Striking Distance (1993)

Striking Distance (1993)

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  2. 102 Minuten

Filmkritik: Loyalty above all else, except honor!

Früher war alles schöner.
Früher war alles schöner. © Sony Pictures

Der Pittsburgher Polizist Tom Hardy (Bruce Willis) stammt aus einer Familie von Cops und muss miterleben, dass sein Vater (John Mahoney) bei einer gemeinsamen Verfolgungsjagd im Auto nach einem Unfall stirbt. Zuvor hatte er gegen seinen Cousin Jimmy (Robert Pastorelli) wegen Gewaltanwendung im Dienst ausgesagt und diesen dadurch in den Selbstmord getrieben. Daraufhin wurde er von der Polizeifamilie verstossen. Der Tod des Vaters bringt nun das Fass zum Überlaufen und Hardy versinkt im Selbstmitleid und Alkohol.

«Ich? Glatze? Niemals!»
«Ich? Glatze? Niemals!» © Sony Pictures

Zwei Jahre später hat er einen Job bei der Wasserpolizei ergattert, kontrolliert die Flüsse und bekommt mit der jungen Jo Christmas (Sarah Jessica Parker) eine neue Partnerin. Das Duo wird dann auch bald mit einer neuerlichen Mordserie konfrontiert, deren Opfer allesamt Ex-Freundinnen von Hardy sind. Die Leichen werden so platziert, dass ausgerechnet Tom sie finden muss und es scheint, als ob der Killer es direkt auf den Wasserpolizisten abgesehen hat. Doch was steckt dahinter? Hat es etwa mit dem Fall zu tun, der Hardy damals das Dienst-Genick gebrochen hat?

Die Story mag solide inszeniert und dargeboten sein, Striking Distance kommt aber schlichtweg nicht auf Touren und verlässt sich darum ganz auf seine Stars. Die liefern ab und sorgen dafür, dass der Zuschauer trotz zähen Szenen immer wieder was zum Gucken hat. Wer ein bisschen aufmerksam mitschaut, entlarvt den Täter sogar noch schneller als Bruce Willis. Auch nicht schlecht, oder?

Nach Die Hard war Bruce Willis Ende der 1980er zum Superstar aufgestiegen und konnte sich die Rollen aussuchen. Am Anfang der 90er hatte er diesbezüglich ein etwas unglückliches Händchen, da Filme wie Hudson Hawk oder auch The Last Boyscout zwar unterhaltend und spannend waren, aber an den Kinokassen nicht die grossen Brüller. An dieser Stelle übrigens eine fette Guckempfehlung für beide Filme! Das gilt leider nicht ganz für Striking Distance. Der solid produzierte Thriller lässt Action und Spannung vermissen und gilt heute als einer der schwächeren Willis-Filme. Jedenfalls bis zu den Filmen ab Jahr 2000, über die wir uns ja leider auch heutzutage noch ärgern müssen.

In Striking Distance gibt uns Mister Willis einmal mehr einen Cop, dem übel mitgespielt wurde und der Entspannung in der Einsamkeit bei einer Flasche Whiskey sucht. Diesen Rollentyp wird der Herr scheinbar echt nicht mehr los. Regisseur und Drehbuchschreiber Rowdy Herrington (liess 1989 Patrick Swayze in Road House zum Prügler werden) schrieb seinem Star dann leider eine mehr als zähe Kriminalstory auf den Leib, die nie richtig in Fahrt gekommen ist, zu früh und zu plump aufgelöst wird und schlussendlich einen Eindruck von Dahingepfuschtem hinterlässt.

Immerhin kann sich Bruce Willis mit Stars wie Dennis Farina (Get Shorty) und Tom Sizemore (Saving Private Ryan) messen und mit Sarah Jessica Parker (Sex and the City) durch die Bettlaken pimpern. Dazu ein paar Einsätze als Sprinter durch den Wald, Dialoge mit seinem Büsi und ein paarmal «Fuck you». Das war's. Mehr gibt Striking Distance leider wirklich nicht her.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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