Team America: World Police (2004)

Team America: World Police (2004)

Team America
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  3. 98 Minuten

DVD-Review: Was würden wir bloss ohne die tun...

Strong is the Force in him
Strong is the Force in him © Studio / Produzent

Wenn die Welt um Hilfe schreit, dann kommen sie. Wenn böse, bärtige Terroristen vor dem Eiffelturm in Paris mit einem blinkenden Koffer rumlaufen, dann sind sie nicht weit. Sie sind das Team America und sie sind die Weltpolizei. Die Gruppe rückt aus, wenn Ärger ins Haus steht und ihre Gegenmassnahmen sind einzigartig. Da werden Türme gefällt, Quartiere vernichtet, Pyramiden kaputt gemacht und Gegenden platt gemacht. Und alles im Namen von Frieden und Freiheit. Doch bei der Mission in Paris ging was schief. Ein Teammitglied musste sterben und die Weltpolizei trägt Trauer.

Doch Terror kennt kein Erbarmen und so muss der Chef der Truppe, ein Mann namens "Spottswoode" einen Ersatz für das verblichene Teammitglied suchen und hat auch schon eine Idee. Um die Terroristen zu stoppen, muss ein Schauspieler her, der sich als eben solcher ausgeben kann und dem Team die Standorte der WMD (Weapons of Mass Destruction) mitteilen kann. Die Wahl fällt auf den Broadway-Actor Gary Johnston. Er soll als Terrorist verkleidet werden und die Waffen finden. Doch ein Schauspieler als Geheimwaffe?

Ja ist denn schon der 4. Juli?
Ja ist denn schon der 4. Juli? © Studio / Produzent

Währenddessen tut sich in der Achse des Bösen einiges. Denn nicht etwa die durchwegs bärtigen und Turbantragenden Araber stecken hinter dem grossen Plan, sondern der nord-koreanische Diktator Kim Jong Il, der die Fäden in der Hand hat und seinen grossen Schlag gegen die restliche Welt plant. Dazu braucht er aber die Unterstützung berühmter Namen, damit die Welt abgelenkt ist. So plant er eine Friedenskonferenz mit bekannten Kriegsgegner aus Hollywood wie Alec Baldwin, Sean Penn oder George Clooney. Denn während die Schauspielervereinigung (im Film "F.A.G." genannt) die Welt mit ihren Worten einlullen soll, werden die Massenvernichtungswaffen gestartet und die ganze Welt zu einem einzigen Drittwelt-Land gemacht. So lautet der Plan, des teuflischen Koreaners.

Auch Bösewichte haben Talente
Auch Bösewichte haben Talente © Studio / Produzent

Unsere Weltpolizei kämpft inzwischen um Akzeptanz. Denn nicht nur zerstören sie bei ihren Einsätzen fast alles, was nicht niet- und nagelfest ist, sondern gehen sogar den Amerikanern selber auf den Geist. Vor dem Geheimquartier des Teams, im Mount Rushmore, sammeln sich die Demonstranten und auch Dokumentarfilmer Michael Moore ist nicht weit. Er ist es auch, der dem Team einen gewaltigen Schlag versetzt, von dem es sich kaum zu erholen mag.

Der Tag der Abrechnung rückt näher. In Korea findet die Konferenz statt, die Waffen sind in Position, der Diktator lacht teuflisch, die Weltpolizei scheint geschlagen. Oder?

Au Mann.... Die Macher von South Park schlagen wieder zu. Diejenigen Typen, die in BasEketball schon für Kopfschütteln sorgten und in ihrem neuesten Film vor nichts, aber auch vor gar nichts, Halt machen. Gnadenlos wird alles und jedermann durch den Kakao gezogen, dass man zeitweise vor Lachen die Atmung vergisst und dann Sekunden später wieder kopfschüttelnd vor dem TV sitzt und sich fragt, was dann das überhaupt soll.

Aber eins nach dem anderen. Die beiden Macher Trey Parker und Matt Stone liefern mit Team America einen Film ab, der polarisieren wird und das auch schon getan hat. Jedenfalls in den Ländern, in denen er im Kino gezeigt wurde. Wozu die Schweiz ja nicht gehörte. Anfangen tuts mit einem Schreck. Denn da sind komische Marionetten vor einem handgezeichneten Hintergrund. *Ups*, das wird zum Glück grad gelüftet und das Marionettenspiel im Marionettenspiel wird aufgelöst. Es zeigt sich ein herrliches Dekor von Paris. Ein Bub singt (typisch, oder) "Frère Jacques" und die Terroristen zeigen sich das erste Mal. Die erste Action folgt und der Film wird lanciert. Klasse gemacht!

Was dann gezeigt wird ist eine gnadenlose Abrechnung mit Amerika. Was heisst hier Abrechnung... Es ist ein Tritt in die Eier der Weltmacht und den dazugehörigen Machenschaften. Amis, die sich überall einmischen, sich als einzige wahre Helden sehen und scheinbar alles selber machen müssen, wenn es richtig gemacht werden soll. So präsentieren sich auch die Helden des Teams und so präsentiert sich vor allem der Soundtrack dazu. Schon in Film zu South Park waren die Texte der Lieder herrlich geschmacklos. Hier ist es ähnlich. Wenn ein "Aids-Musical" aufgeführt wird, die Hymne zum Film "America, Fuck Yeah" heisst und Schauspieler Ben Affleck im Text eines anderen Songs die Schauspielschule nahe gelegt wird, dann hat das schon was cooles. Auch dass Pearl Harbor songtechnisch unter die Räder kommt, ist wirklich lustig. Und das sind nur Kleinigkeiten in den verschiedenen Songs, die man sich einfach anhören muss und teilweise aus dem Lachen kaum rauskommt.

