Gladiator (2000)

Gladiator (2000)

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  3. 155 Minuten

DVD-Review: Chunnsch au go sändele?

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Der Kaiser Marcus Aurelius (Richard Harris) sieht das Ende seiner Regentschaft gekommen. Er ist altersbedingt kaum noch in der Lage, die Heere in Kriegen zu befehligen, geschweige denn, die Geschäfte zu führen. Als Nachfolger hat er nicht etwa seinen Sohn, den hinterlistigen und zwielichtigen Commodus (Joaquin Phoenix), im Auge, sondern den Führer seines Heeres. Das ist ein Krieger ersten Grades, ein Mann mit Stärke und Ehre und hört auf den Namen Maximus (Russel Crowe).

Als der alte Aurelius mit ein bisschen Nachhilfe einer heftigen Umarmung von Commodus stirbt, sieht der arrogante Sohn seine Chance gekommen. Er erklärt sich selber zum Kaiser und hetzt gegen Maximus. Das geht soweit, dass er ihn sogar zum Tod verurteilt, mit Geleit in den Wald schickt und seinem Sieg sicher ist.

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Maximus wird aber keineswegs ermordet, sondern kann seinen Häschern entkommen und macht sich auf den langen Heimweg. Weg von den Schlachten, dem Bösen und dem intriganten, neuen Kaiser. Was Maximus aber in seinem Haus vorfindet, kann brutaler kaum sein. Seine Familie wurde vom neuen Kaiser ausgelöscht und die Schergen des Herrschers schnappen Maximus und verkaufen ihn auf dem Sklavenmarkt. Ein Mann am Ende?

Die jahrelange Kriegserfahrung von Maximus macht sich im Zirkus von Proximo (Oliver Reed) gut. Er nimmt den Namen "Gladiator" an und fightet mit Kämpfern wie dem Hünen Hagen (Ralf Möller) in jeder Vorstellung um sein Leben. Und er will überleben, denn er hat in Rom noch eine Rechnung offen. Als die Kämpfer endlich dorthin reisen, um für des Kaisers Unterhaltung zu sorgen, sieht Maximus seine Chance gekommen. Seine Chance für die Blutrache...

Dass Ridley Scott gute Filme drehen kann, weiss man nicht erst seit Alien oder Blade Runner. Der Mann war schon für den Oscar nominiert (hat ihn aber als Regisseur noch nie gewonnen) und brachte in Thelma and Louise einen gewissen Brad Pitt dem Massenpublium näher. Ja, der Mann der kanns und wenn er mit einem eben für den Oscar nominierten Insider dem Genre des Sandalen- und Römerfilms ein fulminantes Comeback beschert, dann kriegt man nicht nur fast drei Stunden Dramatik, Action und Spannung geboten, sondern auch einen der ganz grossen Hollywood-Filme der Neuzeit.

Russel Crowe hatte damals als Insider ein paar Kilos zuviel auf den Rippen, trainierte die aber mit Arbeit auf seiner australischen Farm ab und formte seinen Körper so, dass er als Kämpfer der Arenen im alten Rom eine gute Figur machte. Und nicht nur körperlich war der Australier topfit, sondern verkörperte den Maximus optimal und war wohl damals auf einem weiteren Höhepunkt seiner Karriere. Natürlich sind seine Performances in Cinderella Man oder A Beautiful Mind weiterhin als glänzend zu beurteilen, aber in einem so guten Film wie Gladiator spielte er seit dem nicht mehr mit.

Die Geschichte des vermeintlich toten Heerführers, der seine Familie ausgelöscht vorfindet und sich über den Umweg einer Gladiatorenschule zum finalen Racheakt gegen den Mörder findet, mag nicht neu sein, wird aber in eine Zeitepoche gesteckt, die vor farbenprächtigen Bildern, coolen Kämpfen und heroischen Männern geprägt wurde. Dass die Liebe nicht fehlen darf, ist klar und wenn man den neuen, jungen Kaiser (Joaquin Phoenix) von Herzen zu hassen beginnt, dann hat der Junge ja erreicht, was er wollte.

Ebenfalls schön anzusehen ist der letzte Auftritt von Oliver Reed und natürlich Professor Dumbledore Richard Harris, dem man das Alter ebenfalls recht gut anmerkt. Auch sonst sind bekanntere Namen im Cast, auf die man aber nicht besonders eingehen muss.

