Godzilla (1998)

Godzilla (1998)

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  3. 139 Minuten

DVD-Review: Auf die Grösse kommt es an

Was ist an dem Bild komisch?
Was ist an dem Bild komisch? © Studio / Produzent

Als die Franzosen mit ihren gross angelegten Atomtests auf dem Mururoa-Atoll begannen, ging ein entsetzter Aufschrei um die Welt, denn es wurde das Schlimmste für die Umwelt und unberechenbare Langzeitschäden befürchtet. Diese wurden jedoch belächelt und dutzende Bomben erschütterten das Meer rund um die idyllischen Inseln. Der radioaktive Fallout blieb aber nicht ohne Wirkung und hinterliess deutliche Spuren in der lokalen Fauna, welche viele Jahre später auch ihren Preis fordern wird. Einige Jahre später wird der primär als "Worm-Guy" bekannte Wissenschaftler Niko Tatopoulos (Matthew Broderick) von seinem Forschungsplatz in Tschernobyl abgezogen und vom US-Militär auf eine abgelegene Insel in Hawaii gebracht. Dort wurde nämlich ein Fischkreuzer unter mysteriösen Umständen aufgeschlitzt und riesige Fussabdrücke führen ab da quer über das Land.

Alles Müller oder was?
Alles Müller oder was? © Studio / Produzent

Nach den ersten Nachforschungen kann der bewährte Wissenschaftler jedoch keine Antworten liefern, was für ein Tier solche Fussabdrücke verursacht haben könnte. Selbst als drei weitere Schiffe wenige Kilometer vor der amerikanischen Küste entfernt versenkt werden, weiss das Militär immer noch nicht, was mit einem riesigen Tempo direkt auf New York zu schwimmt. Kurz darauf wird Manhattan von einem riesigen Tier attackiert, welches mit ungebändigter Gewalt in den Strassen zu wüten beginnt. Sofort rücken Militär und die Nationalgarde an, um die Krise so schnell wie möglich in den Griff zu kriegen. Doch die Truppen sind masslos überfordert und sehen keine andere Lösung, als die vier Millionen Menschen zu evakuieren, welche sich zurzeit auf der Insel Manhattan aufhalten. Während das Militär mit geballter Kraft gegen das Monster vorgeht, beobachtet ein mysteriöser Franzose Namens Philippe Roaché (Jean Reno) mit seiner Truppe das Geschehen und ist sehr daran interessiert, dass alle Beweise sowie das Monster selber für immer Verschwinden. Doch das gigantische Tier - welches inzwischen von einem chinesischen Forscher als Godzilla bezeichnet wurde - zeigt sich äusserst unbeeindruckt von den Versuchen des Militärs und verwickelt sie in eine riesige Materialschlacht, deren Ausgang äusserst düster für die Menschen aussieht. Bald ist Philippe Roaché und der Französische Geheimdienst Niko Tatopoulos einzige Hoffnung, das Urzeitmonster aufzuhalten.

In einer Zeit, in der die Remakes noch rar waren und Filme aus Asien noch wenig adaptiert wurden, begannen die Vorarbeiten zu einer amerikanischen Neuverfilmung des japanischen Kultmonsters Godzilla. Bis die Kameras jedoch liefen, wurde nicht nur das Drehbuch mehrmals umgeschrieben, sondern auch der Regisseur und die ganze Crew gewechselt. Schliesslich übernahm der Meister der Zerstörung persönlich die Führung über das Projekt und so entstand das Remake unter der Regie von Roland Emmerich, der erst vor kurzem die Welt mit seiner gewaltigen Materialschlacht in Independence Day in seinen Bann gezogen hatte.

