Valentine (2001)

Valentine (2001)

Schrei, wenn Du kannst
  1. ,
  2. 96 Minuten

DVD-Review: Ich schenk dir den Tod von Herzen

Hei Barbi wo ist Ken?
Hei Barbi wo ist Ken? © Studio / Produzent

Valentinstag. Beim alljährlichen Schulball merken die Aussenseiter meistens am deutlichsten, dass sie nicht akzeptiert werden. So geht aus auch dem kleinen Jeremy Malton, der bei allen seinen Schwärmen gnadenlos abblitzt, denn grosse Hasenzähne und Brille sprechen nun mal nicht für ihn. Schliesslich kann er doch bei der pummeligen Dorothy landen und sie für eine Knutscheinlage unter die Treppen entführen. Doch als sie von Klassenkameraden entdeckt werden, behauptet Dorothy, dass sich Jeremy gegen ihren Willen an sie herangemacht habe. Sofort reissen ihre Klassenkameraden Jeremy die Kleider vom Leib und verprügeln ihn aufs brutalste.

Ja, das habe ich mir auch gedacht...
Ja, das habe ich mir auch gedacht... © Studio / Produzent

Rund ein Jahrzehnt später nähert sich der Valentinstag aufs Neue. Aus Dorothy (Jessica Capshaw) und ihren Freundinnen Paige (Denise Richards), Kate (Marley Shelton), Lily (Jessica Cauffiel) und Shelley (Katherine Heigl) sind stattliche Frauen geworden, und der Vorfall in ihrer sechsten Klasse ist schon lange vergessen. Deshalb schenken sie den komischen Valentinskarten, die alle mit J.M. gekennzeichnet sind, keine Bedeutung und führen ihr Leben weiter, das sich primär um Jungs, Parties und ihre Ausbildung dreht. Doch dann wird Shelley brutal ermordet, Lily erhält madendurchsetzte Schokolade, und Kate wird bei sich zuhause bedrängt. Langsam setzen die Frauen das Puzzle zusammen. Während die Polizei fieberhaft nach dem Mörder sucht, schweben sie bereits in tödlicher Gefahr...

Nach Wes Cravens Scream öffneten sich in Hollywood die Schleusen, und wie schon nach Friday the 13th in den 80er wurde der Markt aufs Neue von Slashern überrollt. Die I know what you did last Summer - Serie wurde gestartet, Urban Legend lief vom Stapel und Valentine folgte kurz darauf. Bis auf Scream, der auch mit einer durchaus interessanten Story auffuhr, hinterliessen jedoch wenige einen wirklich bleibenden Eindruck, wie auch Valentine, der bis auf wenige Momente kaum überzeugen kann.

Wie üblich bei Slashern geht auch bei Valentine ein Killer um, der sich an einer Gruppe Jugendlicher rächen will, die alle etwas verbindet. Diesmal fahren sie jedoch nicht mit einem VW Bus irgendwo in den Wald oder verschweigen einen Todesfall, nein, es sind einfach ein paar Mädchen, die als Kinder eine Dummheit gemacht haben. So dramatisch es klingt, so ist es letztendlich auch. Nach einem kurzen Intro, das bereits der Ursprung und Grund für das ganze Gemetzel zeigt, geht es nach einem kurzen Zeitsprung bereits mit einem ersten Mord los. In diesen ersten Minuten hat Valentine seine stärksten Momente, die mit dem Mord in der Leichenhalle, mit guten Soundtrack und düsterer Stimmung die Hoffnung auf einen ganz ordentlichen Schnetzler wecken. Obwohl einige Mordszenen, wie die Whirlpoolszene, durchaus noch kreativ sind, wird es nicht nur langweilig sondern auch durchschaubar und öde.

Inzwischen scheint es so zu ziemlich allen möglichen Feiertagen, inklusive 1. April und Weihnachten Horrorfilme zu geben. Valentine nimmt sich den Valentinstag vor, dem eigentlichen Tag der Liebe - oder der Blumenindustrie, je nach Perspektive. Warum eigentlich nicht, doch Urban Legend-Regisseur Jamie Blanks liefert so ein lächerlich banales Szenario ab, dass es bereits nach wenigen Minuten durchschaut ist und ausser kurz am Anfang nie eine Spannung entwickelt. Der eigentliche Cast liefert nur mässige Leistung ab. Obwohl Denise Richards später das Bond Girl wurde, David Boreanaz als Angel die TV-Screens unsicher macht und Marley Shelton in Planet Terror als Killerkrankenschwester zu sehen ist, will keiner mit ihren öden Reissbrettcharakteren annähernd überzeugen oder Sympathien wecken. So dümpelt die Handlung voran, verläuft nach dem vorhersehbaren Schema F und vermag bis zum Schluss nie packen, geschweige denn überraschen.

Fazit: Valentine entstand in der Flut der Slasher, welche nach Scream die Filmwelt überrollten und stellte sich als genau so schwach wie viele andere heraus. Obwohl er einige Girls vereinigt, welche durchaus etwas fürs Auge bieten und zu Beginn wenigstens bei den Mordszenen noch punkten kann, wird er bereits nach rund 15 Minuten gähnend langweilige Horrorroutine, welche berechenbar einem Mädel nach dem anderen das Leben kostet und einen völlig lächerlichen Killer bietet. Wenigstens wird am Ende noch ein ordentliches Finale geboten, welches die Handlung auch gut abschliesst. Hätten sie den Mittelteil etwas interessanter und spannender gestaltet, sowie die Protagonisten besser ausgearbeitet, hätte es noch etwas werden können. Jetzt ist es einfach einer der vielen Slasher, die man nicht gesehen haben muss.

Die DVD bietet den Film in einer überraschend guten und sauberen Bildqualität, die selbst auf grossen Screens gut aussieht und selbst mit dem Ton absolut überzeugt. Das Bonusmaterial fällt jedoch wie oft sehr symbolisch aus. Bis auf einen Teaser, dem obligatorischen Audiokommentar und einem Musikvideo wird nur ein kurzes Behind the Scenes Dokumentation geboten. Dieses fällt äusserst nichts sagend aus, ausser ein paar Interviews mit den Schauspielern, welche wie üblich den Film und die Crew in den Himmel loben, werden kaum Informationen geboten.

/ db