Flubber (1997)

Flubber (1997)

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  2. 93 Minuten

Filmkritik: Grün ist doch eigentlich die Hoffnung, oder?

Angriff des Schleims!
Angriff des Schleims! © Disney

Philip Brainard (Robin Williams) ist einer dieser Professoren, die in ihrem Gebiet genial sind, aber mit dem sonstigen Alltag so ihre Problemchen haben. Sehr zerstreut, vergesslich und immer unter Strom, verpasst er sogar seine Hochzeit mit Sara (Marcia Gay Harden) zweimal und muss sich zudem mit dem fiesen Wilson Croft (Christopher McDonald) herumschlagen, der seinerseits ein Auge auf Sara geworfen hat. Als Brainard es tatsächlich schafft, auch den aktuellen Hochzeitstermin zu vergessen, scheint die Beziehung zu Sara endgültig beendet zu sein.

Achtung Klecksgefahr!
Achtung Klecksgefahr! © Disney

Allerdings hatte der Professor einen Grund, warum er nicht rechtzeitig an der Kirche war: Er hat im Labor etwas erschaffen - ein grünes Glibberding, das unheimliche Energie ausstrahlt, aussergewöhnliche Fähigkeiten hat und von Brainard «Flubber» genannt wird. Diese Energie bleibt aber nicht lange versteckt, sondern reiche Geschäftsmänner werden darauf aufmerksam. Diese muss nun Brainard davon abhalten, seine Entdeckung zu schnappen, währenddessen seine Rückeroberung von Sara nur schwerlich vorankommt. Aber vielleicht kann ja Flubber helfen?

Flubber hat seine guten Momente, vor allem dank Robin Williams. Die Geschichte rundherum ist flach, kindgerecht und überraschungsarm. Kurzes Auflachen zwischendurch ist möglich und die Figuren sind liebenswert, aber ein richtiger Hit ist Flubber damals zurecht nicht geworden.

1961 veröffentlichten die Walt Disney Studios mit The Absent Minded Professor einen lustigen Film, in dem ein zerstreuter Wissenschaftler eine Substanz erfindet, die sein Leben auf dem Kopf stellt. Mit Son of Flubber wurde sogar noch eine Fortsetzung produziert, welche 1997 eine Neufassung erhielt. Superstar Robin Williams (damals mit Jumanji und The Birdcage in aller Munde, bevor dann später im gleichen Jahr Good Will Hunting an der Reihe war) wurde engagiert, und man liess den Komiker mit Flubber familiengerecht agieren. An den Kinokassen war dieses Remake anständig erfolgreich, konnte es doch weltweit fast 200 Millionen Dollar einspielen.

Die Story ist identisch mit dem Original mit Fred MacMurray, und wer das Original kennt, wird diesbezüglich auch nicht gross überrascht. Zwar ist Williams absolut ein Publikumsliebling und seine Zwiegespräche mit seinen Robotern, die Interaktionen mit dem grünen Gummiding oder die herzige Hilflosigkeit in Sachen Liebe sind sehenswert, aber das Drumherum ist halt doch eben typisch Disney-Familienfilm. Und das hat damals schon nicht für grosse Freudensprünge gesorgt.

Mit Marcia Gay Harden (Oscargewinnerin 2001 für Pollock) ist eine harmlose Freundin, die natürlich ihr Happy-End bekommt, aber dafür nicht wirklich viel leisten muss. Auf der bösen Seite finden sich einige bekanntere Namen wie zum Beispiel der von Christopher McDonald, der immer wieder als «fieser» Kerl engagiert wird - das letzte Mal als Coach in Mr. Iglesias. Ted Levine (The Silence of the Lambs) und Highlander-Kurgan Clancy Brown mimen das Bösewicht-Duo, das mit der Flubber-Substanz ein paar schmerzhafte Kontakte hat. Und schlussendlich wirbelt auch Will Wheaton (Stand by me) als nerviger Sohn immer wieder durchs Bild.

Was damals vor über zwanzig Jahren neben Robin Williams das Publikum ins Kino locken sollte, waren die Spezialeffekte. Flubber hat davon einige zu bieten und die Tanznummer im Labor ist absolut sehenswert. Daneben krankt es aber gerade im technischen Gebiet immer wieder, wobei vor allem das fliegende Auto aus heutiger Sicht ein bisschen gar einfach animiert wurde. Aber damals war grosses Staunen angesagt.

In den Disneyparks in Florida wird Professor Brainard übrigens, neben einem gewissen Dr. Wayne Szalinski (Honey, I shrunk the Kids), als einer der grossen Wissenschaftler mit einer eigenen Attraktion gefeiert. Witzige Sache!

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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