Red Dragon (2002)

Red Dragon (2002)

Roter Drache
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  3. 124 Minuten

Filmkritik: Am Anfang war der Appetit...

Mann mit Biss
Mann mit Biss © Studio / Produzent

Serienmörder üben auf viele eine gewisse Faszination aus. Ihre Taten schockieren und faszinieren zugleich. Je verrückter der Täter, desto schwieriger für die Ermittler seine nächsten Schritte vorauszusehen und - hoffentlich - zu verhindern. Doch manche sind in ihrer Verrücktheit so genial, dass selbst die besten Profiler resignierend ihre Unwissenheit zugeben müssen... So auch im Fall "Tooth Fairy". Schon zweimal hat der Mörder (Ralph Fiennes) zugeschlagen, gleich ganze Familien bei Vollmond niedergemetzelt und verstümmelt. Wer er ist? Keine Ahnung. Seine nächsten Opfer? Keine Ahnung. Sein Motiv? Keine Ahnung.

Jenseits von Gut...
Jenseits von Gut... © Studio / Produzent

Eigentlich ein Fall für Will Graham (Edward Norton). Vor Jahren gelang es ihm den berühmt berüchtigten Dr. Hannibal "The Cannibal" Lecter (Anthony Hopkins) zu überführen. Seine Fähigkeit, sich in die Täter und ihre Greueltaten zu versetzen war vielen unangenehm - so auch Graham selber, besonders nach seinem beinah tötlich endenden Zusammentreffen mit Lecter. So ging er, nachdem seine Wunden verheilten, in den Ruhestand und zog mit seiner Familie in ein kleines Käffchen in Florida.

... und Böse!
... und Böse! © Studio / Produzent

Doch einmal Jäger, immer Jäger: Als Agent Jack Crawford (Harvey Keitel) ihn um Rat und Mithilfe beim unlösbar scheinenden Fall bat, weckt Graham noch einmal seine Instinkte... Nach Besuchen der Tatorte in Atlanta und Birningham steht für Graham bald mal fest: Will er den Mörder fassen, so braucht er Unterstützung von einem ähnlich krank und verrückt Denkendem... Und das wiederum bedeutet: Termin bei Dr. Hannibal Lecter!

Eigentlich schade, Dr. Lecter bleibt diesmal dezent im Hintergrund, keine grossen kannibalischen Massenorgien, keine übergestülpten Menschenhäute. So spielt Anthony Hopkins eigentlich nur eine Nebenrolle, und trotzdem kontrolliert, beeinflusst und steuert "sein" Hannibal geschickt aus seiner kleinen Zelle die beiden Hauptpersonen Graham und Mörder Francis Dolarhyde und damit das ganze Geschehen. Klever. Edward Norton spielt dabei seine Rolle so perfekt wie immer, vorallem dank der guten Einstiegsszene zweifelt keiner an der Glaubhaftigkeit seines darzustellenden Charakters. Richtig überraschen tut jedoch Ralph Fiennes als Dolarhyde. Bisher eher für ruhige Dramenrollen bekannt (The English Patient, Schindler's List, The End of the Affair, ...), scheint er auch im Genre Thriller zuhause zu sein: einfach genial, wie er den besessenen Mörder verkörpert.

Ein guter Schnitt (Regisseur Brett Ratner ist unter anderem für seine Musikvideos bekannt), stimmige und dezent gehaltene Filmmusik und eine durchdachte Story tun das ihrige und verhelfen dem Film zu einem positiven bleibenden Eindruck. Trotzdem erreicht Red Dragon nicht ganz das Niveau von The Silence of the Lambs, überflügelt aber Hannibal bei weitem. Wie auch Manhunter, die erste (recht erfolglose) Verfilmung von Thomas Harris's Roman Dragon, ist Red Dragon zeitlich vor den schweigenden Lämmern angesiedelt, klärt über Lecters dunkle Vergangenheit auf und bildet schlussendlich einen nahtlosen Übergang.

Fazit: Ein Horrorthriller vom Feinsten, aufgetischt und präsentiert vom Le Maître Dr. Hannibal Lecter.

/ Thomas Hägi [th]

Kommentare Total: 13

mr.wolf

War nicht schlecht aber an "das Schweigen" kam dieser film nicht ran. Nach fight club finde ich edward norton zwar gut, aber hier hätte auch jeder andere seine rolle übernehmen können(ausser adam sandler vielleicht😉)
Aber Anthony hopkins ist so gut wie eh und jeh.

V8 Power

Ein sehr spannender Film, der gleich stimmungsvoll einleitet. Die Schauspieler sind allesamt sehr gut und spielen ihre Rollen glaubhaft. Etwas störend, dass wieder der Psychopath als eigentlich armes Wesen dargestellt wird und somit hat man etwas Mitleid mit diesem Psycho. Das kann man sehen wie man will... zum Glück raubt es in diesem Film aber nicht die Brutalität des Täters. Das Ende finde ich auch sehr gekonnt.

pb

endlich hab ich das ding nun auch gesehen. ist deutlich besser als der äusserst mässige Ridley Scott Hannibal. Feiner "Vorläufer" zu Silence of the Lambs. So ganz erwärmen für Edward Nortons nervöses Spiel konnte ich mich allerdings nicht.

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