Dass ein Oscar-prämierter Film auch Schwächen hat, weiss man nicht erst seit Million Dollar Baby. Beim Gladiator wars der in die Länge gezogene Anfang, bei dem es unwahrscheinlich Zeit kostet, bis die schöne Gladiatorenhandlung in Fahrt kommt. Hier hätte man für meinen Geschmack etwas kürzen können, denn der Film wäre auch mit einer Laufzeit von 120 Minuten sicherlich nicht schlechter geworden.

Fazit: Gladiator hat damals einen seiner fünf gewonnenen Oscars gegen Erin Brockovich oder Chocolat zu Recht bekommen. Regisseur und Hauptdarsteller liefern einen gelungenen und teilweise sogar monumentalen Film über die Machenschaften alter Zeiten und Helden längst vergessener Tage ab. Meiner Meinung nach, war Russel Crowe danach nie mehr so überzeugend, wie als Maximus in der Arena. Mit all den Leiden, K(r)ämpfen und purer Testosteronausstrahlung.

Die grosse DVD-Box quillt fast über vor Extras. Satte 7 1/2 Stunden Bonusfeatures, Reportagen oder Hintergrundberichte. Dass man so eine DVD nicht einfach so angucken kann, ist verständlich. Denn in einem (fast) normalen Arbeitstagspensum von Extras zeigen sich manche Perlen.

Auf der ersten Disc gibts eine kurze Einführung des Regisseurs, einen Audiokommentar und den interessanten Trivia-Track, der den Gucker auf Fakten historischer und witziger Natur hinweist. Auf Disc 2 gehts ans Eingemachte. Reportagen über visuelle Effekte, Kostüme, Waffen, die Entstehung der Geschichte und die Probleme der Produktion sind nur einige der interessanten Themen, denen man hier diverse Features widmet. Für mich persönlich interessant waren die Berichte über den Tod von Oliver Reed, der bekanntlich drei Wochen vor Filmende verstarb und den man für einige Szenen digital und per Double zurück in den Film bringen musste, da noch nicht alles mit ihm abgedreht war. In "Schatten und Staub" gibts knapp 30 Minuten unglaubliches aus der Welt der Spezial-Effekte zu hören. Das natürlich niemand mit einem solchen Erfolg von Gladiator gerechnet hatte, war jedermann völlig aus dem Häuschen, als die Wirkung dieses Epos auf die Kinowelt prallte. Ein Bericht über Oscar-Verleihung, Erwartungen, Freude und Stolz beendet dann auch diese zweite Disc.

Auf Disc 3 wird nochmals mit voller Wucht die Gier der Feature-Fans befriedigt. Unveröffentlichte Szenen (einige davon mit Markierungen am Boden, welche die digital eingefügten Figuren markierten) und Lacher machen den Anfang. Ein sehr interessantes Feature über die VFX-Untersuchungen, in dem eindrucksvoll bewiesen wird, wie Kinomagie wirklich funktioniert und wie man längst vergessene Städte zum neuen Leben erweckt, lässt Ernüchterung breit werden. Hat die "Traumfabrik Hollywood" doch noch nicht ausgedient? Trailer und ein grosser Haufen TV-Spots gibts natürlich ebenfalls. Galerien aller Art erfreuen ebenfalls. Seien es Slideshows über Kostüme, Produktionsdesign (Häuser, Dörfer, etc) oder Storyboard-Vergleiche. Was auf dem Papier cool aussieht, muss nicht immer auch im bewegten Bild klappen. Hier tut es das in jedem Fall.

Gladiator bietet mit dieser aufwändigen 3-Disc-DVD ein Paket, das jedem Fan des Films die Tränen in die Augen treibt. Wie oben erwähnt braucht man allerdings recht viel Geduld, diese Features auch wirklich alle zu gucken. Wem die Zeit dafür nicht zu schade ist, der erlebt faszinierendes aus dem alten Rom und Berichte über eine Zeit, in der Männer noch Kerle waren. Besser gehts nicht!

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 23

El Chupanebrey

Zitat psg (2008-03-17 17:18:24)
Zitat kosova (2008-03-17 12:18:50)

der geilste ritter film

no comment... 😄😄😄

Ach weisst du... Rüstungen tragen sie alle...😄

psg

Zitat kosova (2008-03-17 12:18:50)

der geilste ritter film

no comment... 😄😄😄

kosova

der geilste ritter film

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