Natürlich hatte Godzilla von Anfang an einen schweren Stand, denn in Emmerichs Version wurde das riesige Tier komplett umdesignt. Es erhielt ganz andere Charakteristiken, welche sich nur schwer gegen das Original durchsetzen konnten, das über ein halbes Jahrhundert und in 28 Filmen etabliert wurde. Nicht nur Godzillas Look, sondern auch seine Verwundbarkeit wurde angekreidet, denn das ursprüngliche Monster war nur durch eine Waffe verwundbar, welche so schrecklich war, dass sich der Wissenschaftler - der die Waffe entwickelt hatte - selber umbrachte. Doch und wohl gerade deswegen konnte Emmerich eine völlig neue Geschichte entwickeln und diese ganz in seinem Stil erzählen.

Über Emmerichs Godzilla kann man viel sagen, doch auch wenn er anders ist als das original, erhält man nicht nur eine reissende Achterbahnfahrt, sondern auch ein visuell grossartiges Spektakel, welches über die ganze Laufzeit - bis auf einen Hänger in der Mitte - gleich von Anfang an einen konstanten Spannungsbogen aufbauen kann. Dabei arbeitet Emmerich sehr gut mit den vielen Charakteren und erzählt mit ihnen eine durchaus gelungene Story. Dabei hinterlässt der französische Geheimdienst rund um Jean Reno den besten Eindruck und hat immer wieder wegen der grossartigen Dialoge die Lacher auf seiner Seite. Die übrigen Schauspieler machen ihre Sache solide, doch die Reporter und Niko Tatopoulos selber, können ohne falsche Hemmungen als blass bis störend klassifiziert werden.

Rein von der Handlung her ist Godzilla klar Popkornkino vom Feinsten. Wer also mit Filmen, wie dem bereits erwähnte Independence Day oder Bad Boys 2 nichts anfangen kann, der wird auch an Godzilla keine Freude haben. Denn hier geht es schlichtweg um Spass. Deshalb werden einige Regeln der Physik kurzerhand gebrochen und ein riesiger Dinosaurier kann sich plötzlich durch die kleinen U-Bahn-Röhren quetschen oder Eier in den viel zu kleinen Madison Quare Garden legen. Aber das stört nur wenig, denn dafür erhält man sehr gut choreographierte Actionsequenzen, welche mit einem packenden Soundtrack und grossartigen Bildern überzeugen können.

Fazit: Eingeschworene Fans des japanischen Originals werden wohl wenig mit der neuen Eidechse anfangen können, doch wer sich darauf einlässt, erhält Katastrophen-Kino vom Feinsten, welches Emmerich-typisch brachial inszeniert wird und nicht nur mit einer riesigen Materialschlacht, sondern auch mit viel Action und Humor überzeugen kann. Grössere Minuspunkte in Sachen Schauspieler und permanent dunklen und verregneten Szenen trüben jedoch das Bild. Dennoch, jedem zu empfehlen, der rund zwei Stunden Spass und Spannung erleben will.

Die DVD bietet den Film in einer recht guten Qualität, welche bei grossen Screens aber auch etwas körnig wirkt. Ansonsten sind die Bilder jedoch sehr scharf und klar erkennbar. Das Bonusmaterial fällt vielseitig aus und bietet Dokumentationen über die Entstehung und die Entwicklung der Effekte.

/ db

Kommentare Total: 8

Chemic

Ja da lob ich mir die japanischen Originale mit explodierenden Plasticksoldaten und änlichem.

2 Sterne gibts für Emmerichs-CGI-Bombe. 1 Stern für den Teil bis Godzilla anfängt zu wüten (weils danach einfach scheisse aussieht) und 1 Stern für den netten Soundtrack mit Page und Diddy, Jamiroquai etc!

El Chupanebrey

Godzilla ist ein richtig schlechter Film, die jungen Akteure nerven! Jean Reno und unsere Lieblingsechse (wenn sie dann mal zu sehen ist) machen den Film einigermassen attraktiv, sonst tut der geistig nur weh.

pb

nö, hättest nur schreiben müssen: die DVD mit jahrgang 99 bietet ein für ihr alter... 😉

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