Bad Education - La mala educación (2004)

Bad Education - La mala educación (2004)

La mala Educación - Schlechte Erziehung
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  2. 106 Minuten

DVD-Review: Vergangenheitsbewältigung

Klopf Klopf...
Klopf Klopf... © Studio / Produzent

Madrid 1980: Der Erfolgsregisseur Enrique Goded (Fele Martínez) leidet an Schreibstau. Beim Durchsuchen der Tageszeitung nach einer Geschichte für seinen nächsten Film bekommt er unverhofft Besuch von Ignacio Rodríguez (Gael García Bernal), einem arbeitslosen Schauspieler. Mit ihm war Enrique einst auf derselben Klosterschule. Seither haben sie sich nie mehr gesehen.

...Komm rein und zeig mir, was Du hast.
...Komm rein und zeig mir, was Du hast. © Studio / Produzent

Ignacio, der Ángel genannt werden möchte, weil dies seiner Filmkarriere förderlich sein soll, unterbreitet ihm ein Drehbuch. "La Visita" erzählt von seiner Kindheit im Kloster, dem sexuellem Missbrauch von Padre Manolo (Daniel Giménet Cacho) und der heimlichen Liebe, die sich zwischen ihm und Enrique damals entwickelt hat. Enrique weiss sofort, er hat den Stoff für seinen nächsten Film und die Dreharbeiten beginnen...

Pedro Almodóvar, der sich sonst gerne mit weiblichen Akteurinnen umgibt, verzichtet in La mala educación fast gänzlich auf das "schwächere Geschlecht", beinahe ein Novum rückblickend auf die letzten Filme des Spaniers, in denen er den Männern oft einen "speziellen" Blickwinkel zuordnete, den wir auch hier wieder erkennen. Sagen wir so, er findet auch in La mala educación den geeigneten Dreh sich selber treu zu bleiben. Ein typischer Almodóvar ist und bleibt der Film also dennoch, auch weil er das Leben des Regisseurs im Kindesalter tangiert, laut Pedro Almodóvar aber dennoch kein biografischer Film ist. Und wie immer bei seinen Filmen, man mag sie oder sie nerven gewaltig. Kennt jemand einen Alamdovar ohne Transvestiten???

In La mala educación streift Pedro Almodóvar das Thema Kindsmissbrauch ohne es allerdings in den Mittelpunkt zu stellen, irgendwie bedient er sich dessen fast am Rande um den Film "an den Mann" zu bringen ? man verzeihe mir den nicht gewollten Aphorismus. Verurteilen und gleichzeitig Voyeurismus pflegen? Quasi rückblickend erzählt er eine Geschichte, verschachtelt und recht kompliziert, zu Beginn sehr reizvoll, mit andauernder Länge doch nachlassend.

Wie so oft bei den Filmen von Pedro Almodóvar fasziniert mich die visuelle, atmosphärische Umsetzung mehr als die Geschichte, bei der ich nicht die vielleicht nötige Geduld oder Muse aufbringe, um mich in die oft skurrilen Charaktere und manchmal abstrusen Vorstellungen des Regisseurs einzufinden. Fast so wie mit den Filmen eines Peter Greenaway. Neben der fantastischen Titelsequenz und dem eigentlich tollen Beginn, zerfällt La mala educación in bemühten Andeutungen und Anlehnungen an das Film noir Genre, fast bin ich gewollt zu sagen: doch, ich war enttäuscht!

Extras: Der Extrabereich ist sehr mässig. Das als Making Of angebotene Material ist nichts weiter als ein paar aneinander gereihte Aufnahmen aus dem Film und vom Set. Neben den obligaten Trailern und der Möglichkeit sich die internationalen Pressehefte anzusehen, gibt es noch zwei nicht verwendete Szenen. Das Bild ist sehr schön umgesetzt, satte Farben, hohe Schärfe. Wie bei einem solchen Film zu erwarten, liegt im sauberen Tonbereich wenig aufregendes vor, das ganze ist recht frontlastig abgemischt.

/ pb

Kommentare Total: 8

jimynu

DAS ist noch kino! obwohl ich ihn nur auf dvd geschaut habe ;)

mir gefällt der film auch sehr gut, das mit den verschiedenen personen in verschiedenen epochen bereitete mir zuerst mühe, aber am schluss geht dann doch alles auf... und wenn nicht: gleich nochmal schauen! ;)

ans typische "almodóvar-feeling" muss man sich einfach gewöhnen, da rennen halt schon mal überdurchschnittlich viele trans- und homoselxuelle durchs bild. den titel zum beispiel finde ich sehr schön, und auch sonst gibt es sehr schöne aufnahmen.

fazit: unbedingt ansehen!

clark_kent

Die Geschichte ist genial! Mir gefällt der Film supi!

muri

Trotz Männer in Frauenkleidern und zeitweise etwas langatmigen Szenen war doch recht in Ordnung, was uns hier in luftiger Höhe geboten wurde. Und wenn dann noch ein 1-A-Buffet dazukommt, eine herrliche Aussicht vom Uetliberg, dann vergisst man doch glatt die enge Bestuhlung.

Aber zurück zum Film....

Eingestellt hatte ich mich auf was anderes. Und auch der Titelspann kommt recht pompös. Die Zeitsprünge sind ein bisschen verwirrend, aber schlussendlich kann man diesen Film als durchaus gelungen abtun und dementsprechend Sternli verteilen.

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