Swimming Pool (2003)

Swimming Pool (2003)

  1. ,
  2. 102 Minuten

DVD-Review: Feuchter Krimi....

Ohlala....
Ohlala....

Inspiration ist die Basis eines jeden Schriftstellers. Wenn diese fehlt, sprudelt's nicht mehr und die Geschichten und Bücher werden zur Qual. Das passiert Sarah Morton (Charlotte Rampling). Ihres Zeichens Krimi-Autorin aus London und eigentlich recht erfolgreich. Doch sie hat es satt, immer nur über Mord und Totschlag zu schreiben und nimmt, auf der Suche nach eben jener neuen Inspiration, das Angebot ihres Verlegers John Bosload (Charles Dance) dankend an. So darf sie eine Weile in seinem Häuschen auf französischem Land wohnen und sich von der Stille und der neuen Umgebung inspirieren lassen. Immer in der Hoffnung, dass das Buch, dass sie schreiben will, ein Hammer wird.

The sun always shines in France...
The sun always shines in France...

Als eines Tages Bosload's Tochter Juli (Ludivine Sagnier) auftaucht, stossen zwei Persönlichkeiten aufeinander, die der Stille und Ruhe dieses Häuschens ein Ende setzen. Auf der einen Seite die englische, konservative und steife Sarah, die schüchtern, anständig und verklemmt ist. Ihr gegenüber die junge, blonde, gutaussehende Tochter, die Männer verschlingt, Party macht und das Leben so geniesst, wie's kommt.

Natürlich geht es nicht lange und die ersten Reibungspunkte sind da. Allerdings scheint es so, dass sich diese unterschiedlichen Frauen nach und nach immer mehr angleichen. Die Ältere wird frecher, die Jüngere nimmt Gas zurück und scheint sich zu Sarah's Muse zu entwickeln. Je länger die beiden zusammenwohnen, desto besser geht das Buch voran. Als dann schlussendlich noch ein Mord passiert, muss sich zeigen, ob die inzwischen geknüpfte Bande zwischen den Frauen, dieses Ereignis aushalten kann...

Als ich den Film eine gute halbe Stunde begutachtet habe, fiel mir eigentlich nur eine Sache auf. Nämlich, dass dieses Haus mit dem Swimming Pool wirklich schön ist und ich auch nichts gegen Ferien dort einzuwenden hätte.... Zu dieser Aussage komme ich, weil im ersten Teil des Filmes praktisch nichts passiert. Zwar bemerkt man die ansteigende Spannung und die gegensätzlichen Figuren, aber so richtig packen tut der Film erst später.

Dann nämlich als man langsam aber sicher merkt, wie sich die Figuren angleichen. Die Schriftstellerin schreibt über die Blondine. In ihr sieht sie genau das, was sie eigentlich auch machen will, aber aus Scham, Angst (oder ist's das Alter?) sich nicht getraut. Ein Duell zweier sehr gut gespielter Charaktere nimmt seinen Lauf und endet im verwirrenden und trotzdem irgendwie versöhnlichem Abschluss.

Schauspielerisch kann ich nicht viel dazu sagen. Ich kannte diese Frauen und Männer (mit einer Ausnahme..) vorher nicht. *shame on me* Charlotte Rampling spielt überzeugend und verklemmt, öffnet sich (wörtlich genommen...) aber mehr, je länger der Film dauert. Ihr Gegenpart Ludivine Sagnier hüpft halt meist barbusig durch's Bild und ist ganz klar der Erotik-Faktor in diesem Film. Aber auch sie macht die Sache sehr gut und im Laufe der Geschichte (und vor allem am Schluss) wird man als Zuschauer vor grosse Fragezeichen gesetzt. Was ist jetzt wirklich geschehen? Wer war jetzt genau was? Und überhaupt....

Fazit: Trotz teilweise fehlender Spannung hat mir Swimming Pool sehr gut gefallen. Ich hätte mir am Anfang etwas mehr Intensität gewünscht, kann aber mit dem gebotenen absolut gut leben. Swimming Pool ist ein etwas anderer Krimi, der sich auch auf Theaterbühnen, denke ich, sehr gut machen würde. Denn mehr als 3-4 Schauspieler braucht man dazu nicht.

Die vorliegende DVD, übrigens die französische Ausgabe, bietet ausser Trailer (Films-Annonces) nichts. Diese sind dafür zwischen 30 Sekunden (*ups, schon vorbei*) bis knapp 5 Minuten (*für was muss ich jetzt den Film noch sehen*). Ein bisschen mehr hätte hier schon noch reingepasst... Aber die Ausstatter lagen wohl lieber am Swimming Pool. *g*

/ muri

Kommentare Total: 22

Ghost_Dog

Zitat th (2003-08-02 23:13:46)

spass beiseite: swimming pool hat vorallem in der ersten hälfte seine längen.
...sobald die julie eintrifft gehts dann aber mächtig an die sache, und der film gewinnt an tempo und spannung...

das triffts gut. bis die kleine kommt, herrscht ausser schönen bildern langeweile.

dann aber: ein bisschen zu viel möchtegern-softcore ambiente: die alte frigide zicke beneidet die (vermeintlich?) knackig junge geile ische, dies mit jedem treibt. hmhm, das männerherz lacht, wenn blondie in jeder szene nackig rumtanzt. aber es wirkte irgendwie zu angestrengt lolita-sexy und pseudo-schockierend.

der schluss wiederum macht vieles wieder gut, er lässt in der tat raum für denkspiele, frei nach dem motto: wie "echt" sind geschichten? wieviel gibt ein author zwangsläufig von seinem innersten preis, wenn er seine gedanken zu papier bringt? oder saugt er sich nur was aus den fingern? jaja... geschichten, die das leben (eben nicht) schrieb. 😉

pb

😄 auch eine, wenn auch unverschähmte, auslegung!!!

papp

meine version ist anders;die ganze rhamenhandlung mit der verklemmten engländerin und dem mord dienen nur als alibi damit wir sabbernd die mal mehr mal weniger bekleidete ludivine betrachten können.
nachdem die schriftstellerin ihre ungesunde quark und dietcoke-ernährung gegen brauchbares wie gänseleberpastete landwurst und rotwein ausgetauscht hat leistet sie sich genüsslich den gärtner zum dessert.

fazit: ein film für genussmenschen 😊

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