The Pianist (2002)

The Pianist (2002)

Der Pianist
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  3. 150 Minuten

DVD-Review: Spiel mir das Lied mit dem Flügel

Wladyslaw spürt, dass die Zukunft ungewiss ist
Wladyslaw spürt, dass die Zukunft ungewiss ist © Studio / Produzent

Warschau 1938, der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor und dies bleibt bei den 400'000 Juden in der Stadt nicht unbemerkt. Auch der anerkannte Pianist Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody) gehört zu dieser Glaubensgruppe und lebt mit seiner Familie in einer Wohnung im Stadtzentrum. Er ist für sein Leben gerne am Flügel und das mit grossem Erfolg. So spielt er nicht nur in vornehmen Restaurants sondern auch für den örtlichen Radiosender.

Die Juden werden vorgeführt
Die Juden werden vorgeführt © Studio / Produzent

Alles könnte so perfekt sein, doch der Kriegsbeginn, und somit der Angriff auf Polen, steht unmittelbar bevor. Und so beginnt es, dass die Juden über die Zeitung aufgefordert werden Abzeichen zu tragen und später auch ihre Wohnungen zu verlassen um in ein, speziell für sie gebautes, Sperr-Gebiet zu ziehen. Dort angekommen müssen sie unten durch da alle Juden auf engstem Raum zusammenleben, fast keine Arbeit haben und somit auch auf eine regelmässige Nahrung verzichten müssen.

Das sehr schön animierte Menü
Das sehr schön animierte Menü © Studio / Produzent

Das Ziel der Familie ist es zusammenzubleiben, doch als auf einmal ein halbes Dutzend Güterwagons angerollt kommen und fast alle Juden an einen "besseren Ort" (Zitat eines Deutschen Soldaten) transportiert werden, wird Wladyslaw aus der Familie gerissen. Denn dank seiner künstlerischen Begabung hat er viele Freunde und einer davon rettet ihn knapp vor der Reise in ein KZ vor dem sicheren Tod.

Nun beginnt für ihn der Überlebenskampf und die Hoffnung auf das Ende des Krieges. Doch dieses ist noch einige Jahre entfernt und nur durch Hilfe von weiteren Freunden, auch nicht Juden, und seinem grossen Willen zu überleben bleibt die Hoffnung erhalten. Doch was er in diesen fünf harten Jahren durchmachen muss ist kaum vorstellbar...

Leider habe ich den Film letztes Jahr im Kino verpasst und als ich hörte, dass er für sieben Oscar's nominiert wurde und drei davon gewann, ärgerte ich mich doppelt. Nun zum Glück ist der Film jetzt auf DVD erschienen und ich konnte ihn endlich anschauen.

Gleich vorweg The Pianist ist keine leicht verdauliche Kost denn man hat sich nicht gescheut die brutale Vorgehensweise der Nazis gegenüber den Juden realistisch darzustellen und so muss man oft leer schlucken und es ist unvorstellbar, dass sich das tatsächlich vor nicht einmal 60 Jahren so ereignet hat.

Der Film, der auf einer wahren Geschichte beruht, ist ein Meisterwerk und überzeugt auf ganzer Linie. Das beginnt schon bei den Schauspielern die hervorragende Arbeit leisten und ihre Rollen äusserst authentisch spielen. Allen voran Adrien Brody, der zwar verdienter aber überraschenderweise den Oscar als beste männliche Hauptrolle eingeheimst hat. Der New Yorker hat eine lange Bildpräsenz und spielt die verschiedenen Gefühlslagen absolut brillant.

Zum Glück stimmt auch alles weitere drum herum: Die Umgebung und Kulisse, die schöne Musik und natürlich, das Wichtigste, die Geschichte. Diese ist im Gegensatz zum "Vergleichsfilm" Schindler's List stärker auf eine Person bezogen und begleitet diese 148 eindrückliche Minuten durch die fünf harten Jahre des zweiten Welt Kriegs. Dennoch fehlt dem Film noch das gewisse Etwas um an Steven Spielberg's Meisterwerk heran zu kommen und so unsere Bestnote zu erhalten.

Die technischen Eigenschaften der DVD müssen sich hinter dem Film nicht verstecken. Sowohl das Bild als auch der Ton überzeugen und gerechtfertigen den etwas höheren Preis. Lediglich beim, aufgrund der Überlänge des Films, zusätzliche Silberling auf dem die Extras untergebracht sind, hätte man sich mehr gewünscht. Zwar ist die fast 40 Minuten lange Dokumentation über den Film sehr interessant, doch sonst findet man "nur" noch den Trailer und eine Poster- und Foto-Galerie. Bei der "Special Edition"-Version liegt zusätzlich noch eine CD mit Auszügen (25 Min.) aus dem Soundtrack bei.

/ sj

Kommentare Total: 21

andycolette

Einmal mehr sieht man wie grässlich die Menschen sein können!!!! Absolutes Meisterwerk vom Roman polanski!!!!

First It Giveth

Sehr stilvoller Film. Die Musik besteht nur aus Klavierstücken die meist vom Protagonisten oder vom Hintergrund gespielt werden. Die Stücke sind sehr einfühlsam und passen gut zu den Sequenzen, mal was Neues. Auch die Atmosphäre hat sich sehr gut zu den schrecklichen Ereignissen angepasst, deshalb gefällt mir das auch eine Spur besser als Schindlers Liste, da Letzteres trotz der extrem schlimmen Geschichte teils zu überdramatisiert war (und das kitschige Geigenspiel nervte bei SL mit der Zeit gewaltig). Die Darsteller spielen hervorragend, das Ende hat mir auch sehr gefallen, einziges Manko: Der Film ist doch etwas zu lang ausgefallen.

[Editiert von First It Giveth am 2007-06-11 18:03:50]

summerfeeling

Noch selten habe ich einen Film gesehen der mich so berührt hat.... Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist hervorragend.....

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