Batman Forever (1995)

Batman Forever (1995)

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  3. 121 Minuten

DVD-Review: Schumacher takes over

Who's afraid of the big black Bat?
Who's afraid of the big black Bat? © Studio / Produzent

Es ist jede Menge los in Gotham City. Der ruchlose Bankraüber mit gespaltener Persönlichkeit, Two-Face (Tommy Lee Jones), tut sich mit dem verrückten Riddler (Jim Carrey) zusammen, um die Bevölkerung zu willenslosen Sklaven zu machen und deren gesamtes Wissen aufzusaugen. Klingt seltsam? Findet Batman (Val Kilmer auch und versucht die beiden mit seinem neuen Patner Robin zu stoppen. Auch im Privatleben des maskierten Rächers als Billionär Bruce Wayne läuft es rund: Die schöne Psychologin Chase Meridian (Nicole Kidman hat es ihm angetan. Und dabei wollte er doch nur ein wenig über seine ermordeten Eltern plaudern. Wie wird Batman seine privaten und "beruflichen" Probleme wohl lösen können?

1995, als die Fledermaus zum dritten Mal über die Kinoleinwände flatterte (Adam West mal ausgenommen), zählte ich gerade einmal 13 Lenze und ging mir den Streifen unglaubliche 7 Mal im Kino anschauen. So etwas lautes, actionreiches hatte ich bis Dato noch nicht gesehen im Kino und war dementsprechend begeistert von den Abenteuern der spitzohrigen Nachtratte. 8 Jahre sind nun vergangen und die Perspektiven haben sich geändert. Dennoch: zu harsch kann ich mit dem Streifen nicht umgehenn, zu sehr habe ich ihn vor langer Zeit vergöttert..

Nach den beiden eher düsteren Filmen von Regisseur Tim Burton, begnügt sich dieser mit der Produktion und übergibt das Megaphon Joel Schumacher, dessen Gotham City eher an Las Vegas als an einen gefährlichen Sündenpfuhl erinnert. Dennoch mögen Design und Story zu beeindrucken, wenn man sich einmal an die schrille Farbenpracht gewohnt hat. Schrill sind, wie in jedem Batman Film auch die Bösewichte. Den Riddler mit Gummigesicht Jim Carrey zu besetzen scheint beinahe schon Pflicht und seine laute Performance sorgt für manchen Schmunzler. An seiner Seite kasperlt Tommy Lee Jones als Two Face. Bei seiner Figur, die doch eher tragischer Natur sein sollte, häte ich mir dann doch etwas mehr Tiefgang und weniger hysterisches "Harrrharrr"-Gelächter erhofft

Optisch wirkt Val Kilmer als dunkler Rächer zwar überzeugend, aber als dessen Alter Ego Bruce Waye kommt eher als Schlaftablette rüber. Die wohl ärgerlichste Addition zum filmischen Batman-Universum ist wohl der nervige Robin, gespielt von Chris O'Donnell. Der nervige, verzogene Balg und der erfahrene Superheld liefern sich ständig Streitereien wie ein altes Ehepaar und der homo-erotische Kontext wirkt oft etwas befremdend und gehört meines Erachtens nicht wirklich in die Welt Batmans (die betonten Nippel an den neuen Kostümen und die dauernden Close-Ups von Muskeln und Pobacken wuren im Internet wohl schon zu genüge durchdiskutiert). Abgerundet wird der Cast durch Nicole Kidman als Psychiaterin, die sich wohl heute kaum mehr mit solchen Dialogen herumschlagen würde. Ihre Figur ist ein einziges Klischee und ihre Psychoanalysen scheinen auf dem Niveau eines Sekundarschülers stehen geblieben zu sein. Wie diese Frau bloss zu einem Doktortitel kam?

Die Action ist toll, dabei bleib ich. Auch nach 7 Jahren, macht es noch Spass dem farbigen Gewummse und Geknalle zuzusehen und sich über die akrobatischen Fähigkeiten der Helden zu wundern. Auch die Story liefert eigentlich angemessene Unterhaltung, wobei Batmans Vergangenheit immer wieder ansatzweise, nie aber wirklich umfassend, beleuchtet wird und den Film etwas bremst. Vermisst wird auch die Musik von Danny Elfman. Elliot Goldenthal's Heldenthema ist zwar pompös, klingt aber irgendwie etwas abgedroschen und uninspiriert.

Als Fazit könnte man ziehen, dass Batman forever eine unerhaltsame Achterbahn fahrt ist. Doch nach einem ganzen Tag im Vergnügungspark gehen einem die blinkenden Lämpchen und der unsägliche Lärm auch einmal auf den Geist. Immerhin ist zu erkenen, dass Burton sicher noch einige Worte mitreden durfte als Produzent des Filmes. Doch eigentlich kann man Batman forever vor allem als Warnung vor Batman & Robin, dem vierten Teil, ansehen.

Die DVD kann mit toller Bildqualität aufwarten. Besonders zu erwähnen ist aber der bereits hervorragende Ton dieser doch schon etwas älteren Scheibe. Da werden alle Kanäle aufs Vollste ausgenutzt und das räumliche Gefühl ist perfekt. Chapeau. Den Hut wieder anziehen darf man gleich wieder, wenn es um die Extras geht. Da gibt's nämlich gar keine.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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Kommentare Total: 18

yan

Batman Forever ist wie ein freundlicher Drogentrip: Farbig, schnell und oftmals unerklärlich herrlich bzw. lustig. Jim Carrey ist grossartig und setzt alle anderen Darsteller völlig in den Schatten. Doch da hatte er ehrlich gesagt auch leichtes Spiel. Tommy Lee Jones ist ein Graus, Val Kilmer zu blass, Nicole Kidman zwar schön, aber deplatziert und zu O'Donnell muss wohl nichts mehr gesagt werden.
Die Effekte, die Story, die Dialoge und die Kostüme sind zwar allesamt noch besser als bei Batman & Robin, doch bereits hier zeigt und Schumacher, dass er Batman nur krass in den Dreck gezogen hat und dabei mag ich den Schumacher eigentlich.

El Chupanebrey

Zitat pb (2010-04-13 08:33:36)
Zitat El Chupanebrey (2010-04-13 01:23:11)

Doch Batman Forever bessert sich nach und nach

Im Gegenteil. Der Film wird je länger desto schlimmer.

"Bessern" ist relativ zu verstehen. Mit der Zeit gibts einfach mehr hirnlose Action. Ich war einfach froh, dass die Protagonisten mal ruhig waren.

pb

Zitat El Chupanebrey (2010-04-13 01:23:11)

Doch Batman Forever bessert sich nach und nach

Im Gegenteil. Der Film wird je länger desto schlimmer.

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