Be Cool (2005)

Be Cool (2005)

Be Cool - Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten grossen Hit
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  2. 118 Minuten

DVD-Review: Rock-Show mit Chilli

Shall we dance?
Shall we dance? © Studio / Produzent

Chili Palmer, gespielt von John Travolta, ist ein Gangster. Er ist kaltblütig, gerissen und gleichzeitig auch noch Filmproduzent in - wie könnt's anders sein - Hollywood. Doch ein paar Jahre nach seinem ersten produzierten Film will Chili schon umsatteln, und zwar in die Musikindustrie. Mit offenen Händen wird er dort allerdings nicht empfangen, und auch seinen Gangsterbonus kann er unter nun Gleichartigen nicht mehr auspielen.

Shall we party?
Shall we party? © Studio / Produzent

Dem Erfolg soll aber die unbekannte Sängerin Linda Moon auf die Sprünge helfen. Sie ist schön, sympathisch, sexy und kann sogar noch singen. Der Haken: Die Lady, die schon bei Nick Carr (Harvey Keitel) und seinem Büttel Raji unter Vertrag steht, bei denen sie als eine Art Go-Go-Girl auf der Bühne herumhopsen muss. Chili gibt Raji dennoch zu verstehen, dass er nun die Sache niveauvoll in die Hand nehmen wird und sich Carr den Vertrag in der Allerwertesten stecken kann.

Shall we... be cool?
Shall we... be cool? © Studio / Produzent

Und da ist noch die Witwe seines frisch erschossenen Kumpels Tommy (Uma Thurman), die vom Tode ihres Ehemannes irgendwie unbeeindruckt ist und Linda auch ganz toll findet. Da ihr eigenes Record Label sowieso gerade am Krieseln ist, kommt Linda recht gelegen, und Chili braucht gar nicht mehr viel Überredungskunst für einen neuen Plattenvertrag. Viel scheint nun dem Erfolg nicht mehr im Weg zu stehen, wären nicht die Mörder von Tommy ein paar haarlose Russen, und wäre da nicht noch ein Gangstah-Rap Producer der noch auf dreihundert Kisten wartet...

Als vor ein paar Jahren die Figur des Chilli Palmer das erste Mal im Kino auftauchte und mit Get Shorty ein akzeptables Einspielergebnis mit sich brachte, war klar, dass dieser coole Mann mit der Gelfrisur irgendwann zurückkehren würde. Mit dem Filmbusiness hatte man abgeschlossen, also blieb als nächster Versuch halt das gleiche Vorgehen in der Musikbranche. Denn ausser dem Business ändert sich bei Chilli und seinen Auftritten nicht viel. Denn immer noch passt John Travolta optimal in den Part des Mr. Palmer.

Lustig, dass aber genau diese eigentliche Hauptfigur hier ein bisschen im Starensemble untergeht und mehr als einmal in die zweite Reihe treten muss. Das hat aber eigentlich nichts mit der Rolle an sich zu tun, sondern liegt definitiv an allen anderen Charakteren, gegen die der coole Mann halt einfach keine Chance hat. Angefangen bei Harvey Keitel als Musikmanager, über einen extremen Vince Vaughn, der anfangs ein bisschen nervt, mit der Zeit aber immer lustiger wird. Auch der Frontmann der Combo "Outkast", andre 3000 kommt witzig rüber. Für den sexy-Part des Filmes sind klar Uma Thurman und Christina Milian zuständig. Sie alle bleiben aber im Schatten eines (inzwischen leider) ehemaligen Wrestlers, der hier den Film an sich reisst und bei dem ein Höhepunkt den anderen jagt.

The Rock, immer wieder als legitimer Nachfolger von Arnold Schwarzenegger betitelt, schwuchtelt sich herrlich überdreht durch den Film, bezieht Prügel und kann seine "Peoples Eyebrow" endlich mal wieder zur Schau stellen. Wenn immer er auftritt, gibt's was zum grinsen. Herrlich, dieser Felsen!

