Aladdin (1992)

Aladdin (1992)

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  2. 90 Minuten

DVD-Review: Arabian Nights für jedermann

Schlimmes naht
Schlimmes naht © Studio / Produzent

Vor langer, langer Zeit, in einem weit entfernten Land liegt Agrabah. Eine Stadt, angeführt von ihrem Sultan mit seiner schönen Tochter Jasmine und beraten vom mysteriösen und wahnsinnig bösen Jafar. Dieser versucht schon seit längerem eine kleine goldene Lampe in einer Tigerkopfhöhle zu stehlen. Aber nur ein reines Herz soll das können. Und das hat unser Jafar definitiv nicht.

In der gleichen Stadt schlagen sich der Herumtreiber Aladdin und sein Äffchen Abu mit den Palastwachen herum. Tag für Tag müssen sie auf den Strassen um ihr Überleben kämpfen und nur durch Tricks und Kniffe stauben sie Melonen, Brote oder ähnliche Nahrungsmittel ab, die sie überleben lassen. Tja, das Leben in einer Stadt ist hart, aber wenn man so gewieft ist, wie Aladdin, dann scheint sogar diese Existenz Spass zu machen. Allerdings träumt unsere "Streetrat" vom sultanischen Palast. Wie gerne würde er da reinkommen und auch mal von anderen bedient werden.

Das Objekt der Begierde
Das Objekt der Begierde © Studio / Produzent

Als er eines Tages zwischen den Marktständen auf die schöne Prinzessin Jasmine trifft, ist es um ihn geschehen. Natürlich verliebt er sich unsterblich in die verschleierte Schönheit und rettet sie, die inkognito aus dem Palast davongelaufen ist, vor schlimmem Übel. Zum "Dank" wird er von Berater Jafar in den Kerker geworfen, wo er die Bekanntschaft eines komischen alten Mannes macht. Dieser verspricht ihm den Schatz der Schätze, wenn er nur helfen würde, eine kleine, komische Lampe aus einer Höhle zu bergen. Naja, es gibt schlimmeres, oder? Die Aktion gelingt dann auch fast, wenn da nur nicht Abu gewesen wäre, der sich den grössten und leutendsten Diamanten schnappen will und somit die Höhle zum einstürzen bringt.

Da sitzen sie nun. Aladdin, sein Äffchen, ein fliegender Teppich und eine Lampe, die man dringend mal abstauben sollte. Als Aladdin daran rubbelt, erlöst er einen sogenannten Genie (Stimme von Robin Williams). Einen blauen Flaschengeist, der so ziemlich abgefahren allerlei Sachen machen kann. Aber das wichtigste daran ist, dass der Geist seinem Herrn drei Wünsche erfüllen muss.

Andere reiten, sie fliegen
Andere reiten, sie fliegen © Studio / Produzent

Um seiner Angebeteten Jasmine nahe zu sein, muss aus dem Strassenjungen Aladdin ein Prinz werden. Voila, schon steht der erste Wunsch und das blaue Flaschenwunder macht sich ans Werk. Doch bis Aladdin endlich seine Jasmine in die Arme schliessen kann, vergehen noch viele Abenteuer. Denn der böse Jafar hat keineswegs die Suche nach der Lampe aufgegeben und ist unserem Helden dicht auf den Fersen. Ebenfalls muss sich Aladdin etwas einfallen lassen, damit seine Lüge, ein Prinz zu sein, nicht die Liebe seiner Angebeteten zerstört. Und schlussendlich hat er Genie ja auch noch einen dritten Wunsch versprochen. Einen Wunsch, der dem Flaschengeist seine Freiheit schenken würde.

1992, so zwischen Beauty and the Beast und Lion King brachten die Disneystudios eine Geschichte in die Kinos, die für mich zu den Top 3 aller je produzierten Disneyfilme gehört. Die klassische Geschichte vom Strassenjungen, der mit Hilfe eines Flaschengeistes das Herz der Prinzessin erobert, wurde zwar schon viele Male auf die Leinwand gebracht (sogar eine Version mit Bud Spencer gibt's), aber als abendfüllender Trickfilm war das Projekt ein riesiger Erfolg und war einer der Garanten, dass es Disney anfangs der 90-er Jahre finanziell so richtig gut ging.

