Azumi 2: Death or Love (2005)

Azumi 2: Death or Love (2005)

  1. 108 Minuten

DVD-Review: für einmal jagen junge Mädchen alte Männer

Runde 1 - FIGHT!
Runde 1 - FIGHT! © Studio / Produzent

Azumi (Aya Ueto) und Nagara (Yuma Ishigaki) sind immer noch auf ihrer scheinbar aussichtslosen Mission, drei kriegshungrige Warlords umzubringen. Nachdem sie bereits zwei ausgeschaltet haben, sind sie jetzt auf der Flucht. Dicht auf den Fersen folgen ihnen die Truppen des ermordeten Warlords, und sie sind auf jede erdenkliche Weise dem Gegner unterlegen. Mit einem selbstmörderischen Manöver können die Beiden schliesslich ihren Angreifern entkommen und versuchen, sich in einem Unterschlupf aufzupäppeln. Dort werden sie von ihren Verbündeten gefunden und nach Hause gebracht, wo es zur grossen Nachbesprechung kommt.

Ich mach euch Feuer unterm Hintern!
Ich mach euch Feuer unterm Hintern! © Studio / Produzent

Obwohl sie bereits erfolgreich zwei Warlords umgebracht haben, ist immer noch einer übrig, doch dieser wird von einer ganzen Armee und einer Gruppe unbekannter Ninias geschützt. Die Mission scheint aussichtslos, doch Azumi ist immer noch wild entschlossen, die Mission zu Ende zu bringen, denn sonst wären all ihre Freunde vergebens gestorben. Zu dritt zieht Azumi wieder los, um das letzte Kapitel ihrer Mission abzuschliessen. Sie schliessen sich mit einer lokalen Banditengruppe zusammen, um so gegen die Übermacht bestehen zu können. Doch wie bisher ist die Mission viel schwieriger als zuerst erwartet und verlangt den Kämpfern mehr ab, als sie geben wollen.

Azumi basiert auf einer erfolgreichen Manga-Serie, welche bereits mit Azumi fürs Kino adaptiert und auch mit Preisen ausgezeichnet wurde. Mit Azumi 2 knüpft Regisseur Shusuke Kaneko nahtlos an den Vorgänger an und setzt von da aus die tragische Geschichte der Titelheldin Azumi fort.

Wer Azumi gesehen hat, dem wird der Einstieg sehr leicht fallen, denn die Handlung wird bündig fortgesetzt, und die Hauptrollen sind mit den gleichen Schauspielern besetzt: Aya Ueto kehrt wieder als Kriegerin Azumi zurück und Yuma Ishigaki ist wiederum als Nagara dabei. Was für Kenner des Vorgängers Vorteile hat, ist für Nichtkenner wiederum der grosse Nachteil, denn die Vorgeschichte wird weder in einem Flashback noch auf eine andere Weise erklärt. Das Fehlen der Vorgeschichte ist auch einer der grossen Minuspunkte, denn die Story des zweiten Teils fällt sehr dünn aus und dreht sich nur noch darum, den letzten der drei Warlords umzubringen, was eine Spielzeit von 101 Minuten kaum inhaltlich ausfüllen kann.

Bei genauerem Betrachten ist die Story bei Azumi 2 eher sekundär und wird zu Recht nicht allzu gross gewichtet. Mehr gewichtet wird dagegen der moralische Konflikt von Azumi und wie ihre scheinbar aussichtslose Mission immer mehr Opfer von ihr fordert. Dies gibt dem ansonsten recht linearen und überraschungslosen Ninia-Schnetzler die nötige Tiefe, welche den Film sehenswert macht. So sammelt die zerbrechliche Titelheldin fleissig Sympathiepunkte, und man folgt ihr gerne bis zum Finale. Die Umsetzung von Azumi 2 kann allerdings nicht wirklich begeistern. Obwohl während der Kämpfe viele Blutfontänen spritzen, sind die Konfrontationen unspektakulär und für japanische Verhältnisse sehr amerikanisch inszeniert. Ganz im Kill Bill-Stil metzelt sich Azumi und Artgenossen grob und unverblümt durch die gegnerischen Horden. Nichts sieht man von den wunderschön inszenierten Szenen eines Hero, was hier doch nötig gewesen wäre, denn jetzt bietet der Film rein optisch kaum etwas Spezielles, was mit einigen Hängern auch eine bessere Wertung verhindert.

Fazit: Azumi 2 zehrt klar von seinem Vorgänger und schliesst lediglich das letzte Kapitel einer bereits begonnenen Story ab. Die Story gibt nicht viel her, die Motivation "Wir wollen Kriege verhindern" ist zwar gut, wirkt aber auch sehr naiv, und die Handlung ist voraussehbar. Die Kämpfe sind plump inszeniert und können wegen der schlechten Kameraführung und dem schlechten Schnitt kaum begeistern. Trotzdem, dank der symphatischen Titelheldin, ihrer tragischen Entwicklung, den moralischen Konflikten und einigen trotzdem recht spannungsgeladenen Kämpfen bleibt man am Ball. Es ist jedoch zu empfehlen, zuerst Azumi anzusehen, denn der zweite gibt als Standalone recht wenig her und wirkt ohne den Boden des Vorgängers recht verloren und unfertig.

Die DVD liefert den Film in einer akzeptablen, aber auch sehr schneereichen Qualität, welche jedoch üblich ist für solche Filme. Die deutsche Synchro fällt zwar zwischendurch recht holprig aus, ist sie insgesamt ganz gelungen. Das Making Of bietet leider wenig Infos über die eigentliche Produktion, sondern wühlt sich primär durch die verschiedenen Schauspieler, was wiederum nur mässig interessant ist. Die zweite Dokumentation Battle on the Wild Side ist wiederum sehr dicht und bietet auch tiefe Einblicke in alles, was die erste Dokumentation wegliess. Einige Trailer runden das Paket ab.

/ db