Robin Hood: Prince of Thieves (1991)

Robin Hood: Prince of Thieves (1991)

Robin Hood - König der Diebe
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  2. 143 Minuten

Blu-ray-Review: Vom Wald da komm ich her

Nein, ich bin nicht der Postman!
Nein, ich bin nicht der Postman!

Er hat für seinen König gekämpft, ist in Gefangenschaft geraten und kann von dort mit List und der Hilfe des Mohren Azeem (Morgan Freeman) flüchten. Robin von Locksley (Kevin Costner), ein ehrenwerter Mann und ein ausgekochtes Schlitzohr, reist mit Azeem in seine Heimat England zurück, wo die beiden unterschiedlichen Männer ein Team bilden. Mindestens so lange, bis Azeem Robin das Leben gerettet und seine "Schuld" bezahlt hat.

Doch in England ist nichts mehr so, wie es einst war. Robins Vater wurde getötet, der schmierige Sheriff von Nottingham (Alan Rickman) hat in König Richards Abwesenheit die Geschäfte übernommen und terrorisiert durch seinen Lakaien Guy of Gisborne (Michael Wincott) die Bevölkerung. Vor allem die hübsche Maid Marian (Mary Elizabeth Mastrantonio) hat es ihm angetan. Genau sie steht aber unter dem Schutz Robins, der bald in den Wald von Sherwood vertrieben wird.

Besser als Russel Crowe schiess ich schon lange!
Besser als Russel Crowe schiess ich schon lange!

Dort trifft er auf John Little (Nicholas Brimble), Will Scarlet (Christian Slater) und deren Bande von Waldbewohnern, die in ständiger Angst vor dem Sheriff leben und angefangen haben, sich im schützenden Grün ein neues Leben aufzubauen. Mit ihnen zusammen will Robin nun gegen die Ungerechtigkeiten vorgehen und macht sich bald einen Namen als "Robin Hood", der die Reichen bestiehlt und die Beute den Armen schenkt.

Doch als Marian vom Sheriff entführt wird, bleibt Robin keine andere Wahl, als mit seiner Truppe den grossen Angriff zu starten, um die Liebe seines Lebens zu retten.

Kevin Costner hatte 1990 mit Dances with Wolves seinen Durchbruch geschafft und hätte in den Jahren danach auch Telefonbücher im Kino vorlesen können, die Filme wären erfolgreich geworden. Stattdessen nahm er sich glücklicherweise einer klassischen Geschichte an, die schon diverse Mal verfilmt wurde und präsentierte sich als Robin Hood: Prince of Thieves seinen Fans. Angereichert mit dem tollen Titelsong von Bryan Adams ("Everything I do (I do it for you)") wurde aus dem Film ein Welterfolg.

In über 150 Minuten wird uns hier die Story eines Mannes erzählt, der frech, keck und emotional seine Rückkehr in die Heimat feiert, sich sofort mit den Bösen anlegt und natürlich die Damenherzen locker einsacken kann. Dafür reichen ihm gutes Aussehen, flotte Sprüche und toll in Szene gesetzte Kämpfe und Momente. Neben ihm kann einzig Morgan Freeman mit witziger Mimik und den Sidekick-typischen Onelinern mithalten, während der Rest der "Guten" nette Staffage ist. Das gilt auch für Mary Elizabeth Mastrantonio, die ausser schmachten und Costners blankes Füdli angucken nicht viel zu tun hat.

Auf der bösen Seite sieht das schon etwas anders aus. Ekelpaket Michael Wincott liefert einen tollen Lakaien, der brutal vorgeht und jederzeit brandgefährlich ist. Er untersteht einem einmal mehr aussergewöhnlichen Alan Rickman, der, so steht's geschrieben, die Rolle des Sheriffs nur annahm, weil man ihm "Narrenfreiheit" in Sachen Text und Schauspiel versprochen haben soll. Diese Chance nutzt der Mann vollkommen und gibt einen hervorragenden, wenn auch etwas abgedrehten Schurken. Toll.

Fazit: Robin Hood: Prince of Thieves erzählt zwar eine altbekannte Geschichte, ist aber so angerichtet, wie es in den Neunzigern Gang und Gäbe war. Aufwändig, schön gefilmt und mit oppulenter Musik untermalt. Das gefällt, ist spannend, und zu lachen gibt es ebenfalls genug. Dazu kommen ansprechende Schauspieler und eine schöne Ausstattung. Fertig ist der Hit, der auch heute noch mehr als einen Blick wert ist. Ausserdem ist er auf Blu-Ray zwölf Minuten länger als damals im Kino ;)

Die erhältliche Blu-Ray-Disc bietet neben dem Film in exzellenter Bild- und Tonqualität einen Haufen Extras. Gleich zwei Audiokommentare sind zu hören (Kevin Costner und Regisseur Kevin Reynolds in einem, Morgan Freeman und Christian Slater im anderen). Wir kriegen ein bisschen geschichtlichen Nachhilfeunterricht in Sachen Sherwood Forrest und Konsorten, und wenn das Musikvideo von Bryan Adams ertönt, merkt man erst, wie alt der Film doch eigentlich schon ist. Ausserdem haben wir die Möglichkeit, den Soundtrack in toller Qualität nochmals extra anzuhören, und in den kurzen Gesprächen der Darsteller erfahren wir Zusätzliches zum Film und den Dreharbeiten. Die scheinen Spass gemacht zu haben....

/ muri