Wild Things 2 (2004)

Wild Things 2 (2004)

  1. 95 Minuten

DVD-Review: Sex and Crime, pfft.

Das Wasser steht ihr bis zum Hals. Ha-Ha-Ha.
Das Wasser steht ihr bis zum Hals. Ha-Ha-Ha. © Studio / Produzent

Brittney Havers (Susan Ward) ist eine ziemlich beliebte Person an der Blue Bay Highschool. Auch an Geld mangelt es der jungen Dame nicht. Nur der Selbstmord ihrer Mutter und ihr dominanter Stiefvater Niles (Anthony John Denison) trüben ihr Weltbild. Als ihr Stiefvater bei einem Flug mit seinem kleinen Flugzeug abstürzt, wird es richtig brenzlig für die Schöne. Zuerst wird sie von kubanischen Gangstern bedroht, denen ihr Stiefvater noch Geld schuldet und zu allem Überfluss erhält sie nur sehr wenig vom Erbe, da sie nicht die leibliche Tochter des Verblichenen ist.

"Willst du mal abbeissen?"
"Willst du mal abbeissen?" © Studio / Produzent

Als die Hoffnung auf das Erbe schwindet, taucht die Mitschülerin Maya King (Leila Arcieri) auf und behauptet, sie sei ein uneheliches Kind von Niles. Ein daraufhin durchgeführter DNA-Test, welcher vom Gerichtsmediziner Julian Haynes (Joe Michael Burke) durchgeführt wird, bestätigt diese Tatsache. Während also Brittney leer ausgeht, bekommt Maya 70 Millionen Dollar. Doch das ist erst der Anfang.

Was war das nur für eine Szene: Denise Richards, Neve Campbell und Matt Dillon bei einem flotten Dreier. Doch nicht nur diese Szene blieb von Wild Things aus dem Jahre 1998 in Erinnerung, sondern vor allem auch die raffinierte Geschichte, in der jeder Charakter sein eigenes Spiel trieb. Ein Twist jagte den nächsten, bis am Ende nur noch die ganz Schlauen aufrecht standen. Beim direkt für den DVD-Markt produzierten zweiten Teil hat es zwar auch ein paar Twists drin, doch wenn man Teil 1 kennt, weiss man schon nach sehr wenigen Minuten, was in der nächsten Stunde so passieren wird. Sehr bald wird klar, dass Wild Things 2 nichts anderes als eine schlechte Kopie ist.

Eigentlich braucht das Werk von John McNaughton gar keinen zweiten Teil. Die Geschehnisse wurden sauber abgeschlossen. Sogar der Abspann klärte noch die letzten Fragen - etwas, das auch dieser Teil macht. Leider ist die Geschichte nicht halb so raffiniert. Die hölzernen Schauspieler sind dem Zuschauer zu allem Überdruss auch noch egal, da sie entweder hysterische Hühner oder einfach selten dämliche Charaktere darstellen. Regisseur Jack Perez wollte, laut Making-of, einen komischen Film drehen, der direkt aus einem Comic stammen könnte. Komisch ist jedoch nur, dass man überhaupt nichts davon im fertigen Film sieht. Das einzige, was zum Lachen bringen könnte, sind die an den Haaren herbeigezogenen Wendungen.

Schauspielerisch muss man deutliche Abzüge machen. Sela Ward und Leila Arcieri sind nicht halb so scharf wie das Duo Campbell/Richards, und Isaiah Washington ist nicht halb so durchtrieben wie Dillon. Dafür ist der ermittelnde Detective Linden Ashby doppelt so bescheuert wie Kevin Bacon. Immerhin etwas...

Fazit: Wild Things 2 ist ein Film, den man definitiv nicht gesehen haben muss. Gäbe es einen gewissen ersten Teil nicht, würde man sich weniger aufregen. Doch so riecht der Film vor allem nach schneller Geldmacherei mit einem bereits etablierten Namen - und mehr ist Wild Things 2 auch nicht.

Wenigstens taugt die DVD auf technischer Seite was. Das Bild ist über die ganze Zeit schön scharf, und der Ton lässt sich auch nicht lumpen. Beim Bonusmaterial wurde aber dann gespart. Gerade einmal ein schwaches 22-minütiges Making-of und der Trailer zum Film haben es auf die Disc geschafft. Aber mehr über diesen Film hier möchte man auch nicht wissen.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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