Black Hawk Down (2001)

Black Hawk Down (2001)

Oder: Kameradschaft, it's all about Kameradschaft!

Mal so...

Mal so...

Es ist Oktober 1993, amerikanischen Streitkräfte sind in Somalia geblieben um an friedenssichernden Massnahmen zusammen mit der UN wahrzunehmen. Im somalischen Bürgerkrieg wurde von Warlord Mohamed Farrah Aidid mehr als 300'000 Somali umgebracht. Obwohl er mittlerweile nur noch wenige Gebiete kontrolliert, tyrannisieren seine Gefolgen die Zivilbevölkerung und machen dringend benötigte Nahrungsmitteltransporte unmöglich.

... mal so.

... mal so.

Unter Major General William F. Garrison's (Sam Shepard) Kommando sollen die amerikanischen Army Rangers und Delta Forces lokale Anhänger Aidid's aus einem Aidid wohlgesinnten Stadtviertel Mogadishu's verhaften.

Die Mission soll kurz und ohne grosses Aufsehen ablaufen: Mit Delta Forces über Helikopter (eben diese Black Hawk's) in das Stadtviertel eindringen, während die Army Rangers die Delta Forces Spezialtruppen und den Gefangenenkonvoi beschützen sollen.

It's not a game

It's not a game

Tja, man soll den Feind nicht unterschätzen: Der Missionsauftakt bleibt nicht unbeobachtet. Und als ein Soldat beim Abseilen aus einem der Helikopter fällt, vernimmt die Mission eine unglückliche Wendung. Black Hawks sind halt selbst für die primitiveren Waffen der Somalis ein leichtes Target: "we've got a black hawk down, i repeate black hawk down!". Kurz darauf folgt ein zweiter Absturz über Feindesgebiet.

Unerreichbar von der Basis, müssen sich die Soldaten wie echte (naja, für ein paar mögens wohl wirkliche sein...) Helden durch unzählige Horden von Somalis ballern, ohne dabei die wichtigen Werte wie Kameradschaft, Kameradschaft und... hmm Kameradschaft zu vergessen. Doch oh wei, die Skelete - wie sie die Somalis "liebevoll" zu nennen pflegen - sind in Überzahl... langsam wird die Munition knapp!


Film-Rating

Eine Aufbereitung dunkler Kapitel amerikanischer Kriegsführung wurde selten so realistisch inszeniert wie für Black Hawk Down. Immense Mittel wurden aufgebracht, um in den knapp 2½ ein möglichst reales Kriegsbild zu vermitteln. Und was das visuelle betrifft ist dies vollkommen gelungen. Der für ein Kriegsfilm doch eher ungewöhnlichen und guten Soundtrack (ua. mit Mobi) soll hier auch noch positiv erwähnt werden.

Soweit, sogut. Doch wer die zweieinhalb Stunden Gemetzel ausgesessen und danach NICHT kopfschüttelnd das Kino verlassen hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Was hier verglorifiziert werden ist schlicht eine Frechheit. Die komplett misslungene Mission von 1993 wird als grandiose Heldentat der einzelnen Soldaten dargestellt. Soldaten, denen Freund- und Kameradschaft wichtiger sind als jedegliche Verluste, Soldaten die für ihr Heimatland alles tun würden - auch Tausende von Somalis töten.

Der tragische Höhepunkt jedoch bietet der Abspann: Es wird um die 19 US Soldaten getrauert, und im gleichen Atemzug äh Satz erwähnt, dass "immerhin" auch über 1000 Somalis ums Leben kommen. Wo bitte sind wir hier? Wird bei so einer Aussage noch Applaus erwartet? Mag sein dass solche Sprüche beim amerikanischen Publikum gut ankommen, aber sicher nicht hier!?!

Fazit: Wer kriegsgeil ist wird mit Black Hawk Down gut bedient. Wer gerne sieht wie weich das ganze sein kann ebenfalls... Peace on Earth!


OutNow.CH:

Bewertung: 1.0

 

13.03.2002 / th

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