White Oleander (2002)

White Oleander (2002)

Weisser Oleander
  1. 109 Minuten

DVD-Review: Nichts für Freunde der Botanik!

"Ma, ich glaub du hast Schuppen!"
"Ma, ich glaub du hast Schuppen!" © Studio / Produzent

Als die Künstlerin Ingrid Magnussen (Michelle Pfeiffer) wegen Mordes (als Tatwaffe kommt die giftige, titelgebende Pflanze in Betracht) an ihrem Geliebten lebenslang ins Gefängnis wandert, wird ihre Tochter Astrid (Alison Lohman) vom Jugendamt an Pflegefamilien vermittelt. Sie erlebt dort ihre Pubertät, wird mit sexuellen Verführungen, anderen gescheiterten Existenzen und menschlichen Wracks konfrontiert, von Familie zu Famile geschoben. Auf der Suche nach der dringend benötigten Geborgenheit scheitert der Teenager immer wieder. Und aus dem Gefängnis heraus bestimmt Ingrid immer noch das Leben von Astrid, bis diese das selbige eigens in die Hand nimmt.

Klingt alles ganz schön dramatisch, nicht? Keine Angst, ist nicht halb so schlimm. White Oleander kriegt die Story in einem begrenzten Gefühlsmasse gerade noch so auf die Reihe, dass man nicht tränenüberflutet das Tissuekästchen sucht, wenn auch das Tempo arg verschleppt wird und einen deshalb schon zu Tränen rühren könnte. Vor 20 oder 30 Jahren hätte das problemlos funktioniert (siehe Ordinary People, Robert Redfords Regiedebüt), heute läuft das Publikum einem solchen Film kaum mehr nach - daran können selbst Grössen wie Michelle Pfeiffer, René Zellweger oder Robin Wright Penn nichts ändern. Insbesondere dann nicht, wenn dem Film die Tiefe abgeht und er nicht gerade, obschon so erzählt, realitätsnah ist und überfabriziert wirkt.

Den Hauptdarstellerinnen gelingt es aber auch nicht, ihre aufgesplitteten, episodenhaften Parts wirklich packend rüberzubringen, dazu ist das Drehbuch einfach zu schwach. Dem Film, der es meines Wissens nie in die Schweizer Kinos geschafft hat, haftet ausserdem eine Art "bessere" Seifenopern-Fernsehqualität an, zu farbig und sonnendurchflutet wirken die Bilder. Und ja, wir wissen, dass Frau Pfeiffer eine schöne Frau ist, Regisseur Peter Kosminsky zeigt uns das ständig. Mirakulöserweise scheint die Gefängniszeit weder ihrer Frisur noch ihrem perfekten Teint etwas anzuhaben.

In der arg geschwächten Bonussektion entschied man sich merkwürdigerweise dazu, für die Deutsche bzw. Schweizer DVD die Deleted Scenes wegzulassen. Nicht nett, aber wohl auch nicht allzu schlimm. Sonst gibt's noch ein paar PR-Interviews und eine B-Roll-Sequenz. Das Bild wirkt etwas gar hell und unausgeglichen, doch fehlt hierzu natürlich der Vergleich mit der Kinokopie.

/ pb

Kommentare Total: 4

fifilein

Mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen. Ich habe auch das Buch gelesen und muss sagen, dass es sich hierbei sicher um eine Buchverfilmung der oberen Liga handelt. Bis auf wenige Kleinigkeiten wurden die wichtigsten Teile des Buches wiedergezeigt und die Schauspieler haben ihre Figuren sehr gut dargestellt.

fearing is believing

ich fand den Film, wie ich erwartet hatte, sehr gut. Die Schauspieler sind alle überzeugend und glaubwürdig und vorallem die Mutter-Tochter Beziehung und deren Entwicklung wurde sehr gut gezeigt. Der Film ist nicht zu lange sondern das Tempo ist gerade perfekt. Es wurde mir nie langweilig und die "langen" Szenen brauchte man, um nachzudenken. Der Filmw urde nicht überdramatisiert und auch nciht auf die Tränendrüse wurde gedrückt. Die Bilder sind schön, wie die Blume selbst und die Musik passt auch. Ein schönes Drama, dass zum nachdenken anregt.

niniel

Ich würde den Film nicht gerade zu meinen Lieblingsfilmen zählen. Einmal kann man ihn wohl schauen, doch nochmal ?? Nee muss nicht sein. Die Story wirkt auf mich wirklich nur als das abarbeiten der verschiedenen Zeitpunkte der Geschichte.Ein Ereignis nach dem anderen, aber für mich nicht immer in verlaufenden Übergängen, so das man in die Geschichte hineingezogen werden könnte. Nichts da!! Zwar in ordnung aber nicht zum wiederholten mal.

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