Fazit: Be cool ist schlussendlich ein netter Film geworden, der ein bisschen daran zu kauen hat, dass wegen der Starpower die Geschichte praktisch untergeht. Denn wenn nicht schon genügend grosse Namen im Cast stehen würden, geben sich im Film selber bekannte Gesichter die Klinke praktisch in die Hand. Hardrocklegenden, Cross-Over-Musiker oder bekannte Rapcombos treten auf und geben ihre Visitenkarte ab. Weniger solches und mehr Geschichte und wir hätten einen Supi-Dupi-Film bekommen. So ists halt leider nur nett und Durchschnittsware. Obwohl The Rock das Haus rockt, wie kein Zweiter....

Die DVD kommt auf zwei Scheiben daher, wobei auf der ersten neben dem Film eine sehr ausführliche Trailershow abzurufen ist. Auf Disc 2 startet ein knapp 20 minütiges Feature, dass sehr ausführlich über den Film, die Beweggründe dazu und die Charaktere berichtet. Das Gag-Reel ist witzig und die entfernten Szenen bringen den einen oder anderen bekannten Menschen doch noch in den Film. In "Nahaufnahme" kommen ein paar der Nebendarsteller zu Wort und informieren über ihre Rolle und die Schwierigkeit diese zu spielen. Der Kinotrailer und ein saulustiges Video von The Rock runden das ganze Angebot ab, das sich durchaus sehen lassen kann.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 16

Ghost_Dog

netter film. hat n paar wirklich geile anspielungen und tolle szenen. uma sieht natürlich klasse aus, und sie darf mal wieder mit travolta tanzen, hat doch was.
leider dümpelt aber zu viel einfach nur so rum, der ganz grosse wow-effekt bleibt leider aus und es fehlt an einem wirklich packenden spannungsbogen. die cameos aus der musikwelt kann man fast gar nicht zählen. milian überzeugt aber irgendwie nicht ganz, die bleibt wohl ewig in der zweiten reihe hängen.

db

Be cool einer dieser Filme die sich in einer "realen" Umgebung tummeln und die Schattenseite des Musikgeschäftes zeigen sollen. Dazu werden viele Charaktere aufgefahren, die untereinander irgendwie in Beziehung stehen und alle sich gegenseitig irgend etwas schulden und alle miteinander abrechnen wollen. Wirklich real und brutal wirkt das ganze trotzdem nicht, zu aufgesetzt das ganze zu plakativ.

Ausser dem ein Szenario das leider auch nur mässig spannend ist, denn es wirkt von Anfang an so konstruiert und so auf "Tavolta gewinnt sowieso" zugeschnitten, dass man gar keine Zweifel hat, dass es anderst kommen wird. Aber trotzdem ist es unterhaltsam den Charakteren Zuzuschauen, wie sie immer wieder versuchen sich gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben.

Andererseits ging mit das ganze "jo man" "what's up man" jo hier jo da brutal auf den Senkel. Mag ja cool wirken, aber geht mir vollkommen gegen den Strich. Die Musikwahl allgemein ganz ordentlich nur etwas zu sehr Hip Hop lastig. Interessant ist auch, dass die Sängerin um die es geht, anfänglich Baladen singt und dann auf der Büne einen ganz anderen Stil hinlegt. "War halt ihre Weise es zu tun" jawoll...

Wie auch immer, ein paar nette Gags, einen schwulen Felsen mit hässlicher hässlicher Kleidung, penetrantes Travoltagrinsen (nein ich mag ihn immer nohc nicht), und eine etwas unsichere Thurman (als Managerin jedenfalls).

ma

Eine der grössten Enttäuschungen des Jahres für mich... das Cast halb so toll, dass Drehbuch ein Zehntel so clever wie im Vorgänger. Das musste nun wirklich nicht sein.

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