The Silence of the Lambs (1991)

The Silence of the Lambs (1991)

Das Schweigen der Lämmer
  1. , ,
  2. 118 Minuten

Blu-ray-Review: Einen Kollegen zum Znacht?

Harmlos? Von wegen!
Harmlos? Von wegen! © Studio / Produzent

Ein gestörter Serienkiller geht um! Die Presse tauft den Irren (Ted Levine), der seinen Opfern Hautstücke abzieht und die Welt in Atem hält, "Buffalo Bill". Der jungen FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster), die an diesem Fall mitarbeitet, wird nun eine spezielle Aufgabe anvertraut: Sie soll in einer Irrenanstalt den wahnsinnigen Insassen Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) kontaktieren und durch ihn verstehen lernen, wie der gesuchte Killer vorgeht. Lecter, hinter einer dicken Glaswand gefangen, geht auf die junge Agentin ein und verspricht die Zusammenarbeit.

En Guete
En Guete © Studio / Produzent

Je länger die Begegnungen stattfinden, desto mehr dringt Lecter in den Kopf der jungen Agentin ein. Zwar kommt das FBI durch die Hinweise des Gefangenen dem Serienkiller immer ein bisschen näher, aber Lecter selber hat sich schon lange einen Plan parat gelegt, seine Gefangenschaft zu beenden. Das schafft er dann auch, als er, schwerbewacht, in eine andere Zelle umgesiedelt wird - und zwar in einer Art, die seinem Wahnsinn gerecht wird. Nun ist also nicht nur ein Massenmörder mit Haut-Tick in freier Wildbahn, sondern auch noch der gestörte Hannibal Lecter. Und mittendrin steht die junge FBI-Agentin Starling, die seltsam fasziniert von beiden ist.

1988 erschien ein Roman von Thomas Harris über einen intelligenten, aber wahnsinnigen Doktor, der in der Irrenanstalt sitzt, aber von dort aus Einfluss auf die Ermittlungen in einem Serienkillerfall nimmt. Drei Jahre später wurde der Film dazu inszeniert. Regisseur Jonathan Demme (Philadelphia) holte für die Verfilmung The Silence of the Lambs bekannte Gesichter vor die Kamera und besetzte Dr. Lecter genialerweise mit Anthony Hopkins. Der bekam dann auch noch grad einen Oscar für seine Darstellung. Co-Star Jodie Foster übrigens auch. Ach überhaupt, The Silence of the Lambs war damals auch der "beste" Film, und der Regisseur wurde auch ausgezeichnet.

Die Story ist weltbekannt und erfreulich nah am Roman gehalten. Anfänglich in eher gemächlichem Tempo gehalten, nimmt der Film stetig an selbigem zu, bis er im grossen Finale alles ausspielt, was ein Thriller braucht. Dazwischen gibt es eine geniale (aber blutig-eklige) Fluchtszene von Dr. Lecter zu sehen, Einschübe des verrückten Killers und natürlich die immer mehr unter Druck geratende Clarice Starling. Das alles ergibt sich zu einem modernen Klassiker, der als Thriller von Anfang bis Ende funktioniert und beim Zuschauer noch heute Gänsehaut verursacht.

Die Darsteller übertreffen sich gegenseitig mit ihrer Leistung. Jodie Foster entwickelt sich vom schüchternen Fräulein zur toughen Agentin, während Anthony Hopkins in jeder Pore den Wahnsinn aufblitzen lässt, den er für diese Rolle braucht. Wenn Lecter mit blutverschmiertem Gesicht Dirigent spielt, dann kribbelt's definitiv.

Fazit: The Silence of the Lambs hat einige Nachfolger nach sich gezogen. Doch weder Hannibal, Red Dragon und schon gar nicht Hannibal Rising können dem Original das Wasser reichen. Wobei "Original" ja nicht stimmt, denn mit Manhunter gab es ja ein paar Jahre zuvor schon eine Verfilmung. Die steht aber im Schatten des Klassikers, den wir hier allen Thrillerfans ans Herz legen.

Die Blu-ray von The Silence of the Lambs ist natürlich toll in Ton und Bild. Der Transfer ist geglückt, das HD-Master-Audio kräftig und stark, und zu sehen kriegen wir die blutigen Taten von Dr. Lecter glasklar. Schön, dass es auch dieser Film in die nächste Qualitätsstufe geschafft hat. Leider kann man das von den Extras nicht behaupten: Ausser dem Trailer und ein paar weiteren Vorschauen gibt's nichts zu wollen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 2

sma

"Then something woke you, didn't it? Was it a dream? What was it?"

Ich habe den Film früher mehrmals gekuckt, aber jetzt hat es sich so angefühlt als hätte ich ihn zum ersten Mal wirklich gesehen. Diese unglaublichen Nahaufnahmen, wie fasziniert Jonathan Demme nicht nur vom Gesicht von Jodie Foster war.
Der Film ist sehr gut im visuellen Erzählen der Geschichte. Wenn Agent Starling etwas herausgefunden, enthüllt die nächste Szene garantiert etwas Neues für den Zuschauer. Auch diese Anspannung in den schnellen Dialogen zwischen Hopkins und Foster ist grossartig.
Bezogen auf Clarices Arbeitsalltag ist es ein sehr moderner Film, weil er effektiv zeigt, wie sie von fast allen Seiten die ganze Zeit auf ihr Geschlecht reduziert wird. "It matters", wirft Clarice zurecht ihrem Chef vor.
Eine der ganz grossen Filme, weil er all seinen Ambitionen gerecht wird. Die Kritik, dass man dem eigentlichen Killer zu wenig Raum gibt, kann ich aber gut nachvollziehen.

https://twitter.com/SvenWMartens/status/1318236310381989888?s=20

muri

Blu-ray-Review: Einen Kollegen zum Znacht?

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