Killer Tongue - La lengua asesina (1996)

Killer Tongue - La lengua asesina (1996)

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  3. 100 Minuten

DVD-Review: Züngeln kann tödlich sein

Here's Freddy!
Here's Freddy!

Johnny (Jason Durr) und Candy (Melinda Clarke) sind ein Gaunerpärchen, das sich soeben mit der Beute des letzten Überfalls abgesetzt hat. Die Komplizen wurden mit Superkleber aneinandergeleimt und nun soll das schöne Leben beginnen. Leider langt dann doch noch der Arm des Gesetzes zu und so landet Johnny in einer Strafanstalt. Dort, unter der Fuchtel von Chief Screw (Robert Englund), geht's deftig drunter und drüber. Währenddessen soll sich Candy in einem Kloster niederlassen und schön artig auf ihren Beau warten.

Als eines Tages ein Meteorit auf die Erde stürzt und ein Stück davon in Candys Suppe spickt, isst nicht nur die Dame davon, sondern auch ihre sie ewig begleitenden Pudel lassen es sich schmecken. Mit ungeahnten Auswirkungen: während die Hunde zu menschlichen Transvestiten mutieren, hat Candy plötzlich eine meterlange Zunge, die ein seltsames Eigenleben führt. Und sie (die Zunge) hat Hunger, was dazu führt, dass Candy nun auf blutige Nahrungsbeschaffung gehen muss.

Fünf Freunde müsst ihr sein
Fünf Freunde müsst ihr sein

Gleichzeitig ist in Candys altem Kloster buchstäblich der Teufel los. Eine Ordensschwester fängt an sich zu verändern, seit sie den Schweif am Himmel aus ihrem Fenster gesehen hat. Aus der Nonne wird eine sexy Dame mit weisser Unterwäsche und mörderischen Plateauschuhen. Mit all dem macht sich die Schwester auf, dem Wahnsinn, d.h. Candy, der Zunge und den Transvestitenpudeln, ein Ende zu setzen. Mit Gottes Hilfe. Wenn's der gute Mann denn überhaupt richten kann, bei diesem Durcheinander...

Wenn sich Spanier eines Horrorfilms annehmen, dann kann unter Umständen was richtig Gutes rauskommen. El Dia de la Bestia oder Perdita Durango sprechen da eine deutliche Sprache. Beide Filme wurden von Alex de la Iglesia umgesetzt. Leider hat Alberto Sciamma nicht soviel Glück mit seinem Stoff gehabt, denn The Killer Tongue kommt qualitativ und unterhaltungstechnisch nicht an seine Kollegen ran.

Überhaupt, La Lengua asesina, ist ein heilloses Durcheinander an skurrilen Figuren und verrückten Sequenzen. Anfänglich schon eher auf Grusel getrimmt, entwickelt sich der Hauptcharakter des Films, natürlich die Zunge, mit zunehmender Filmdauer zur Lachnummer. Und wenn das Teil dann auch noch bei Melinda Clarke (heiss!) den Boyfriend ersetzt und zu quasseln beginnt, sind die Spannung und der Horror komplett zur Sau. Schade eigentlich, denn das mit der Zunge und den platzenden Köpfen beim Knutschen hätte durchaus Potenzial für was Lässiges gehabt.

So bleibt es dabei, dass Melinda Clarke sexy aussieht, Robert Englund Sprüche klopft und der Zuschauer beim genaueren Hingucken sogar Johnathan Rhys-Meyers (Mission Impossible 3, The Tudors) in dem zum Mensch transformierten Pudel erkennen kann. Dem Film nützen diese Gesichter relativ wenig, denn in diesem Kuddelmuddel des schlechten Geschmacks und des dämlichen Witzes sind sie allesamt mehr oder weniger auf verlorenem Posten.

Fazit: The Killer Tongue ist Quatsch mit attraktiver Sosse. Ein paar Momente sind zum Gruseln, es spritzt ein bisschen Blut und zwischendurch fühlt man sich in einem schlechten Tarantino-Film. Leider findet der Film nie eine akzeptable Spur und verläuft sich so in langweiligen Szenen und schlechtem Humor. Schade, Frau Clarke hätte doch noch einiges mehr zu zeigen....

Die vorliegende DVD von The Killer Tongue ist eine Laserdisc-Fassung, die mit einem unreinen und verdreckten Bild, sowie einer sehr schwachen Tonspur daherkommt. Bei den dunklen Szenen in der schlecht beleuchteten Kapelle kommen diese Mankos sehr gut (oder schlecht...) zur Geltung und vermiesen doch einen grossen Teil des Filmes. Das Bonusmaterial setzt sich, ebenfalls mager, nur aus Filmographien der Darsteller zusammen, die auf Texttafeln recht lieblos präsentiert werden.

/ muri