Über die Geschichte an sich muss man nicht diskutieren. Die ist herrlich gezeichnet, spannend erzählt und mit grandios lustigen Szenen gespickt. Die Figuren wurden zu Klassikern, die man in jeder Parade in den verschiedenen Disneyworlds und -Lands bewundern kann. Und wer möchte keinen solchen Genie zuhause, der einem Wünsche erfüllen kann und um den es praktisch nie langweilig wird.

Was natürlich zu jedem Disneyfilm gehört, sind die Songs. Diese werden hier schmissig, orientalisch angehaucht und absolut überzeugend präsentiert. Das "A whole new World" wurde zum Klassiker und auch andere Songs müssen sich keinesfalls dahinter verstecken. Und wer Robin Williams gerne sprechen hört, der wird hier eh vollkommen zufrieden gestellt. Überhaupt ist seine Figur des Flaschengeistes natürlich der heimliche Held des Filmes. Abgefahren und lustig parodiert er diverse Grössen aus dem Showbusiness und hat immer den passenden Spruch auf Lager. In der Oase kurz ein französisches Bistro aufzustellen, nur um der Bedeutung von "l'amour" mehr Ausdruck zu verleihen, ist für ihn ein Klacks und sorgt für immerwährende Unterhaltung.

Um nicht zuviel zu verraten, aus dem lustigen, quirrligen und plaudernden Genie wird zwischendurch ein Handlanger des Bösen. In diesen Szenen geht der Charme, die Sympathie und der Fluss der Geschichte ein wenig verloren. Aber hey! Irgendwo muss der Held ja zum Held werden und der Bösewicht (wie es sich gehört) dorthin geschickt werden, wo er so schnell nicht mehr rauskommen kann. Theoretisch....

Fazit: Aladdin ist ein Film, der den Ausdruck "Klassiker" durch und durch verdient. Knappe 90 Minuten lang vermag er durch herrliche Bilder, Wortwitz, Slapstick und überzeugende Songs zu begeistern. Lange genug hats gedauert, bis dieses Meisterwerk endlich auf DVD erhältlich ist. Nun ist es soweit und die 2-Disc-Special-Edition hält mehr, als sie je versprechen kann...

Um auf alle Features der DVD eingehen zu können, müsste man mir hier definitiv mehr Platz zur Verfügung stellen. Aber ich versuch trotzdem, alle Extras mehr oder weniger zusammen zu fassen. Auf Disc 1 sind, neben dem Hauptfilm in deutsch oder englisch, unveröffentlichte Lieder, neue Songs (vom schweizer Patrick Nuo vorgetragen), Musikvideos und Trailers zu sehen. Und hinter die Kulisse schauen will und allerhand Neuigkeiten erfahren möchte, der schaut sich den Film am besten mit der Option "Wissenswerte Kleinigkeiten" an. Da findet man heraus, dass zum Beispiel Robin Williams nicht nur eine Rolle synchronisiert....

Disc 2 ist dann vollkommen den Extras gewidmet. Der Genie schickt Postkarten aus aller Welt, man kann sich mit diversen Spielen die Zeit vertreiben, es werden Bildentwürfe von Aladdin gezeigt, der Songschreiber Alan Menken wird porträtiert, lange und ausführliche Making-ofs werden gezeigt, so dass dem Fan schlussendlich entweder vor lauter Informationen und Unterhaltung fast der Kopf platzt oder er sich die Stunden Zeit nimmt, um auch noch jedes kleinste Detail der DVD zu erforschen. Manno, wenn jede DVD so ausführlich ausgerüstet wäre, man würde ja nicht mehr aus dem Haus kommen. Auch hier gilt es wieder Disney zu danken für eine grandiose und absolut überzeugende DVD. Ehm, Danke.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 24

yan

Toll gezeichneter Disneyspass mit grossartigen Figuren. Sehr schön sind auch die passenden Tiere, die wunderbar integriert wurden. Musikalisch sowieso top und die Stimmen, angefangen bei Kultfigur Genie, sind super.
Der einzige Kritikpunkt ist eine typische Disneykrankheit. Der Bösewicht ist zu harmlos und vollkommen durchschaubar.

muri

Blu-ray-Review: You ain't never had a friend like me!

gargamel

Zitat thatssno (2008-03-17 14:35:00)
Zitat kosova (2008-03-17 12:16:43)

wald disney geiler film

Ist wald disney der Bruder von forest whitaker? 😄

nö, der von tiger woods...

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