Taxi (1998)

Taxi (1998)

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  2. 86 Minuten

DVD-Review: Als französische Autos das Fliegen lernten

"Lust auf Pizza?"
"Lust auf Pizza?"

Daniel (Samy Naceri) feiert nach einigen Jahre als schnellster Pizzabote Marseilles seinen Abschied um auf der Treppe seines Traumes, Formel 1 Fahrer zu werden, eine Stufe weiter nach oben zu klettern. Während all der Jahre als Auslieferer hat er sich einiges zusammengespart und sein eigenes Auto zu einem multifunkionalen Taxi umgebaut. Endlich hat er nun die Lizenz und kann andere Leute in der Gegend umherkutschieren.

"Schau mir in die Augen, Kleines!"
"Schau mir in die Augen, Kleines!"

Wie es der Zufall so will, lernt er durch eine nette ältere Dame, die er nach Hause fährt, ihren Sohn kennen - einen Loser von Polizisten, der inzwischen zum achten mal durch die Fahrprüfung gefallen ist. Émilien (Frédéric Diefenthal) arbeitet bei der Stadtpolizei und ist zu dieser Zeit dabei, deutsche Bankräuber zu verfolgen, die die Staatsgewalt des Öfteren dumm dastehen lassen. Sie melden ihre Überfälle bei der Gendarmerie an und schaffen es dann doch immer in ihren knallroten Mercedes zu entkommen.

"Lust auf ein Rennen?"
"Lust auf ein Rennen?"

Als nun Daniel in eine Radarfalle tappt (ungefähr 4 mal schneller als erlaubt) nutzt Émilien die Gelegenheit und engagiert Daniel als Fahrer. Und obwohl der Taxifahrer die Bullen nicht sonderlich leiden mag ergreift er die Chance um nicht ohne Führerschein und Taxi - und somit seinen Lebensinhalt - dazustehen.

Die beiden starten eine wahnwitzige Jagd auf die roten Mercedes ...

Taxi ist im Grunde ein wahrgewordener Männertraum. Luc Besson, Regisseur und Drehbuchschreiber, der sich dieses kleine französische Verfolgungsfilmchen ausgedacht hat, gelingt es immer wieder, unglaublich fantasievolle, irrwitzig rasante und packende Filme aus dem Zauberärmelchen zu schütteln. Dazu gehören unter anderem Léon (mit Jean Reno), Das 5. Element, Kiss of the Dragon und seit neuestem auch die Fortsetzung der Purpurnen Flüsse, Les Rivières pourpres 2. Und obwohl er hier einmal nicht Regie führt, erkennt man trotz allem doch seine Handschrift. Regisseur Gérard Pirès jagt die Hauptdarsteller samt ihres umgebauten Taxis über die Strassen Marseilles und es ist ein wahrer Genuss, vor dem Fernseher zu sitzen und dabei mitzufiebern.

Die Story an sich ist schnell erzählt und auch einigermassen glaubwürdig (obwohl ich trotzdem gerne das Taxi sehen würde, das mit 200 km/h über eine Autobahn in Marseilles jagt), doch einige Szenen lassen einen dann doch schmunzeln. Als z.B. Daniel die Bankräuber als Deutsche nur anhand des Luftdrucks ihrer Reifen identifiziert, scheint das ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Solche kleinen Patzer sind aber selten und schnell vergessen.

Nicht nur, dass man hier Strassenjagden in allen Variationen sieht und auch einiges über Autos lernt - das Ganze bleibt nicht einfach irgend ein Action-Streifen, der zwar packend ist aber sonst nichts zu bieten hat. Im Gegenteil. Die Dialoge sind witzig und schnittig, man kann dem Geschehen auch als (Auto-) Laie folgen und es dreht sich zum Glück auch nicht alles nur um schnelle Karren. Eine Lovestory gibt's natürlich auch noch und zwar für beide Hauptdarsteller. Während Daniel bei seiner Liebsten Lilly (Marion Cottilard) schon länger den ersten Schritt gewagt hat, muss sich Émilien noch ein Weilchen gedulden, um die Aufmerksamkeit seiner langbeinigen und sehr blonden deutschen Kollegin Petra(Emma Sjöberg) erregen zu können. Der Weg dahin ist steinig und sorgt für einige Lachanfälle.

Auch die Jagd nach den deutschen Bankräubern hat einiges zu bieten. Die Szenen in und um Marseilles mit wahnwitzigen Tempos und schnellen Kameraschnitten richtiggehend aufputschend gedreht, sind irre mitreissend und einfach toll anzusehen. Die versteckte Botschaft dahinter ist natürlich, dass auch Deutsche mit ihren aufgepeppten Nobelkarossen einem umgebauten französischen Peugeot und dessem genialen Fahrer nicht in die Quere kommen sollten ... wie Daniel seinen weissen Flitzer durch die Grossstadt hetzt ist einfach phänomenal.

So ergibt sich letzten Endes ein mitreissender witziger Film, von dessen Tempo einem schon fast schwindlig werden könnte. Einfach klasse ... Taxi eben!

PS: Die Bonus-Disc in der Collector's Box ist auch nicht ohne ... somit sind die 6 Sterne schon mehr als verdient!

/ Mandella

Kommentare Total: 8

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Fand den Film nett. Taxi ist flott, hat witzige Darstellern und guter unterhaltungswert. Die Story ist aber sehr simpel gemacht und bietet kaum überraschungen.
Für einmal schauen lohnt es sich.😊

db

Taxi - Gurken auf Räder und lasche Jokes

Naja hab schon etwas mehr erwartet, wurde ja viel über das Filmchen geschrieben, aber was da forgesetzt wird, war ja streckenweise noch schlechter als The Fast and the Furious. Lasche dialoge, schlechte Jokes, uralte Story und schlechter Soundtrack sind so die Stichworte wo mir bei dem Streifen einfallen.

Wer auf heisse Schlitten aus ist, kann sich bei The Fast and the Furious bedienen, dort hat man wirklich was fürs Auge, was hier geboten wird, ist weder lustig noch irgendwie überraschend, denn die Lineare Story macht keine einzige überraschende Wendung und nur in wenige Szenen wirkliche Schmunzler hervorruft.

Chemic

Nettes Filmchen, aber billige Autos!!! Dieser Peugot ist echt zu heulen.

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