Casino (1995)

Casino (1995)

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  3. 178 Minuten

DVD-Review: Rien ne vas plus!

Setz mal einen Fufi...
Setz mal einen Fufi... © Studio / Produzent

Las Vegas 1973: Stadt des Glitters und der Träume. Bühne für Millionäre, Politiker und glamouröse Showgirls. Die Heimat für Scharlatane, Spieler und Dealer. In der glanzvollsten Ära von Las Vegas steigt Sam "Ace" Rothstein (Robert DeNiro) an die Spitze des Milliarden-Dollar-Imperiums auf. Um ihr Investment weiter auszubauen, stellen ihm die Drahtzieher seinen besten Freund aus alten Zeiten, den hitzköpfigen Vollstrecker Nicky Santoro (Joe Pesci), an die Seite. Jetzt dominieren sie gemeinsam Vegas: Ace als eleganter Lenker, Nicky als Mann fürs Grobe - bis die atemberaubende Ginger McKenna (Sharon Stone) auftaucht.

Nach Goodfellas taucht Martin Scorsese erneut in mafiöse Machenschaften ein. Mit der auf realen Charakteren basierenden Geschichte blickt der redselige Regisseur hinter die Kulissen der Spielerstadt Las Vegas. Hinter eine gewaltige Geldmaschine, in der eigentlich nur einer gewinnt - nur weiss keiner so genau, wer das sein könnte, den ein Leben lang Las Vegas, das schafft kaum einer. So zumindest wird uns am Ende des 3-stündigen Films klar.

Diesen Blick hinter die Kulissen tätigt Scorsese mit Verlaub grossartig. Entstanden ist ein fantastisch fotografiertes, stimmungsvoll in Szene gesetztes Opus mit grandiosen, na was denn sonst, Darstellern. Hier haben wir nicht den Robert DeNiro aus zwar gut gemeinten, aber belanglosen Neuzeit-Horrorthrillern, hier spielt ein agiler, penibler und präsenter Schauspieler, der mit Bedacht seine Rollen auswählt(e) und bei Martin Scorsese jeweils zur Hochform auflief. Sharon Stone als seine grosse Liebe, die diese nicht erwidert, zeigt eine ihrer besten Rollen überhaupt, Joe Pesci gibt den cholerischen Mafiakiller mit viel Gusto. Viele der kleineren Rollen besetzte Scorsese mit Laiendarstellern, die ihren Job nicht spielen, sondern auch im normalen Leben diese Arbeit verrichten (Croupiers etc.). Bringt ein Quäntchen Authentizität mehr.

Was den letzten beiden, aktuellen Scorsese-Werken Gangs of New York und The Aviator abging, Tiefe, Atmosphäre, eine wirklich gute Story und, man möge mich virtuell steinigen, ein von A-Z überzeugender Darstellerstab, das findet der Scorsese-Fan in Casino, ja man darf sich so richtig darin suhlen, 180 Minuten lang. Natürlich profitiert der Film auch von den tollen Locations vor Ort und dem gewaltigen Farbenspektrum, dass Kameramann Robert Richardson meisterhaft einfängt.

Casino, gerne als Nachfolger von Goodfellas angeführt, ist ein spektakuläres Werk in allen Belangen und eigentlich auch der bisher letzte ganz grosse Film von Martin Scorsese. Ob sich Mr. Scoresese nochmals in Mafiauntiefen begeben wird? Und wenn, dann mit Leo als DeNiro Ersatz? Ich weiss nicht, ich weiss nicht.

Extras: Die Doppel-DVD-Edition glänzt mit einem tollen, mehrteiligen Making Of, Dokumentationen über die Verbandelung der Mafia in Las Vegas und einer History Channel Produktion über das dem Film zu Grunde liegende Buch. Engagiert wie immer kommentiert Martin Scorsese auf der Audiospur (auf DVD 1), gemeinsam mit seiner Hauptdarstellerin und dem Buchautoren Nicholas Pileggi. Unter den entfallenen Szenen finden sich auch einige amüsante Outtakes. Das Bild ist Standard, keineswegs hochqualitativ. Ein wenig Rauschen und Körnigkeit ist zu erkennen. Die Farben, ein wichtiger Punkt des Films, sind satt und klar. Ein tolles Set, ich stell meine Laserdisc in die Ecke.

/ pb

Kommentare Total: 17

Yogibär

Ein ganzes Stück besser als Good Fellas, und um Längen spannender als die Pate Filmtrilogie. Scorsese schafft das einem die knapp 3h nicht als solche vorkommen. Für mich klar der beste Mafiafilm, wäre in heutigen Zeiten ein Oscarabräumer schlechthin und stapeln sie die Chips ordentlich.

El Chupanebrey

Zitat ()=() (2008-02-29 20:31:04)
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Bei der Szene im Maisfeld, taten mir die Augen beim zuschauen weh😮

Big time!

Casino ist ein hervorragender Film von Martin Scorsese, der auch hier in sein Lieblingsthema eingetaucht ist. Brillante Schauspieler, ein dichtes Drehbuch und wie immer viel "Insight" in die Machenschaften der Mafia - einfach genial. Und der Abgesang am Ende rundet das Ganze geschmackvoll ab. Das Hin und Her beim De Niro/Stone-Subplot war einfach hie und da etwas zuviel. Ansonsten kann ich aber nur sagen: Super! 5,5 Sterne!

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Casino ist noch recht gut.

Was mir gefallen hat, waren Spannung, ruhige Szenen und die gut aufgebaute Story. Ein weiterer Punkt die Schauspieler. De Niro zeigt mal wieder was er kann und Pesci hat mich doch überrascht. Mit der Stone konnte ich nicht so viel anfangen.

Was eher abzug gab war die ganze liebesgeschichte zwischen Robert und Sharon, die mich nicht gross interessiert hat.

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Bei der Szene im Maisfeld, taten mir die Augen beim zuschauen weh😮

Fazit: Unterhaltsamer Mafiafilm😉

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