Dazu hat man herrliche Szenen mit UNO-Kontrolleur Hans Blix eingeflochten, Michael Moore bekommt sein Fett weg, wie auch diverse Schauspielkollegen, von denen Matt Damon besondere Erwähnung finden soll. Auch die Figur des Bösewichts Kim Jong Il ist klasse. Ein böser Mann, der herrliche Balladen schmettern kann, einen Tank voller Raubfische hat und dessen puppenfressende Raubtiere sich als normale Hauskatzen herausstellen, deren Grösse sie in diesem Film zur Bedrohung macht. Klasse!

Ja, aber sag mal, gibt es denn auch was negatives zum Film zu berichten? Joah, es geht auch hier nicht ohne. Denn wenn der Film in seine Endphase kommt, wird man sich bewusst, dass man solche Abläufe schon x-mal gesehen hat und der Geschichte, die von vorneweg nur Staffage für Eiertritte gegen die Gesellschaft und Politik ist, langsam die Luft ausgeht. Dazu kommen ärgerliche Szenen, wie kotzende Puppen, die ich nicht sehen mag und auf die man locker hätte verzichten können. Ebenso muss man die Seitenhiebe verstehen, um sie lustig zu finden. Und das ist bei Filmen mit Puppen relativ schwierig. Dafür entschädigt aber eine irre komische Sex-Szene, die man so wohl noch nie gesehen hat und die dem Film in Amerika mächtigen Ärger mit den Kontrollstellen eingebracht hat.

Fazit: Team America ist lustig, bös, gemein und actionhaltig. Die Wahl, einen solchen Film mit Puppen zu spielen, stellt sich nach Ansicht des Materials, als gelungen heraus und vermag durchaus ansprechend zu unterhalten. Kleinigkeiten werden erst bei wiederholtem Schauen auffallen, aber die Häuser in Korea hatten IMO Ähnlichkeit mit den Schachteln vom Take-Away-Chinesen. Müsste das aber nochmals checken. Sonst hab ich mich während gut drei Vierteln des Filmes herrlich unterhalten und es wird nicht allzu lange dauern, bis der Film wieder in meinem DVD-Player liegt. Experiment geglückt, Amis verärgert. Was will man mehr?

Es handelt sich ja bei Team America um einen Puppenfilm. Einen speziellen zwar, aber grundsätzlich sind es ja Marionetten, die hier die Geschichte spielen. Drum drehen sich die Extras auf der DVD auch hauptsächlich um die Erstellung, Handhabung und Technik dieser Puppen. Zusätzlich werden die einzelnen Mitglieder kurz vorgestellt, es gibt Features zur Entstehung dieser Miniwelt und den Explosionen und Action, sowie diverse Tests und Szenen, die man nicht brauchen konnte oder wollte. Warum auch ausgerechnet die Figur von "Kim Jong Il" als Bösewicht genommen wurde, wird ebenfalls erklärt. All diese Features beinhalten Kommentare und Interviews mit Regisseur und Beteiligten und sind natürlich sehr interessant und vor allem mit einem Augenzwinkern zu sehen. Zum Abschluss gibt's noch diverse Szenen die als animiertes Storyboard gezeigt werden und natürlich die Kinotrailer zum Film. Erstaunlich ist der Aufwand und das Engagement der Beteiligten, denn wie man in den verschiedenen Features sieht, sind solche Filme immer extrem schwierig und aufwändig. Das macht die Ansicht des Materials grad doppelt interessant und spannend.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 29

Ghost_Dog

"Matt Damon!!!" 😄

die story des films ist zu ausgelutscht, ansonsten kommt aber stimmung auf, puppensex, kim jong il das gleichnis der harten, pussies und arschlöcher sowie die idee, dass schauspieler die welt retten (wollen), das alles kann köstlich amüsieren! america, fuck yeah 😈

pb

naaaaa ja... ich fands nur mitelmässig bissig. einiges ist nadelfein, vieles ist mir grossen satirenkelle angerührt - und dass die jungs kein blatt vor den mund nehmen ist ja seit south park klar. aber vielleicht habe ich deshalb dann doch ein bisschen mehr erwartet.
mich würde aber schon wunder nehmen ob der nordkoreanische despot sich den film angeschaut hat... 😢 - das george w. die sache nicht kapieren würde, war ja eh klar.

V8 Power

Zum Glück wohne ich an der Grenze zu Deutschland und da hats auch noch ein Kino in dem der Streifen lief... und, was kann ich sagen: Absolut klasse! Wer sich ein wenig für das Weltgeschehen interessiert, bissel offen für neues ist (Puppen!!) und schwarzen Humor mag... ja, der ist mit Team America bestens bedient. Ich lachte mich weg im Kino (Personenanzahl: 4 inkl. meinem Kumpel und mir *g*). Den Brüller fand ich aber jedes mal (und immernoch):
"Matt Damon" 😄

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