Fascht e Familie (1994)

Fascht e Familie (1994)

  1. 25 Minuten

DVD-Review: Käi Details, bitte...

*mampf*
*mampf*

Im Zeitraum von 1994 bis 1999 sass die halbe Schweiz jeweils am Freitag abend um 20.00 Uhr vor dem Bildschirm und sah den Verwicklungen, Verwirrungen und den lustigen Spässen einer WG zu. Autor Charles Lewinsky traf mit "Fascht e Familie" genau den Nerv des schweizer Publikums und machte diese erste, vom schweizer Fernsehen selber produzierte, Sitcom zum TV-Ereignis. Nun ist endlich eine DVD erschienen, die 20 der besten Folgen zum wiederholten Anschauen anbietet.

Was muss man wissen? Nun, da hätten wir einmal eine Tante Martha (Trudi Roth). Sie, esoterisch immer auf dem neuesten Stand, wohnt in einem grossen Haus, das ihr Neffe Rolf (Andreas Marti) liebend gerne verkaufen würde. Auch wenn das heisst, dass seine Tante ins Altersheim abdüsen müsste. Und dieses Vorhaben des schleimigen Berners zieht sich durch die meisten Folgen der Serie.

Slimer at your service!
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Dass Tante Martha dem Neffen natürlich nicht alleine gegenübersteht, ist bekannt. Auf ihrer Seite steht zum Beispiel der Kellner Hans (Walter Andreas Müller), der mit seiner Erfahrung aus der lokalen Theatergruppe, so manche Lösung der Probleme erspielt und immer wieder mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten glänzen darf. Ebenfalls auf der Seite der Guten steht Vreni Hubacher (Hanna Scheuring). Sie, ein wenig *eehm* geistig limitiert (...), aber die Herzensgüte in Person ist meist die verschupfte und diejenige, die in Fettnäpfchen tritt, aus denen man ihr wieder raushelfen muss. Zu guter Letzt wäre da noch der eigentliche Star der Serie. Der Nichtsnutz Flip (Martin Schenkel), der keiner Arbeit nachgeht, sondern seine selber beschriebenen Shirts an den Mann bringen muss. Er hat die skurrilsten Ideen, ist für jeden Schwachsinn zu haben und notorisch blank. Aber auch er ist ein lieber Kerl, dem man nicht lange böse sein kann.

So helfen sich die verschiedenen Charaktere durch die Folgen, werden immer wieder mit neuen Problemen konfrontiert, die sie auf verschiedenste Art meistern. Und auch wenn gegen Ende die Vreni Hubacher und der Flip durch die Hebamme Annekäthi (Sandra Moser) und den Buchhalter Bruno Caduff (Beat Marti) ersetzt wurden, so blieb es beim Grundsatz: Alle gegen Rolf!

Jaja, das waren noch Zeiten. Als die schweizer Comedylandschaft noch boomte, man sich am Freitagabend noch vor den TV setzen konnte und man wusste, dass bei Fascht e Familie es was zu lachen gab. Nie anstössig, nie vulgär, sondern cleaner, sauberer und kindgerechter Humor, der sich in einer Serie zeigte, die man heutzutage im Fernsehprogramm schmerzlich vermisst. Auch wenn immer wieder Wiederholungen laufen, so hat man die dann doch auch mal zu oft gesehen und logischerweise verlieren die Folgen damit viel von ihrem Reiz und ihrer Unterhaltung.

Für ein paar der Schauspieler wurde diese Sitcom zum Sprungbrett für grössere Taten. Walter Andreas Müller zum Beispiel machte sich danach einen Namen als Imitator bekannter Politiker, während ich ihn vorher höchstens von der Kasperli-Kassette her kannte. Trudi Roth versuchte ihren Bekanntheitsgrad anschliessend in der gefloppten TV-Serie Flamingo einzubringen. Klappte nicht und seit dem ists ruhig um die Seniorin. Hanna Scheuring hatte, wie auch Martin Schenkel, eine Rolle in der schweizer Soap Lüthi und Blanc, bleibt sonst aber auch eher im Hintergrund.

Am schlimmsten getroffen hat es Martin Schenkel. Er hat zwar noch recht erfolgreich Musik gemacht, hatte einige Charterfolge und spielte immer wieder in grossen schweizer Produktionen mit, verstarb aber leider 2003 an Krebs.

Inzwischen wurde mit neuen Serien versucht, die Nachfolge dieser Sitcom zu finden, was aber weder durch Fertig lustig (da ist der Name durchaus Programm) noch durch Mannezimmer gelang. Die Quoten fielen immer mehr und schlussendlich wurde auch das Budget vom schweizer Fernsehen für solche Sitcoms gestrichen. Und obwohl man in der Zwischenzeit wieder dran ist, etwas zu entwerfen, darf bezweifelt werden, ob es jemals wieder einer schweizer Comedyserie gelingen wird, so hohe Quoten zu schaffen, wie es die Geschichten um diese lustige WG taten.

Fazit: Fascht e Familie ist schweizer Humor satt. Lustig, zum giggele und schmunzeln. Tut keinem weh, ist für jedermann schaubar und am Ende wendet sich immer alles zum Guten. Natürlich ist auch praktisch in jeder Folge irgend ein Gesicht als Gaststar dabei, das man von irgendwo kennt. War lustig, diese Show und diese Compilation mit 20 der besten und lustigsten Episoden (unter anderem auch die Allererste) eignet sich optimal für ein lustiges Weihnachtsfest.

Die DVD an sich hat allerdings nichts zu bieten. Ein paar Informationen über die Schauspieler und sonst halt einfach die Folgen der Serie. Irgendwie schade, dass man es nicht geschafft hat, ein paar Schauspieler zu Wort kommen zu lassen oder sonst irgendwelche Extras zu bieten.

/ muri

Kommentare Total: 20

jon

Das waren noch Zeiten, als "Fascht e Familie" einfach zum Freitagabend gehörte. 😉 Bin damit gross geworden und bis zum Ausstieg von Flip war die Serie wirklich klasse und witzig.

El Chupanebrey

Zitat siamolo (2004-11-25 10:49:13)

würde aber "fascht e familie" als die beste schweizer sitcom einstufen.

Dem muss ich ganz klar zustimmen. Ist zwar immer noch Bünzlihumor, aber immerhin weit über dem schweizerischen Durchschnitt. Doch es ging bergab, nachdem Flip und Vreni weg waren. Ich konnte mich einfach nicht an die Neuen gewöhnen.

[Editiert von El Chupanebrey am 2007-08-26 14:12:05]

charlize

ich werde hier auch nicht werten, da ich weder die dvd (bis jetzt?) noch sonst alle folgen gesehen habe.

aber bitte: ich mochte die serie wirklich! hatte doch einen gewissen süchtig-mach-faktor? und auch die folge, als die "neue untermieterin" annekäthi kam war doch einfach köstlich witzig.
also, ich müsste es wiedermal versuchen - hab schliesslich schon ewig kei fascht e familie mehr gesehen...

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