Girl, Interrupted (1999)

Girl, Interrupted (1999)

Durchgeknallt
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  3. 127 Minuten

Filmkritik: *gnng*

Eine wahre Geschichte. Ich schreibe: "Wir schreiben die späten 60er Jahre. Ein Mädchen namens Susanna Kaysen (Winona Ryder) versucht sich mit Aspirin-Tabletten und Vodka das Leben zu nehmen. (Suizid-Ideen muss man haben... Himmel, aber doch nicht mit Vodka!) Keine Frage das Mäderl ist "nuts" oder zu gut Deutsch "kommt sie mit ihrem Leben nicht zu recht", wie Aussenstehende es formulieren. Doch die haben null Ahnung was wirklich in Susanna drin passiert. Sie reagiert sensibler auf Sorgen und Ängste, der sie in der Umwelt begegnet. (Ein sogenanntes Empfindungsnaturell, das von den Eindrücken der Welt übermannt wird. Capisci?)

Gezielt wird sie vom ehemaligen Arzt und Freund der Familie zum Psycho abgestempelt und findet sich bald in einer angemessenen (toll!) Heilanstalt wieder - natürlich 100% freiwillig (Logo!! Wir sind doch nicht blöd, oder?). Doch wird Susanna - es mag an der Unerfahrenheit der 60er liegen - in der Anstalt weder kompetent betreut noch von ihren Problemen geheilt. (Wirklich? Mal was ganz Neues!).

Ihre Mitleidensgenossinnen, zum Teil wirklich deftig schlechter dran als sie selbst, helfen sich gegenseitig am besten und leben gemeinsam jeden Tag aufs neue. Dies gibt Susanna zunehmend Kraft und Selbstvertrauen. Ihre beste, neue Freundin Lisa (Angelina Jolie) hingegen, bleibt ihren äusserlich sorglosen Prinzipien treu und lebt die Höhen ihres Lebens als einen Ewigtrip. Obwohl Susanna und Lisa zusammen viel Lächeln und Freude auf der Station auslösen, verliert im Laufe der Zeit Lisas Scheinsein an Helligkeit... und wie der Film endet... denn auch Girl, Interrupted hat ein Ende, jawohl... das ist hier nicht angebracht..."

Die wilden 60er, die sehr wilden 60er... waren anscheinend wirklich kein Zuckerschlecken für Sensibelchens, wie Susanna. Dass das Umfeld auf Verzweiflungsschübe wie Selbstmordversuche derart unbeholfen reagiert zeigt uns, dass viel der Heiterkeit einfach gespielt ist. Jeder hat Geschlechtsverkehr mit jeder (nein, zuerst überlegen, dann motzen!) und umgekehrt. Friede, Freude... hatten wir das nicht schon mal? Egal. Die treffende Frage: Wie soll man sich in einer solchen Gesellschaft zurechtfinden und das im Einklang mit seinem Innern? Girl, Interrupted geht genau um das Problem... und noch viel mehr.

Schlimme Zustände, wie sie auch heute noch herrschen, werden in Girl, Interrupted nicht zu tief dargestellt. Die einzelnen Mädchen, die zum Teil eine tragische Geschichte ihre eigene nennen müssen werden soweit beleuchtet, dass dem Kinobesucher die Lust am Weiterschauen nicht vergeht. Irgendwie erinnern verschiedenste Szenen an bereits gesehene Movies: Einer flog übers Kukuksnest, 28 Days... usw.

Angelina Jolie spielt wirklich sehr überzeugend die zweischneidige Lisa, wobei Winona Ryder etwas an Glanz um ihre Hauptrolle verliert. Ein grosser Vorteil von Ryder ist schliesslich, dass ihr Wesen an sich eher der feingliedrigen Art entspricht. Die weiteren SchauspiellerInnen zeigen ihre Talente - darunter auch Whoopi Goldberg - faszinieren mit ihrer verletztlich-lieben Art... ein guter Film diesbezüglich.

Weiter erwähnenswert ist die witzig-zeitgemässe Musik: Ich rate zum Kaufe des Soundtracks...

/ nd

Kommentare Total: 8

lafrecciablu

Schade, dass angelina nach diesem film eine schlechte rollenwahl an den tag legt. hier hat sie wirklich gezeigt, was sie kann. als lara croft oder mrs. smith gefällt sie mir hingegen weniger. cool und sexy zu sein, gehört für mich leider nicht zu einem grossen repertoire (obwohl sie dies auch meisterlich beherrscht...). auch schade, dass nach diesem film der abstieg begang für winona rider, die doch immer wieder bewies, dass sie eine gute "actrice" ist. Lobens- und nennenswert find ich auch brittany murphy's auftritt, die man ja fast nicht wiedererkennt mit dieser schrecklichen frisur (und ihren essküken, ähm, essküche, pardon) ;-)

auch die darstellung der psychiatrischen klinik finde ich sehr realistisch (für unsere zeit, damals gab es sicher schlimmere zustände mancherorts). die geschichte berührt, ich denke vorallem menschen, die einen zugang haben zu psychisch-kranken, sei es im bekanntenkreis oder aus eigener erfahrung, werden sich in diesem film wiederfinden und ihn mögen.

cat_BK_2

Der Film ist genial! Angelina spielt sehr überzeugend. Ryder seh ich nicht so gern.. spielt aber auch sehr gut. 😊 Sehr tiefsinnig. Der Film ist jedoch nicht so mein Geschmack.. aber trotzdem empfehlens- und sehenswert 😄

bapman

Der Film fängt *leicht* an,doch dann wird er immer ernster und beginnt melodramatisch zu werden. Das schwierige Thema hat mich stellenweise richtig berührt und hinterliess einen starken Eindruck, nicht zuletzt wegen herausragenden Schauspielerinnen.

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