestört hat. Er sieht damit aus, wie wenn sich Sean Penn einen Schnauz wachsen lassen hätte.

Sehr hervorheben kann ich zwei Dinge und die machen den Film meiner Meinung nach schon deswegen sehenswert: Zum einen gibt es natürlich sehr viele Flugszenen. Doch die sind, anders als bei Top Gun, vor allem aus der Luft gedreht. Man hat also das Gefühl, wirklich mitten im Himmel dabei zu sein. Auch wurde auf sichtbare Tricks verzichtet, was dem Film sehr zu Gute kommt. Die Szene mit dem Tankflugzeug hat mich sehr beeindruckt, ich wusste zwar, dass es sowas gibt, hatte es aber noch nie gesehen. Das zweite Bemerkenswerte ist die absolut umwerfende Filmmusik von Chris Corner. Er ist "normaler" Musiker, komponierte bisher noch nie Filmmusik. Und das hört man ihr auch an. Frisch und besonders bei den Flugszenen im Himmel sehr sphärisch.

Als Sprachen sind die deutsche Synchronisation sowie Untertitel und natürlich das französische Original verfügbar. Wer sich einigermassen mit Französisch anfreunden kann, dem lege ich den Originalton ans Herz. Im Deutsch wurde wieder mal alles synchronisiert. Es kommt einfach ein bisschen seltsam rüber, wenn die arabischen Terroristen in der Wüste auf Deusch: "Hände hoch", und "Leg dich auf den Boden!" rufen.

Special-Fans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten: In einem einstündigen Making-of erfährt man so einiges über den Film. Zum Beispiel basiert die Grundidee auf dem Comic Les Chevaliers du Ciel, dass vom Asterix-Zeichner Albert Uderzo gezeichnet wurde. Der Film bekam sehr viel Hilfe von der französischen Luftwache, und Géraldine Pailhas musste für eine Szene im Hubschrauber ihre Flugangst überwinden. Einzig die piepsige Stimme vom Regisseur Gérard Pirès nervt etwas, allerdings kann der Mann nichts dafür, offenbar trägt er ein Gerät am Kehlkopf. Den Kurzfilm Tanz der Adler sollte in keinem Chill-out-Room fehlen. Darin wurden Flugszenen und nicht verwendete Szenen mit der Filmmusik zusammengeschnitten. Sehr meditativ. Vier Radiospots, eine Bildergalerie sowie TV Spots und Trailer runden die Specials ab.

Fazit: Wer sich einen guten Popcorn-Film reinziehen will, ist mit dieser Scheibe bestens beraten.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

26.09.2006 / nwe

Community:

Bewertung: 3.9 (7 Bewertungen)

 

 

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