Training Day (2001)

Training Day (2001)

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  3. 122 Minuten

DVD-Review: Auch wer gut trainiert, gewinnt nicht immer!

Scharfer Typ.
Scharfer Typ. © Studio / Produzent

Als frischer Abgänger der Polizeiakademie steckt man noch voller Tatendrang und Gerechtigkeitsinn. So auch der junge Jake Hoyt (Ethan Hawke): Er möchte in die Drogenspezialtruppe des LAPD aufgenommen werden. Deshalb wird er für einen Trainingstag (Aha!) mit Detective Alonzo Harris (Denzel Washington) - einer lebenden Legende in jeder Hinsicht - auf Streife geschickt. Ob er wohl stark genug für die harte Drogenszene ist?

Good & Bad Cops
Good & Bad Cops © Studio / Produzent

Jake erwartet einen routinemässigen Einführungstag mit beschränkter Action. Doch als nach der ersten Drogenrazzia Harris beginnt das soeben beschlagnahmte Beweismaterial zu rauchen, merkt Jake (denn er ist ein schlaues Bürschchen, jawoll!) schnell: Iiiirgendwas stimmt hier nicht! So realisiert er (wohl mindestens 25 Minuten später als alle Kinobesucher) dass der Good Cop eigentlich ein Bad Cop ist, ein Krimineller mit Polizeimarke.

"Yo Man, gib mir den Rap!"
"Yo Man, gib mir den Rap!" © Studio / Produzent

So verhält sich Harris alles andere als "richtig", während Jake nichts anderes übrig bleibt als im Hintergrund schwitzend dem Treiben zuzuschauen. Harris kennt kein Pardon und keine Gesetze und hat die Stadtviertel fest in seinem Griff: Die Kriminellen fürchten ihn, und er, er selbst hat nichts zu fürchten. Schliesslich ist er ja Polizist.

So muss sich Jake gegen Ende des Tages entscheiden, wie gut böse oder wie böse gut sein kann. Und eins ist klar: Es steht mehr auf dem Spiel als der tägliche Donut...

Denzel Washingtons Oscar für die beste Hauptrolle nur eine Farce? Lediglich ein Symbol für Gleichstellung, ein politischer Entscheid? Keineswegs, seine Darstellung des korrupten Cops ist gewaltig, Washingtons Wechsel vom Hero zum Bösewicht ein vorzüglicher Umbruch, der diesem Mimen neue Konturen verleiht. Eine kraftvolle Darbietung grandioser Schauspielkunst, für mich seine beste Rolle seit Glory (von Edward Zwick). Und daneben ein wiedererstarkter Ethan Hawke, der Washingtons Leistung kaum nachsteht, dessen Zweifel man innerlich miterlebt (will ich nun diesen "Traumjob" oder vertrete ich meine moralischen Grundsätze?). Stimmungsvolle Bilder, L.A. Grossstadtatmosphäre in Mark Mancinas (Speed) Musik und eine packende Story, umgesetzt von Regisseur Antoine Fuqua, der uns kürzlich mit The Replacement Killers gerade mittelmässige Kost anbot und nun mit Training Day eine Bombe platzen liess, einen beängstigenden, atemberaubenden Polizei-Thriller vorgelegt hat, ohne grosse Materialschlachten oder computeranimierter Spezialeffekte bis zum geht-nicht-mehr. Subtil, oft sogar kammerspielartig, man kann den Geruch der Gefahr und der Auswegslosigkeit fast riechen. H-E-R-V-O-R-R-A-G-E-N-D!

Auch die Features können sich sehen lassen: die zusätzlichen Szenen hätten durchaus ihren berechtigten Platz im Film gehabt, sind sehenswert. Das alternative Ende ist kein anderes, sondern eher ein ausgedehnteres Ende. Fuqua hat die bessere Variante gewählt. Etwas mehr Hintergrundmaterial wäre wünschenswert gewesen.

/ pb

Kommentare Total: 21

yan

Toller Thriller, der von Anfang an unterhält und mit netten Wendungen und Überraschungen bis zum Ende spannend bleibt. Denzel Washington und Ethan Hawke spielen beide grossartig und tragen viel zur guten Atmosphäre bei. Ein gelungener Cop-Thriller, der nur am Ende etwas überhastet wirkt.

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guter und unterhaltsamer thriller.
mit sehr guten hauptdarstellern.😉

db

Denzel Washington gehört zu den Schauspieler die mir bei jedem Film mehr auf den Senkel gehen. Nach diesem war es endgültig mit jeder Symphathie zu Ende. Pseudocool und einfach nur lächerlich. Mag zwar interessant sein, dass der junge saubere Jungcop in einem Tag zu tief sinkt und wie er immer mehr in den Sumpf hineingezogen wird, aber die Umsetzung und besetzung bin ich überhaupt nicht begeistert.

Zwar ist dier Film in sich und von der Message her schon sehenswert, aber von der Umsetzung, Besetzung und so weiter nimmt dem Film viel Qualität. Naja mich überzeugte er nicht...

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