Christmas with the Kranks (2004)

Christmas with the Kranks (2004)

Verrückte Weihnachten
  1. ,
  2. 99 Minuten

Filmkritik: Not keeping up with the Jones'

Sind das nicht tolle Ohrenwärmer?
Sind das nicht tolle Ohrenwärmer? © Studio / Produzent

Die Kranks (Tim Allen und Jamie Lee Curtis) sind krank. Sie wollen die Weihnachtsfeier auslassen in diesem Jahr. Das innig geliebte Töchterchen hat sich nach Peru verabschiedet, wo sie für das Peace Korps arbeitet und Vater Krank hat penibel ausgerechnet, dass sich mit einer Kreuzfahrt in der Karibik die Kosten für die Feiertage halbieren liessen. Weihnachten wird deshalb kurzerhand gestrichen. Kein Festessen, keine Baum, keine Spenden an die Wohlfahrt. Nichts, aber wirklich gar nichts soll sein wie sonst immer. Da sind die Kranks konsequent.

Mit ihnen ist nicht zu spassen
Mit ihnen ist nicht zu spassen © Studio / Produzent

Aber die Kranks haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht, in ihrem Falle den lieben Nachbarn. Die Pfadis sind den Tränen nah, als sie den Tannenbaum für die Krank'sche Stube wieder einpacken müssen. Die Papeterie erlebt empfindliche Einbussen in der Kasse, wenn keine Weihnachtskarten für die Kranks verkauft werden können. Und die traditionelle Lichterkette in der Strasse wird durch das lichtschmucklose Hause der Kranks unterbrochen. Kurz, die Kranks machen sich ziemlich unbeliebt. Besonders Vic Frohmeyer (Dan Aykroyd) sieht den zivilen Ungehorsam gar nicht gerne. Unter seinem Oberkommando bildet sich eine Bürgerwehr, die für Weihnacht und Ordnung in der Strasse sorgen soll.

Müsste man das Interesse am diesem Film als Graphik darstellen, mit der verstrichenen Zeit auf der X-Achse und dem Gemütszustand des Zuschauers auf der Y-Achse, käme ein Kurve zustande, die einen Superhang zum Schlitteln abgeben würde. Zu Beginn weit oben im Zustand aufgeregter Unterhaltung mit einigen Lachern wie z. B. der Szene, in der Tim Allen sich Botox hat spritzen lassen und seine Kaumuskulatur nicht mehr unter Kontrolle hat, verkommt der Film gegen Ende zum üblichen Weihnachtskitsch, den man nur richtig geniessen kann, wenn er in schwarzweiss mit James Stewart als George Bailey geboten wird. Irgendwie hat man im letzten Drittel vergessen, noch ein paar Witze einzubauen.

Dabei fängt alles so gut an. Die Absage an den alljährlichen Weihnachtsrausch ist begrüssenswert und die daraus resultierende Missgunst der Nachbarn, die die Kranks regelrecht terrorisieren, ist originell. Nicht zuletzt ergeben sich daraus Szenen, die Jaime Lee Curtis die Gelegenheit geben, im trauten Heim der Panik zu verfallen, wie sie es seit Halloween nicht mehr tat. Doch da der Film ja Christmas WITH the Kranks heisst, wird aus den teuflischen Nachbarn wie durch ein Wunder urplötzlich ein Paradebeispiel an Nachbarschaftshilfe, das mit vereinten Kräften auf die Kitschdrüse tritt damit die Kranks ihren "cranky spleen" auch schnell wieder los werden. Und das ist Schade, denn Geschichten von Figuren, die Weihnachten für schlecht befanden und dann trotzdem bekehrt wurden, sind seit Ebenezer Scrooge und dem Grinch schon zu genüge erzählt worden.

Der Film basiert übrigens auf einem Roman von John Grisham, der mit "Skipping Christmas" mal etwas anderes schrieb als seine sonst üblichen Juristen-Romane.

/ rm

Kommentare Total: 10

farossi

ein paar lacher hat er schon... 😄
im endeffekt nicht mehr als eine 08/15 komödie und ein noch schlechterer weihnachtsfilm.
tja und wegen tim allen: der soll meinetwegen weiterhämmern...

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Der Anfang ist noch vielversprechend und witzig. Doch danach wird es mir zu moralisch und langweilig.

El Chupanebrey

Eigentlich ein guter Film, doch das Buch wurde etwas verharmlost. Schade, es war nämlich bitterböse und zynisch.

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