Batman Begins (2005)

Batman Begins (2005)

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  3. 140 Minuten

DVD-Review: Vor Batman war... Batman!

*flatter*
*flatter* © Studio / Produzent

Die Familie Wayne hat für die Stadt Gotham viel getan. Immer versucht, den Armen zu helfen und die Gesellschaft einigermassen im Gleichgewicht zu halten, wurden zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel finanziert und immer ein Auge auf diejenigen gehalten, denen es nicht so gut geht. Bei einem Opernbesuch sieht sich der Sohn der Familie mit seinem schlimmsten Albtraum konfrontiert. Seit er damals beim Spielen in einen Brunnenschacht gefallen ist, hat er panische Angst vor Fledermäusen, die natürlich in diesem Opernstück ebenfalls auftauchen. Auf Drängen des Kindes verlässt die Familie die Veranstaltung und trifft im Hinterhof auf einen Räuber. Der will eigentlich nur die volle Brieftasche der betuchten Familie, schiesst dann aber Mutter und Vater nieder. Der Sohn steht daneben und wird Zeuge, wie seine Familie ausgelöscht wird.

Jahre später ist der junge Bruce Wayne (Christian Bale) ein Weltenbummler geworden. Er versucht, die Vorfälle von damals zu vergessen, zu verdrängen. Der Hausbutler Alfred (Michael Caine) kann ihn ebenso wenig von diesen Reisen abhalten, wie die junge Rachel (Katie Holmes), welche damals dabei war, als Bruce in den Brunnen fiel. Eine dieser Reisen führt ihn tief in den Osten, wo er sich als Dieb rumschlägt und prompt verhaftet und ins Gefängnis gesteckt wird. Raue Sitten, Schlägereien und noch Übleres sind dort an der Tagesordnung. Bis eines Tages ein mysteriöser Fremder auftaucht, der Bruce das Vergessen lernen will und ebenso zeigen kann, wie man die Aggressivität positiv nützen kann. Dieser Mann hört auf den Namen Henri Ducard (Liam Neeson) und stellt unserem Bruce Wayne eine Herausforderung, die ihn auf die Spitze eines verlassenen Berges führt.

Strammstehen will geübt sein
Strammstehen will geübt sein © Studio / Produzent

Dort herrscht ein ebenso mysteriöser Mann namens Ra's Al Ghul (Ken Watanabe), dessen Ninjas sich unter seiner Führung immer wieder aufmachen, um die Welt im Gleichgewicht zu halten. Eingriffe in die Geschichte sind an der Tagesordnung und das nächste Ziel dieser Gruppe ist ausgerechnet Gotham City. Dass Bruce Wayne das nicht zulassen kann, ist klar. Drum wird dieser Vereinigung erst mal gezeigt, was gelernt wurde und die Rückreise nach Hause wird angetreten. Dort will Bruce einen Weg finden, das Böse zu bekämpfen und seinen Frieden zu finden.

Nach Begegnungen mit dem Board der Firma Wayne Enterprises und dem Tüftler Lucius Fox (Morgan Freeman) findet Bruce unter seinem Anwesen eine Höhle, die wie gemacht ist, für jegliche Art von geheimen Aktivitäten. Ein Kostüm wird organisiert, eine Maske, ein Cape und natürlich die dazugehörigen Waffen. Die Tatsache, dass Wayne Enterprises diverse Prototypen von komischen Waffen im Haus hat, macht das ganze Unternehmen relativ leicht. Die örtliche Polizei, in Person des Inspektors Gordon (Gary Oldman) wird ebenfalls miteinbezogen.

"Wer hat hier grosse Ohren?"
"Wer hat hier grosse Ohren?" © Studio / Produzent

Am Tag Bruce Wayne. In der Nacht Batman....

Doch die Vergangenheit hat noch nicht ganz abgeschlossen mit dem Flattermann. Erstmal ist es der äusserlich nette, aber mit einem speziellen chemischen Wirkstoff experimentierende Dr. Jonathan Crane (Cillian Murphy), der sich als "Scarecrow" einen Namen macht und Menschen in den Wahnsinn treibt. Und dann wäre da noch der Mann, für den er arbeitet. Ra's Al Ghul... Der ist nicht etwa von dannen gegangen, damals in den Bergen, sondern bereitet seine grosse Ankunft und die Vernichtung von Gotham City vor....

Batman Begins hat anders als seine "Vorgänger" einen entscheidenden Vorteil: er nimmt sich ernster. Und damit ist Christopher Nolans Fledermaus-Verfilmung ein anderer Film als die zwar düsteren aber auch schrägen Opern von Tim Burton und um Weiten besser als der Schwachsinn von Joel Schumacher. Und was Batman Begins von den anderen aktuellen Comicverfilmungen erheblich unterscheidet ist, dass es weitaus weniger CGI-Shots gibt. Das ist dem Film anzusehen und tut gut, denn nichts geht über "echte" Autoverfolgungsjagden und "wahre" Superhelden und die, bzw. den gibt es zumindest tricktechnisch hier zuhauf. Dafür alleine gebührt dem Regisseur grosser Respekt. Das richtige Handwerk, und zwar gutes, ist dafür das A und O und das ist dem Film anzusehen.

