Ocean's Twelve (2004)

Ocean's Twelve (2004)

Oder: Aus 11 mach 12!

"Hat Brad diese Wand berührt?" *kreiiisch*

"Hat Brad diese Wand berührt?" *kreiiisch*

3 Jahre ist es her, seit die Casinos von Terry Benedict (Andy Garcia) ausgeraubt wurden. Damals schnappten sich Danny Ocean (George Clooney), Rusty Ryan (Brad Pitt) und Konsorten Millionen über Millionen und machten sich unerkannt aus dem Staub. Doch das schöne Leben der Gentlemen-Räuber hat ein Ende. Denn Mister Benedict ist noch immer stinksauer und will sein Geld zurück. Zwar war die Kohle natürlich versichert, aber Benedict will mehr! Er will den gleichen Betrag nochmals kriegen. Sonst geht's Danny Ocean und seinen Kumpels an den Kragen.

"Hi, ich bin Jason Bourne"

"Hi, ich bin Jason Bourne"

Natürlich wird die Gang zusammengetrommelt und überlegt, was jetzt geschehen soll. In Amerika sind sie "zu heiss", also muss dieses Mal Europa dran glauben. Durch einen Informanten ("Hagrid" Robbie Coltrane) wird die Truppe erst mal getestet, ob sie denn überhaupt noch grosse Dinger drehen kann. Denn das Hauptziel des Ganzen, der grosse Coup, der ultimative Bruch findet dieses Mal in Rom statt. Dort ist ein Fabergé-Ei das Ziel des Unternehmens.

Doch so einfach, wie es klingt, ist das Unternehmen bei Leibe nicht. Denn einerseits ist da der "Night Fox" (Vincent Cassel), der sich selber für den besten Dieb der Welt hält und nun die Gruppe aus Amerika zum ultimativen Einbruch herausfordert. Andererseits ist da die Interpol-Detektivin Isabel Lahiri (Catherine Zeta-Jones), die eine gemeinsame Vergangenheit mit einem der Truppe hat.

*grübel grübel und studier*

*grübel grübel und studier*

So heisst es also noch einmal für Danny Ocean, einen Plan auszutüfteln. Für Rusty, diesen umzusetzen. Für Linus (Matt Damon), sich seiner geschwinden und flinken Finger zu bedienen. Für Sprengstoff-Experte Basher (Don Cheadle) für den benötigten Bumms zu sorgen und für Yen (Shaobo Qin) sich wieder bis aufs Äusserste zu verbiegen.

Für zusätzliche Spannung im Hause Ocean sorgt dessen Frau Tess (Julia Roberts), die sich vom Handwerk ihres Gatten eigentlich distanzieren möchte und so für reichlich Unruhe bei den Vorbereitungen und Durchführungen des Coups sorgt. Und als es dann wirklich eng wird, wird Mister Ocean den Ärger am eigenen Leib zu spüren bekommen....


DVD-Rating

Der Vorgänger Ocean's Eleven hat gegenüber dem Nachfolger zwei entscheidene Vorteile: die Einführung der Charaktere war witzig und kurzweilig und den Coup beziehungsweise dessen Planung zu beobachten, machte Spass. Die Neueinführung von Ocean's Twelve, in der man mit Benedict die einzelnen Beteiligten von Coup 1 nochmals abklappert, funktioniert natürlicherweise weitaus schlechter. Leider hinkt auch die ganze Ausheck- und Planungsangelegenheit für den neuen Raub hintennach und der Clou selber ist eigentlich völlig uninteressant. Dass dann noch die Nebengeschichte mit der Europol-Agentin eingeflochten und ein "Duell" der besten Ganoven inszeniert wird, hm...

Steven Soderbergh schaffte es die Besetzung aus Teil 1 zusammenzutrommeln und schubst mit Catherine Zeta-Jones einen weiteren grossen Namen ins Team. Mein Pech also, dass ich in acht Tagen zwei Filme mit Mrs. Douglas anschauen musste, als Schauspielerin halte ich eher wenig von der Dame, wenn sie hier auch eine recht akzeptable Leistung zeigt. Und dass Vincent Cassel nun sozusagen auch noch die lächerliche Turnaufführung von Catherine Zeta-Jones aus Entrapement wiedergeben muss (die Szene war in der Tat in beiden Filmen lachhaft!), setzt dem Ganzen dann auch noch das Krönchen auf.

Ocean's Twelve liefert eine bedächtige, ziemlich voraussehbare Story, gestreckt auf 120 Minuten. In Fahrt kommt der Film erst nach gut einer halben Stunde, wirklich packend ist er eigentlich nie und was den ersten Teil wirklich ausgezeichnet hat, der Humor, fehlt dem Zwölfer-Team allzu sehr. Die besten Momente sind in kleinen Szenen wie beispielsweise in der Bahnhof-Sequenz zu finden, wo sich George Clooney verzweifelt nach seinem Aussehen altershalber erkundigt. Diese kleinen Trouvaillen sind leider viel zu dünn gesät. Ebenfalls geht Ocean's Twelve die im ersten Film wesentlich gelungenere Interaktion zwischen den elf Gaunern fast ganz und damit auch der eigentliche Charme ab. Nach ersten gelungenen Remake des alten Frank Sinatra-Gaunerstücks, doch eine kleine Enttäuschung. Eingespielt hat er der Film freilich sein Geld ganz nach Erwarten.

Es ist wohl davon auszugehen, dass eine Special Edition geplant ist, denn ausser dem US-Trailer bietet die DVD absolut nichts an Besonderheiten. Steven Soderbergh hat dem Film in Teilen einen recht schmutzigen, fast dokumentarischen Touch (wieso auch immer und den dramatischen Standpunkt der unruhigen Kamera entgeht mir ebenso) verliehen, die DVD bringt diesen Aspekt wirklicht gut rüber. Bleibt die Frage, ob Fans des Films die Geduld aufbringen auf eine bessere Edition zu warten.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

09.04.2005 / pb

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