Suicide Kings (1997)

Suicide Kings (1997)

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  2. 106 Minuten

Filmkritik: Was habt ihr mit meinem Finger gemacht?

Gesprächsrunde mit Mängeln
Gesprächsrunde mit Mängeln © Turbine Media Group

Die Schwester von Avery Chastens (Henry Thomas) wurde entführt und die Kidnapper verlangen zwei Millionen Dollar Lösegeld. Da Avery natürlich die Kohle nicht hat, fasst er mit seinen Kumpels Max (Sean Patrick Flanery), Brett (Jay Mohr), T.K. (Jeremy Sisto) den Entschluss, den Mafioso Charlie Barret (Christopher Walken) zu kidnappen. Die Tat gelingt und der Gefangene wird geknebelt im Haus der Eltern von Ira (Johnny Galecki) platziert. Von dort soll er seine Verbrecherkontakte spielen lassen, um den Entführern von Averys Schwester Feuer unterm Hintern zu machen.

Was'n das?
Was'n das? © Turbine Media Group

Dass die Entführer mit ihrer Tat und der Geisel aber total überfordert sind, macht sich Barret zu Nutze. Er schafft es nicht nur, seinen Vollstrecker Lono (Denis Leary in «Fisch-Schuhen») zu beauftragen, die anderen Bad Guys zu suchen, sondern beginnt, die jungen Entführer gegeneinander auszuspielen. Er erfährt, dass die Entführung von Averys Schwester ein Inside-Job war und der Täter aus der Gruppe seiner «Gastgeber» stammt. Für einen Mann wie Charlie Barret ist das, trotz abgeschnittenem Finger, ein gefundenes Fressen, um ein bisschen Spass zu haben, bevor er zuschlägt.

Suicide Kings überzeugt nicht durchgehend, hat aber herrliche Sequenzen, in denen vor allem Christopher Walken zeigt, wie sehr er doch seinen jungen Co-Stars überlegen ist. Ein paar flotte Sprüche, ein abgeschnittener Finger und die Folgen davon reichen aber aus, um aus dem Film einen glatten und trotzdem angenehm zu guckenden Thriller machen.

Christopher Walken ist einer dieser Stars, die über die Jahre durch seine Rollenauswahl häufig grösser geworden sind als der eigentliche Film, in dem sie auftreten. Der Oscargewinn für The Deer Hunter, Auftritte in Batman returns oder The Dead Zone, ja selbst in Wayne's World 2, festigten seinen Ruf. 1996 wurde er jungen und aufstrebenden Newcomern gegenübergestellt und bewies in Suicide Kings, dass er diesen Jungspunden noch in jeder Szene überlegen ist.

So ist dann Suicide Kings trotz Jungstars wie Henry Thomas (als Kid unvergessen in E.T. the Extra-Terrestrial) oder Sean Patrick Flanery (wurde drei Jahre später durch The Boondock Saints selber zu einem kleinen Kultstar) vor allem eine Christopher-Walken-Show. Ein wenig Unterstützung kriegt er von Denis Leary (Demolition Man), der mit seiner grossen Klappe für Stimmung sorgt und auch gnadenlos die Knarre braucht.

Ja, sogar für den damaligen Roseanne-Star Johnny Galecki hatte es Platz für ein paar Auftritte. Dass der Kerl heute durch The Big Bang Theory zum Multimillionär geworden ist, hätte damals wohl noch keiner gedacht.

/ muri