Batman Begins ist zwar lang, etwas zu lang und vor der Filmhälfte kriegt man das Cape des Flattermannes auch nicht zu sehen. Dafür wird erstmals ausführlich die Vorgeschichte erzählt, die in einigen der Comics zwar angerissen, aber nie in dieser Vollständigkeit ausgeführt wurde. Das ist aufschlussreich, aber nicht immer spannend. Umso feiner ist aber Christian Bale, vor allem sobald er ins Kostüm schlüpft und dem Titelhelden eine ganz schön dunkle, schattenhafte und unzimperliche Seite verleiht. Alleine mit seiner starken Mimik von der Nase an abwärts und einer ausgefeilten Kampfchoreographie gibt er den überzeugendsten Batman je - und das sagt jemand, der von der ersten anständigen Inkarnation, damals von Michael Keaton, recht angetan war. Doch Bale versteht es mehr als nur cool durch die Maske zu gucken und Nolan versteht es, Batman verflucht gut in Szene zu setzen. Ja, und dann die Überraschung: Polizeichef Gordon, verkörpert von Klischeebösewicht Gary Oldman. Ganz saubere Leistung! Soweit zu den vermehrt positiven Aspekten.

Nicht wirklich umwerfend als Bösewicht kommt Liam Neeson daher, diese Mischung aus Vaterfigur und radikalem Ausrotter wird dem Film nicht gerecht. Wenig von den Socken reissen konnte auch der zu langgezogene Showdown mit den Gothamzombies und wie im zweiten Absatz erwähnt ist die erste Hälfte oft ein bisserl langatmig und heieihei, wie öde spielt Frau Cruise, Katie Holmes. Eine unnötige Zentralrolle mit der falschen Besetzung.

Batman Begins bleibt aber, rückblickend, eine der schöneren Comicumsetzungen, druchdachter und visuell bestechender als so einige andere der jüngeren Zeit.

Extras: Auf Disc 2 findet man die Specials. Keine deleted scenes, keine dokumentarischen Rückblicke in Sachen Batman und Film, dafür ein in verschiedene Segmente aufgeteiltes Making Of, das durchaus gefällt. Das Bild von DVD 1, wo sich der Film so breit machen kann, wie nötig, ist bestechend und detailreich in allen Belangen. Auch der Tonbereich ist hervorragend gelungen und bietet bei guter Ausrüstung ein flottes Filmgefühl in den Gehörgängen.

/ pb

Kommentare Total: 149

Chemic

Zitat El Chupanebrey (2011-01-25 11:17:32)

Interessante Ansicht. Für mich ist The Dark Knight ebenso ein Actionthriller auf höchstem Niveau, nur "franst" da die Story mit der Zeit etwas aus, imho...

Das stimmt, vorallem der Part auf dem Booten steht etwas verloren in der Gegend. Meiner Meinung nach fehlt bei Begins einfach der soziale Bezug von Batman zu Gotham was den Film "einfach" nur zu einem Actionfilm macht. Dark Knight hat da deutlich mehr Substanz.

El Chupanebrey

Zitat Chemic (2011-01-25 09:30:16)

Begins ist für mich eine gute aber immer noch klar erkennbare Comicumsetzung, was die Schwächen angeht, während Dark Knight als vollwertiger Actionthriller durchgeht, welcher einfach als Hauptfigur einen bekannten Comic-Charakter hat.

Interessante Ansicht. Für mich ist The Dark Knight ebenso ein Actionthriller auf höchstem Niveau, nur "franst" da die Story mit der Zeit etwas aus, imho...

Chemic

Zitat El Chupanebrey (2011-01-20 00:34:40)

Hab ihn mir mal wieder angesehen und bin jetzt bei 5.5 Sternen. Und ich gehe noch weiter als zuvor: Batman Begins ist nicht nur stringenter und storytechnisch besser als The Dark Knight - er ist grundsätzlich der bessere Film.

Disagree! 😉 Ist zwar meckern auf ganz hohem Niveau aber ich hab mir das Ding auch vor kurzem mal wieder angeschaut und erschreckend festgestellt das ich mich während des FIlmes etwas gelangweillt habe.

Gerade storytechnisch ist mir Begins teils doch etwas zu oberflächlich erzählt. Das liegt natürlich daran das der Film deutlich mehr Infos dem Zuschauer überbringen muss als Dark Knight da er als Setup-Film für die Reihe dient. Das Tempo ist zu hoch bzw. Schlüsselszenen werden zu kurz und ein wenig banal abgehandelt. Begins hat aus meiner Sicht auch nicht so einen intensive Stimmung wie Dark Knight da insbesondere die Bösewichte doch recht schwache Profile haben. Begins ist für mich eine gute aber immer noch klar erkennbare Comicumsetzung, was die Schwächen angeht, während Dark Knight als vollwertiger Actionthriller durchgeht, welcher einfach als Hauptfigur einen bekannten Comic-Charakter hat.

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