Star Wars: Episode I - The Phantom Menace (1999)

Star Wars: Episode I - The Phantom Menace (1999)

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung
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  2. 136 Minuten

DVD-Review: Galaktische Politik, dumme Droiden und edle Jedi

Gepflegte Vorausahner...
Gepflegte Vorausahner...

In a galaxy, far, far away... dort herrschten noch die Ritter des Jediordens, doch ein Streit über die Besteuerung von Handelsrouten, der auf dem Planeten Naboo ausgebrochen ist, stellt die Republik auf ihre härteste Probe. Königin Amidala (Natalie Portman) von Naboo widersetzt sich den Forderungen der gierigen Handelsföderation. Der Jedi-Meister Qui-Gon (Liam Neeson) und sein Schüler Obi-Wan (Ewan McGregor) sollen vermitteln. Doch die Föderation will nichts von Unterhändlern wissen und versucht die beiden Jedi umzubringen. Qui-Gon und Obi-Wan schaffen es Naboo zu erreichen.

und behörnte Freaks.
und behörnte Freaks.

Amidala sieht die Ausweglosigkeit ihrer Situation ein, mit Hilfe der Jedi gelingt ihr die Flucht. Auf dem Wüstenplaneten Tatooine muss die Gruppe einen ungewollten Zwischenhalt einlegen, es werden dringend Ersatzteile benötigt. Hier lernen sie den kleinen Anakin Skywalker (Jake Lloyd) kennen, dem ein Leben als Sklave vorgezeichnet ist. Doch Qui-Gon spürt, dass Anakin etwas ganz besonderes ist, in ihm schlummern Kräfte, die das Gleichgewicht der Macht wieder herstellen könnten. Während Qui-Gon alles daran setzt, den Jungen freizukaufen und dem Jedirat vorzustellen, eskaliert auf Naboo die Situation. Amidala fühlt sich verpflichtet ihrem Volk zu helfen und kehrt zurück. Von einem mächtigen Sith (Ray Park) verfolgt, der ebenfalls von der Anwesenheit des kleinen Anakin erfahren hat, scheint eine Entscheidungsschlacht unausweichlich.

Lange, so lange haben Star Wars-Fans, kleine und grosse Jediritter und Stormtroopers, Boba Fetts und zu gross geratene Yodas die Fortsetzung bzw. Vorgeschichte der Star Wars Saga herbeigesehnt, bis es 1999 endlich soweit war. Star Wars: Episode 1 - The Phantom Menace stürmte mit grossem Trara die Kinos. Ei was konnte man nicht alles erwarten: Wie wurde Anakin Skywalker verführt, sich der dunklen Seite der Macht anzuschliessen? Was geschah, dass ein mächtiger Orden wie die Jedis fast vollständig vernichtet wurden? Wie kam das Imperium an die Macht? Und wie wurde Darth Vader zu jenem schwer atmenden Asthmatiker?

Natürlich beantwortet das alles nicht Episode 1 (die Verwirrung um Episodenzahlen fand sogleich ihren unumgänglichen Startschuss), man musste sich schon auf ein, zwei weitere Episoden gedulden um all die Antworten zu erfahren (die man allerdings fast alle schon erahnen konnte mit der nächsten Episode). In Episode 1 erfahren wir vielmehr die Vorgeschichte zu all den Fragen. An und für sich eigentlich eine durchaus interessante Ausgangslage. "Starwarsianer" freuen sich ohne Zweifel ob all den präsenten Erinnerungen: hier sehen wir einen jungen Yoda (zum letzten Mal in Puppenform), den jungen Obi-Wan als Springinsfeld, einen sozusagen nackten C3P0, R2D2 mit erstaunlichen Fähigkeiten, und Jedis, deren Kampftechniken elegant und asiatisch anmuten (wogegen Luke Skywalker und Dart Vader später rudimentärere Techniken an den Tag legen).

Neu haben wir einen menschlichen und hochbegabten Pre-Darth, gespielt von einer der krassesten Fehlbesetzungen der sechs Filme, Jake Lloyd, dessen fast hochnäsige, übertriebene - nein, eigentlich sind beide Bezeichnungen für ein Kind nicht fair, also sagen wir: unnatürliche Darstellung mitunter fast so nervt wie die Kiddieeinlage Jar Jar Binx. Der kann zwar durchaus den ein oder anderen guten Gag zu Gunsten des Films liefern, aber als Cartoonfigur mit allem drum und dran im Streifen allzu präsent und überdotiert ist.

Mir gefällt die politische Einsicht, die George Lucas dem Zuschauer gewährt. Das Jedicouncil, der galaktische Senat, Kanzlertum. Viel Stoff um Vorkomnisse, die eine EU in Galaxienform aus dem Wanken bringen. Das und die Darstellung von Ian McDiarmid als Palpatine sind für mich mit die stärksten Momente der ersten Episode. Ganz famos ist natürlich das Gefecht zwischen dem behornten Sith Lord Darth Maul (Ray Park) und unseren beiden Jedi-Helden im Parallelschnitt mit der Schlacht auf Naboo (ach, wenn nur dieser Jar Jar...) und der Raumschlacht um die Föderationsschiffe. Das ist Star Wars par excellence.

The Phantom Menace ist sicher nicht das, was ich mir als Vorläufer zu den grossen drei gewünscht habe und ich brauchte in der Tat zwei, drei Anläufe um an diesem Abenteuer so richtig gefallen zu finden. Doch wer hätte in der Tat zu glauben gewagt, dass die ganze Sache mit der anstehenden Episode II sogar ihren Tiefpunkt erreichen wird? Nein, die Macht war nicht mit Lucas.

Die Extras: Vorsicht, es gibt zwei Versionen! Ein 2-DVD-Set mit einigem an Bonusmaterial (vor allem massig Making Ofs, aufgeteilt in Produktionsstrukturen, und sieben nicht verwendete Szenen) und eine Einzel-DVD, die immerhin noch einige Audiokommentare übrig hat. Das Bild der DVD ist hervorragend, scharf, farbenprächtig und kontrastreich, obwohl der Film als letzter der Saga zum grössten Teil auf 35mm gedreht wurde. Keine Frage, dass die Tonspur 1a Qualität hat. Es rumpelt und effektelt von vorne bis hinten, dass es einem jeden Surroundanlagen-Besitzer nur so in den Ohren klingelt (und das ganz ohne DTS).

/ pb