The Texas Chainsaw Massacre (2003)

The Texas Chainsaw Massacre (2003)

  1. 98 Minuten

Filmkritik: Pack die Kettensäge ein, Thommy

Here comes Thommy!!
Here comes Thommy!!

Sommer 1973: Fünf junge Leute sind in einem Dodge-Bus unterwegs nach Dallas, um ein Lynyrd Skynyrd-Konzert zu besuchen. Die Stimmung im Bus ist ausgelassen. Plötzlich erscheint aber wie aus dem Nichts eine Frau auf der Landstrasse und wird beinahe von dem Bus überfahren. Sie scheint verwirrt zu sein, redet unverständlich und von Todesangst gezeichnet vor sich hin. Widerwillig lässt sie sich von der Gruppe mitnehmen, doch als die Fahrt sie scheinbar an den Ort des erlebten Horrors zurückbringt, dreht sie völlig durch und erschiesst sich.

Auf der Suche nach Hilfe stösst die junge Clique in einer kleinen, abgelegenen Stadt auf deren äusserst seltsamen Einwohner: Die Tankstellenwirtin, der Sheriff und der alte Mann im Rollstuhl scheinen alle etwas Schreckliches zu verbergen.

Unter mysteriösen Umständen verschwindet bald schon der erste der Gruppe. Die anderen machen sich fieberhaft auf die Suche nach ihm, ahnungslos, wer oder was Schreckliches auf sie wartet.
Und dann ertönt auch schon das Geräusch einer Kettensäge...

"Wie bitte, Tobe Hooper's Texas Chainsaw Massacre (1974) wurde neu verfilmt? Und Michael "ich mach jetzt einen Film, den die Welt nicht braucht und nenn ihn Bad Boys 2" Bay produzierte das Ganze?? Allmächtiger, steh uns bei!" So ähnlich waren meine Gedanken, als ich vom Remake dieses absoluten Klassiker seines Genres hörte. Wobei ich hier einwenden muss, dass mir, nachdem ich den Film gesehen hatte, der Begriff Remake für den neuen Film nicht so recht passen mag: Klar, die Story bzw. die Idee ist zweifelsfrei die selbe, doch abgesehen vom Grobmuster unterscheiden sich die beiden Filme meines Erachtens zu sehr, als dass man die neue Produktion so einfach als Neuaufguss abtun könnte, denn dramaturgisch ist er teilweise völlig anders. Nun, wie dem auch sei, die Macher selber nennen ihren Film ein Remake, also dürfen sie den Direktvergleich mit dem Original nicht scheuen. Und eben genau in diesem Vergleich geht der Neuling hoffnungslos baden! Kurz und prägnant: Während keinem Moment, keiner Szene kann dieser Film dem Original das Wasser reichen, weder atmosphärisch noch vom "Thrillfaktor" her!

Aber wisst ihr was? Gebt dem neuen Film trotzdem eine Chance. Vor allem wenn ihr das Original (noch) nicht gesehen habt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er dem einen oder anderen von euch gut bis sehr gut gefallen wird, Voraussetzung ist natürlich immer, man mag solche Filme.

Der Film bietet einen recht hohen Spannungsbogen, der schon früh im Film aufbaut und erst ganz zum Schluss, wieder abfällt. Dazwischen bleibt ständig die Ungewissheit und die Anspannung, was wohl als nächstes bzw. ob was passieren wird; unheimliche Melodien/Geräusche oder das pure Gegenteil Totenstille tun dazu ihr weiteres.

Schauspielerisch gibt's nichts zu bemängeln. Klar, hier werden allesamt keine schauspielerischen Höchstleistungen vollbracht, an die man sich in 10 Jahren noch erinnern wird, doch man nimmt den Jungschauspielern um Jessica Biel ihre Angst, ihr Entsetzen und ihre Hysterie durchwegs ab, und das ist wohl auch das wichtigste, denn davon lebt der Film ja auch zu einem grossen Teil. Zu erwähnen ist auch R. Lee Ermey, der den Part des äusserst zwielichtigen und sadistischen Sheriffs scheinbar voller Hingabe und mit Inbrunst spielt.

Doch etwas störte mich dann doch noch: Irgendwie nimmt man es den Jungschauspielern nicht ab, dass sich die Geschichte im Jahr 1973 spielt. Zu gestylt, zu sehr auf Hochglanz poliert und zu sexy kommen sie daher, selbst wenn sie gerade in eine Pfütze oder in den Dreck gefallen sind. Versteht mich nicht falsch, ich hab absolut nichts gegen schöne sexy Frauen, speziell die Jessica Biel find ich ja ein lecker Mädchen, aber in einem solchen Film hab ich keine Augen für so was.

Zum Schluss bleibt zu sagen, meine anfänglichen Bedenken sind verflogen... Jungregisseur Marcus Nispel ist mit seinem Film ein spannungsgeladener Schocker gelungen, der seine Wirkung kaum verfehlen wird. Klar spricht er mit seinem Werk die breitere Masse an als dies Tobe Hooper mit dem Original tat, dennoch distanziert sich der Film doch vom mittlerweile populären Teenie-Slashermovie à la Scream oder I know what you did last summer. Dass Michael Bay das Ganze produziert hat überrascht schon ziemlich, wenn man sein bisheriges Schaffen betrachtet. Den Schritt in was Neues muss er aber keinesfalls bereuen und ist ihm anzurechnen. Vielleicht hat er ja ein Genre neu für sich entdeckt?

/ pv

Kommentare Total: 47

mülltonne

Michael Bay kann auch anders, wie er als Produzent beweist. Das Remake von Tobe Hoopers öfters mal zensierten und verbotenen "Blutgericht in Texas" kann trotz seines Hochglanzlooks vollends überzeugen. Marcus Nispel kreierte einen sehr spannenden Horrorfilm, der den Terror der OV aufgreift und mit einigen brutalen Goreeffekten verbindet.😄

pb

typischer 08/15 horror ohne kopf und ohne seele, einfach nichts besonderes. typisch hochgestylter remakekram.

[Editiert von pb am 2007-10-27 22:19:38]

Chemic

Zitat CodyMaverick (2007-10-12 11:47:59)

Gehtz dir noch gut? Was hab ich denn falsches gesagt? Der Typ im Rollstuhl war mein Liebling im Original. Er war für die Spannung sehr effektiv. Er ist der erste, dem man helfen will, aber nicht kann. Und beleidigen kannst du jemand anderen.

Ja sry dachte zuerst du meinst den Alten vom Leatherface. Aber mal was anderes, bewerte doch die Filme denen du deine mehr oder wenigen geistreichen Beiträge hinzufügst. 😉

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