Uptown Girls (2003)

Uptown Girls (2003)

Uptown Girls - Eine Zicke kommt selten allein
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  2. 92 Minuten

Filmkritik: Wer ist hier erwachsen?

Schlaf-Arbeit?!
Schlaf-Arbeit?!

Molly Gunn (Brittany Murphy) ist sowas wie das unerwachsenste Partygirl der New Yorker Szene. Als ausgeflippte und etwas verwöhnte Nudel und Tochter einer echten Rocklegende (R.I.P.) steht zuoberst auf den V.I.P.-Listen: Designer reissen sich darum, sie bekleiden zu dürfen, die reichsten und best aussehendsten Junggesellen stehen Schlange, um von ihr ein Date zu kriegen, und ihre Geburtstags-Überraschungsparty ist der heisseste Event der Stadt... Mollys Leben ist eine nie endende Party.

Doch als Mollys Erbschaft von ihrem Buchhalter geklaut wird, kommt die Party zu einem abrupten Ende. Die junge Frau muss sich irgendwie über Wasser halten und dazu etwas tun, was ihr bisher keine Kopfschmerzen bereitete: einen Job suchen.

Pfui! Hot-Dog?!
Pfui! Hot-Dog?!

Unter Mithilfe ihrer besten Freundin Ingrid (Marley Shelton) und dem trendy Musiker-Agent und Kumpel Huey (Donald Faison), findet Molly eine Arbeit als "Nanny" der Tochter der sehr einflussreichen und reichlich oberflächlichen Musikproduzentin Roma Schleine (Heather Locklear). Molly erste "richtige" Arbeit besteht in der Betreuung der zierlichen Ray Schleine (Dakota Fanning), ein übervorsichtiges, vom Benehmen her einem Erwachsenen in nichts nachstehendes "Mädchen", das sich mit Zwängen wie "alles ausserhalb unserer Familienwohnung ist schmutzig und voller Bakterien" sowie "perfekt ist nicht perfekt genug" das Leben erheblich erschwert.

So ist auch die emotionale Beziehung zur Mutter nicht wirklich vorhanden. Es fehlt ihr an der kindlichen Freude und Unbeschwertheit, an Stabilität und Selbstachtung... was sie mit totaler Kontrolle auszugleichen versucht.

Molly, unsere Rockertochter hingegen ist das pure Gegenteil der kleinen Ray. Während diese alle Probleme der Welt auf ihren jungen Schultern trägt, gelingt es Molly nicht, das Leben von der etwas ernsteren Seite zu betrachten. Ein Paar hat sich gefunden. Und wer weiss, was die eine von der anderen lernen kann...

Ja, ja. Am Ende hab' ich dann doch ein Tränchen vergossen. Warum nicht einmal ein Rating von hinten aufzäumen? ;) Folgendes: Zu meinem Glück dauerten die "Uptown Girls" nur um die eineinhalb Stunden; länger wäre wirklich zuviel gewesen. Denn von Originalität spruzt die Story nicht gerade - eher im Gegenteil. Erneut (haben wir nicht langsam genug davon?!) wurden altbekannte Szenarien aus anderen - wahrscheinlich erfolgreichen - Filmen raugeschnitten, Teenie-tauglich umgesetzt resp. neu verpackt und dann im Losverfahren zusammengestellt. Kurz und gut, die Story ist *gähn* und *doppelgähn*. Und mich verwunderst im Nachhinein umso mehr, dass die Verantwortlichen es dennoch geschafft haben, bei mir Sentimentalität hervorzurufen.

Abgehakt hätt' ich also mal die Story; ein solches Gute Nacht Geschichtchen zieht einfach nicht mehr! Hey, Hollywood: Wir wollen Besseres!!

Die Akteure des Films geben sich eine Heidenmühe, das letzte bisschen Einzigartigkeit rauszuholen, wo's eigentlicht nichts rauszuholen gibt. Die ausgeflippte Brittany Murphy und ihre kleine, "erwachsene" Lehrer-Darstellerin Dakota Fanning sind es schliesslich, die dem Film Leben einhauchen und den Zuschauer im Wachzustand behalten. Die zwei jungen Damen haben tatsächlich ein Gespür fürs subtil Witzige; ihre Performance erinnert an Slapstick-Komödien der 70er Jahre... really good!

Viel mehr gibt's eigentlich nicht zu besprechen. Übrigens: Der Schönling des Films hat mehr genervt als irgendwelche Herzen erobert - muss das so sein? Uptown Girls ist ein durchschnittlicher Film, der mich nicht ganz überzeugen konnte. Aber easy-peasy. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und für gegenteilige Ansichten hab' ich selbstverständlich ein offenes Ohr... und man glaubt es kaum - ich würde mich drauf freuen!

/ nd