Happy Gilmore (1996)

Happy Gilmore (1996)

Happy Gilmore - Ein Champ zum Verlieben
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  2. 92 Minuten

Filmkritik: Radau auf dem Golfplatz

You're next!
You're next! © Universal Pictures Germany

Happy Gilmore (Adam Sandler) wurde schon als kleiner Bub mit dem Eishockey-Virus angesteckt. Der grosse Durchbruch aber war ihm verwehrt, da er seine Nerven nicht unter Kontrolle hatte und nur durch aggressives Verhalten statt durch Spielqualität auffiel. Da sein Vater durch einen Puck getötet wurde, wuchs Happy bei seiner Grossmutter auf, die allerdings über die Jahre "vergessen" hatte, Steuern zu bezahlen und deshalb ins Altersheim verfrachtet wird. Als der Haushalt aufgelöst wird, entdeckt Happy sein Talent fürs Golfspiel, als er einen Abschlag mehrere Hundert Meter weit durch die Strassen jagt.

Star auf Grün
Star auf Grün © Universal Pictures Germany

Golflehrer Chubbs Peterson (Carl Weathers) wird auf den ungewöhnlichen Mann aufmerksam und möchte ihn trainieren, trifft aber auf Ablehnung. Golf ist schliesslich kein Eishockey und somit auch kein Sport für echte Männer. Nun aber wird Grossmutters Haus versteigert und das nötige Geld könnte Happy durch den Gewinn der Pro Golf Tour verdienen, wofür er sich aber erst mal qualifizieren muss. Durch seine unkonventionelle Art und Weise wird Happy bald der Liebling des Golfpublikums, was den bisherigen Platzhirsch Shooter McGavin (Christopher McDonald) dazu bringt, seinen Konkurrenten ausschalten zu wollen. Dafür ist dem feinen Herrn kein Spiel zu dreckig.

Die Sportkomödie Happy Gilmore hat ein paar herrliche Szenen, sympathische Charaktere und gute Darsteller. Die komischen Sequenzen liegen klar im Vordergrund, wobei man die eigentliche Story, so einfach sie auch ist, nicht ganz vergisst. Es entsteht ein Spassfilm, der ein kleiner Klassiker geworden ist und den man sich auch heute noch jederzeit anschauen kann. Nur schon um zu schauen, wie schmal der Sandler früher mal war.

Lang ist's her, als Adam Sandler noch kein Multimillionär war, grosszügige Deals mit Netflix abschloss und mit seinen Blödelfilmen (vornehmlich) in Amerika Erfolg hatte. 1996 war der junge Mann zwar ein gestandener SNL-Komiker, aber die Filmkarriere stand in den Kinderschuhen. Billy Madison war 1995 sein erster Erfolg, während er vorher durch Nebenrollen in Airheads oder Coneheads erste Schritte auf der grossen Leinwand wagte. Mit der Anarcho-Golfkomödie Happy Gilmore konnte er dann den Durchbruch in Hollywood endgültig feiern.

Dass Sandler kein Freund des leisen Humors ist, wissen wir heute noch besser als damals. So überrascht es auch nicht, dass in Happy Gilmore viel geprügelt wird, Probleme nicht durch Dialog gelöst werden und der Hauptcharakter ein einfacher, aber sympathischer Kerl ist. Sandler verkörpert den Eishockeyfan grundsolide, lässt keine Möglichkeit aus, seinen Filmfrust an den Mann zu bringen und ist eigentlich nur dann überfordert, wenn die Story zwischendurch auch "echtes" Schauspiel verlangt.

Neben Sandler kriegen wir vor allem zwei Stars zu sehen, die uns sehr bekannt vorkommen. Carl Weathers war Schwarzeneggers Buddy in Predator oder Stallones Gegner in Rocky und ist heute ein gesetzter Gentleman, der seine Brötchen vorwiegend durch Fernseharbeit verdient. Christopher McDonald hingegen war (und ist noch heute) der Standard-Bösewicht, der überragend aussieht, aber stets einen fiesen Charakter hat. Mit Rollen in Flubber oder auch Thelma & Louise zementierte er diesen Eindruck und zehrt auch heute noch davon.

Inhaltlich ist Happy Gilmore kein grosser Wurf. Man verlässt sich auf den Hauptdarsteller, lässt diesen auf dem Golfplatz Radau machen und versucht rundherum eine Story zu zeigen, die einfach und simpel ist. So darf neben der Action auf dem Golfplatz natürlich auch ein Love-Interest nicht fehlen und unser "Held" macht sogar eine kleine Charakterentwicklung durch. Mit viel gutem Willen sieht man in Happy Gilmore mehr als den einfachen Spass, als der er sich uns zeigt.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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